Die Hitze schafft mich

Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Schließlich bin ich ein „Südkraut“, wie Sebastian gerne zu mir sagte. Ich komme aus der Provence und sollte an hohen Temperaturen gewöhnt sein. Ich weiß noch, wie unglaublich toll ich mich in der prallen Sonne gefühlt hatte, als ich vor siebzehn Jahren in August aus dem Flugzeug in Casablanca zum heißen Asphalt ausgestiegen war, um Treuzeugin für die Hochzeit einer Freundin zu sein. Hier in Istrien ist es mir zu viel.

Letzte Woche bei der Tagung ging es mir körperlich nicht gut. Sicherlich hat es eine Rolle gespielt, dass ich schlecht geschlafen habe. Ich war zuerst für die Schulung in einem Hotel am Strand unterbracht, wo viele Partys abends statt gefunden haben, und ich konnte bei mir nicht mal das Fenster zu machen. Zum Glück war es zur Waldseite und nicht zum Strand gerichtet. Das gelegentliche Erbrechen unter meinem Zimmer habe ich trotzdem gut mitbekommen. Für die Tagung bin ich zu einem tollen Hotel gewechselt, aber der Stress für den Vortrag hat mir den Schlaf geraubt. Ich bin vor dem Tag mit Herzklopfen aufgewacht und war dabei, Sätze im Kopf zu wiederholen. Kein Wunder, dass ich immer einen hohen Puls hatte.

Mit der Hitze ging es während der Tagung relativ gut. Die Räume waren teilweise klimatisiert. Wenn wir mittags am Hafen essen gegangen sind, war es hart. Die Halle mit den Postern war nachmittags nicht auszuhalten. Ich habe mehrmals die langen Pausen benutzt, um schnell ins Meer zu springen oder einfach im Hotel duschen zu gehen. Seit Martin da ist, sind wir tagsüber draußen gewesen. Es war gut, am Samstag zum Strand zu gehen. Gestern haben wir uns Sehenswürdigkeiten angeschaut. Ich konnte mich sehr schwer dazu bringen, mich zu bewegen. Anschließend ist Martin schwimmen gegangen. Ich konnte nicht, da ich meine Periode bekommen habe und viel Blut verliere. Ich habe im Schatten an der Strandbar gewartet.

Heute Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Die Wohnung liegt mitten in der Stadt und die Urlauber sind spät abends unterwegs. Laut. Ich habe meine Oropax dabei, aber gestern Abend war es ungewöhnlich leise. Ich bin ohne sie eingeschlafen. Um 05:20 bin ich aufgewacht. Unter dem Fenster fuhr ein Wagen zur Straßenreinigung. Extrem laut, mit Piepsen. Um 05:20. Zweimal ist er vorbei gefahren. Ich bin danach wieder eingeschlafen, hatte zwischendurch den Stresstraum, und bin um 10:00 mit einem miesen Gefühl aufgewacht. Watte im Kopf. Am liebsten wäre ich im Bett geblieben. Wir sind frühstücken gegangen. Kurz danach zurück zur Wohnung. Viel getrunken. Martin hat die Klimaanlage angeschaltet. Ich bin grundsätzlich dagegen, aber auf einmal ging’s mir besser. Unglaublich. Wir sind zu einem Café in die Stadt gegangen, um Limonade zu trinken. Der Autoverkehr war zu laut, das Sonnenlicht zu grell. Nach dem Shopping haben sich die Zeichen der Migräne verstärkt. Ich habe ein Aspirin genommen und geschlafen. Martin habe ich in die Stadt zum Spaziergang geschickt. Es wäre echt blöd, Urlaub in der Mietwohnung zu verbringen.

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Am Flughafen

Ich musste in die USA fliegen. Ein bisschen später als geplant angekommen, habe ich den riesen Bildschirm mit den Flügen gesucht, um zu wissen, wo ich hin musste. Drauf stand, dass mein Flugzeug durch einen anderen ersetzt wurde. Leider gab es auf dem Bildschirm keine Information über den Schalter und ich hatte keine Ahnung, wohin ich gehen musste.

Ich bin die Rolltreppe mit meinem Koffer hochgegangen. An der Information oben wurde mir gesagt, dass mein neuer Schalter sich auf der zwölften Etage befand. Ein Aufzug war zum Glück da. Ich bin herein gegangen. Der Aufzug hat sich wackelig angefühlt. Ich habe die Taste „12“ gedrückt (es standen nur Vielfache von 3 zur Auswahl) und habe gepürt, wie ich nach oben ging. Nach einer Weile ist der Aufzug nicht mehr nach oben sondern nach rechts gegangen. „Oh, wie in einem Traum“, habe ich gedacht, aber es hat nicht gereicht, um daraus einen luziden Traum zu machen.

Am Ende der Fahrt sagte eine männliche Stimme im Aufzug, ich wäre fast angekommen und müsste nur noch durch das Loch am Boden vom Aufzug rutschen. Ich habe am Boden geschaut und tatsächlich eine Öffnung gesehen, die von schwarzen Gummi-Teilen verdeckt war. Ich habe gezögert, bin doch mit dem Koffer ins Loch gesprungen. Ich bin auf eine spiralförmige Bahn am Boden lange gerutscht, bevor ich ins Loch gefallen bin. Unten war ein Schwimmbad. Ich bin aus dem Wasser raus gegangen und endlich zum Schalter angekommen.

