Kurze Nacht

Wir waren gestern Abend sehr früh im Bett. Um zehn, hatte ich gesagt. Um elf haben wir es geschafft. Es kommt selten vor, aber Martin musste heute für die Arbeit um sechs am Flughafen sein. Den Wecker hat er um halb fünf gestellt.

Ab drei hat er angefangen, sich im Bett hin und her zu wälzen. Ich bin davon wach geworden. Vermutlich wurde es ihm zu warm, obwohl wir die ganze Nacht das Fenster gekippt hatten. Ich liebe das Geräusch vom Regen, wenn ich im Bett liege. Die Decke ist vermutlich zu dick. Dazu kam die Katze, die gemerkt hat, dass wir wach waren. Sie hat versucht, sich zwischen uns einen Platz zu machen. Ich habe sie zweimal weg geschubst, da sie sich auf meine Füße hinlegen wollte und ich so nicht schlafen kann. Mir wurde es auch warm.

Irgendwie bin ich kurz vor vier wieder eingeschlafen. Ich erinnere mich vage, dass ich im Traum eines Morgens mit Winfried war, und dieser zum Frühstück aus seiner Whisky-Flasche trinken wollte. Daher weiß ich, dass ich geschlafen haben muss. Dann ging der Radiowecker los. Martin hat ihn sofort ausgeschaltet und ihn mir für sieben gestellt. Er hat an seinem Koffer im Dunkel rumgefummelt, vermutlich, um mich nicht zu wecken. Dabei war er aber laut. Ich habe das Licht an meiner Seite eingeschaltet. Er hat seine Kleider geholt und sich im Badezimmer angezogen. Der Wecker von seinem Handy hat währenddessen im Schlafzimmer geklingelt. Ich dachte, er hätte den deaktiviert, als er aufgestanden ist. Vergessen, nehme ich an. Ich bin aufgestanden, um ihn auszuschalten. Kurz nach fünf hat er das Haus verlassen. Und das Licht im Wohnzimmer vergessen auszuschalten. Das habe ich noch gemacht, weil die Schiebetür zum Schlafzimmer immer breit genug offen bleibt, damit die Katze zu uns kommen kann, und dadurch das Licht ins Schlafzimmer kam. Wieder einschlafen ging schwer. Aber es ist mir gelungen, da ich einen anderen Traum hatte.

Ich war ganz früh morgens mit Martin zur Arbeit gefahren. Winfried hat mich komisch betrachtet, und ich habe gemerkt, dass ich in meiner grauen Aerobic-Hose angekommen war, die ich sonst nur am Wochenende zu Hause trage, morgens, bevor ich dusche. Wir sind mit Martin zu meinem Büro gegangen. Es war menschenleer, und drin waren keine Schreibtische, sondern Betten. Doppelbetten mit weißen Metallgittern an Kopf- und Fußseite. Wir haben uns in meinem Bett hingelegt und mit Vorspielen beschäftigt. Als es dann richtig zur Sache ging, ist Kate hereingekommen. Sie war nackt und hat sich neben ihrem Bett, gegenüber von meinem, angezogen. Martin ist aufgestanden und hat sich ebenfalls angezogen. Ich konnte das nicht. Meine Kleider konnte ich nicht mehr finden. Andere hatte ich ja im Kleiderschrank neben mir, aber dann wäre ich anders angezogen, als wenn Winfried mich gesehen hatte, und er hätte sich gewundert. Noch mehr Leute sind ins Zimmer gekommen. Thomas, ein ehemaliger Student von mir, saß an einem weißen Schreibtisch, der mir noch nicht aufgefallen war, mit drei jüngeren Studenten. Sie haben die ganze Zeit geplaudert, und ich konnte nicht aufstehen, weil ich noch nakt war. Nach einiger Zeit haben alle den Raum verlassen. Ich habe versucht, die Tür zum Flur zu zu machen. Es waren viele Gegenstände vor der Tür: Eine Waschmaschine, ein alter Fernseher mit Antenne, ein Wäscheständer… Ich habe damit den Weg zum Zimmer gesperrt. Ich bin zurück zum Bett gegangen und habe mich selbst befriedigt. Dann bin ich aufgestanden und habe zufällige Kleider angezogen. Das enge rot-scharze Kleid, das ich zuletzt aus Frankreich zurück gebracht habe. Ich wollte noch nach Unterwäschen suchen, aber Kate ist in dem Moment zurück gekommen. Es war schon halb elf, wir haben uns auf den Weg zur Mensa für die Mittagspause gemacht. Das Kleid ist aber kurz (kürzer als in der Realität), und beim Gehen habe ich gemerkt, das mein nackter Hintern zu sehen war.

Dann war’s sieben, und ich bin aufgewacht. Ich habe lange gebraucht, um aufstehen zu können. Mein Kopf fühlt sich unter Druck an.

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