Au Backe!

Heute hatte ich einen Termin beim Zahnarzt.

Obwohl ich fast vierzig bin, habe ich immer noch Milchzähne, vier oder fünf davon. Bei einem wurde vor etwa zehn Jahren eine Wurzelbehandlung gemacht, weil eine sehr schmerzhafte Karies sich entwickelt hatte. Mein damaliger Zahnarzt meinte, es wäre nach der Behandlung nur eine Frage der Zeit, bis der Zahn zerbröselt und entfernt werden muss. Wie lange, konnte er mir nicht sagen. Es könnte jetzt bald passieren. Schmerze habe ich nicht, aber eine sichtbare Lücke ist direkt vor dem Zahnfleisch entstanden. Der Zahn hat eine sehr dunkle Farbe bekommen. Zum Glück ist er tief genug im Mund, dass es gar nicht auffällt.

Bei meiner letzten Reinigung im Sommer hatte mein Zahnarzt vorgeschlagen, eine Krone für den kranken Milchzahn zu machen. Zuerst musste der Zahn geröngt werden, und der Termin dafür war heute. Auf dem Bild wurde klar, dass eine Krone jetzt keinen Sinn machen würde. Der Zahn hängt gerade noch so und wird bald entfernt werden müssen, maximal in zwei Jahren, schätzt der Arzt. Dann lasse ich mir ein Implantat einsetzen.

Doch keine Behandlung für den Milchzahn heute. Dafür hat der Zahnarzt überraschenderweise eine neue Karies entdeckt. Diese war mir gar nicht bewusst. Ganz tief im Mund, oben rechts neben dem Weisheitszahn. Er hat zuerst mit meinem Einverständnis versucht, ohne Betäubung zu bohren, aber eine Spritze wurde doch nötig. Die hat sau weh getan. Der Schmerz hat bis zum unteren Auge und zum Ohr gestrahlt. Dann wurde alles taub, und er konnte die Behandlung fortführen.

Die Wirkung der Spritze hat sehr lange gedauert. Mindestens sechs Stunden. Das Taubheitsgefühl unter dem Auge war sehr unangenehm. Ich konnte das Auge schwer schließen und es ist trocken geworden. Die rechte Schläfe war auch taub und hat mir den Eindruck gegeben, ich hätte leichte Kopfschmerze. Mir wurde nicht wirklich schwindelig, aber ich hatte Schwierigkeiten, beim Stehen das Gleichgewicht zu halten. Meine Wange ist geschwollen. In der ganzen Zeit konnte ich auch nichts essen, da die Gefahr zu hoch war, die Innenseite der Wange zu verletzen. Und morgens hatte ich schon nichts außer Kaffee zu mir genommen. Mit einer neuen Füllung hatte ich gar nicht gerechnet. Ich habe lange warten müssen, bis die Wirkung nachgelassen hat. Jetzt bleibt noch der Schmerz der Spritze, die nicht ohne war. Die Wange ist immer noch dick und tut weh, wenn ich sie nur ein bisschen berühre. Ich hoffe, dass es morgen vorbei ist.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.