Autismus in der S-Bahn

Junger Mann sitzt in der S-Bahn. Ziemlich groß, gepflegt angezogen, aber die Körperhaltung, mit dem Hinten auf der Kante vom Sessel und so breitbeinig zusammengesackt, verrät den Mangel an guten Manieren. Seine Knien reichen bis zum Sessel gegenüber von ihm. Ohrstöpsel an, mit dem Handy beschäftigt. Die Welt könnte untergehen, ohne dass er davon Kenntnis nimmt.

Schräg gegenüber von ihm sitzt eine Frau. Wir kommen an eine Haltestelle. Die Frau steht auf und will offensichtlich aussteigen. Wenn sie sich nur von ihrem Platz weg bewegen könnte. Der Mann Balg sperrt ihr komplett den Weg. Sie spricht ihn an, er zeigt keine Reaktion. Sie schubst ihn leicht. Immer noch kein Zeichen von Wahrnehmung. Sie streckt beide Arme und drückt mit den Händen so stark gegen seine Beine, dass diese doch zur Seite rutschen müssen. Er hebt den Kopf, schaut die Frau kurz an. Sie kann endlich raus und steigt aus. Er bleibt an der Stelle und schaut wieder aufs Handy.

Die Situation ist so skurril, dass ich ein Lachen nicht unterdrücken kann. Leise. Das merkt er doch. Sichtlich gestört, steht er auf und verschwindet.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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