Dort fiel mir erst ein, dass ich meinen Pass zu Hause vergessen hatte. Nur den Ausweis hatte ich dabei, und es reichte nicht, um in die USA zu fliegen. Ich habe die Frau gebeten, mich trotzdem ins Flugzeug einsteigen zu lassen, da ich Martin ganz schnell anrufen könnte und er mir den Pass per Express-Versand zum Ankunft-Flughafen schicken würde. Nein, es ginge nicht, meinte die Frau, immerhin sehr freundlich. Ich war total im Stress. Dann merkte ich, dass ich meine Laptop-Tasche dabei hatte, und den Pass doch in der vorderen Tasche gepackt hatte. Tatsächlich war der Pass drin. Wir haben meinen Koffer registriert und sind direkt danach zu dritt mit der männlichen Stimme aus dem Aufzug zu einem italienischen Restaurant in der Nähe essen gegangen.

In Kroatien

Es ist ein früher Sonntagmorgen. Ich sitze auf dem Sofa im Wohnzimmer unserer Mietwohnung und höre, wie Martin aus dem Schlafzimmer leicht vor sich hin schnarcht. Gleich wacht er auf. Draußen schreien die Möwen. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Und ich habe nichts zu tun, außer zu entspannen und die Zeit hier zu genießen (und über Mückenstiche zu klagen).

Den ganzen Sommer habe ich hart gearbeitet. Es gab einen Vortrag für eine wichtige Tagung zu vorbereiten. Dafür wollte ich neue Ergebnisse haben und musste an Programm#2 vieles ändern. Vor der Tagung habe ich noch an eine Schulung für Software-Entwicklung in Wissenschaft teilgenommen und musste auch einen Beitrag fertig stellen (mit Übungen). Erst um halb drei am Tag meiner Abreise habe ich die Vorlesung fertig bekommen. Die Mühe hat sich gelohnt. Ich fasse es nicht, wie begeistert die anderen Teilnehmer reagiert haben. Der Vortrag bei der Tagung ging auch sehr gut. Ich habe Lob von Leuten geerntet, die für mich große Vorbilder sind. Es hat sich fantastisch angefühlt.

Jetzt ist Zeit für Entspannung. Martin ist vorgestern angekommen. Mit dem Motorrad. Er ist schon eine ganze Woche unterwegs gewesen. Gestern waren wir am Strand. Heute besuchen wir die Gegend. Es wird wieder ein heißer Tag.

Ubuntu

Endlich. Seit etwa zehn Tagen habe ich Ubuntu neben Windows auf meinem Rechner installiert.

Um keine Fehler zu machen, habe ich mir zuerst eine neue Festplatte bei Saturn besorgt. Eine 3,5“ interne Festplatte von (Intenso)®. Mit 2TB sollte ich mehr als genug Platz haben. Meine Windows Festplatte ist 1TB groß und ich benutze gerade die Hälfte davon.

Das erste Problem fing an, als ich zu Hause versucht habe, die neue Festplatte im Rechner einzubauen. Das SATA-Kabel war nicht vorhanden. Ich halte gerade die Verpackung in der Hand und drauf steht nirgendwo, dass das Kabel nicht mitgeliefert wird. Das erfährt man nur, wenn man im Gebrauchsanweisungsheft aus dem Inneren der Verpackung blättert. Ärgerlicher ist, dass ich mich bei Saturn an einen Verkäufer gewendet hatte, und er hatte es auch nicht erwähnt. Die Beratung dort lässt einiges übrig zu wünschen. Also noch mal raus, um ein Kabel zu kaufen… Da ich mich gerade über Saturn geärgert hatte, bin ich zu Conrad gefahren. Mit dem Bus kein großer Unterschied.

Zurück mit dem richtigen Kabel, konnte ich endlich die neue Festplatte einbauen. Da meine externe Kabel für Bildschirm, Drucker usw. nicht sehr lang sind, musste ich viele ausstecken, um den Rechner auf dem Tisch öffnen zu können. Die Gelegenheit zum Staubsaugen habe ich genutzt. Festplatte an der Hauptplatine gesteckt, fest geschraubt, Rechner zu geklappt, Kabel wieder eingesteckt, Rechner angemacht. Ich habe ihn wie normal hochfahren gehört, aber auf dem Bildschirm geschah nichts. Alles schwarz. Ich habe zwei Anschlüsse für den Bildschirm, VGA und DVI. Ich hatte bis jetzt immer den DVI benutzt, aber vielleicht sollte ich VGA probieren: Immer noch kein Signal, und mein Bildschirm sagte noch, ich sollte den Anschluss prüfen. DVI wieder rein. Festplatte von der Hauptplatine rausgesteckt, Rechner an: Weiterhin schwarzer Bildschirm. Nicht mal ins BIOS konnte ich gehen, da nichts angezeigt wurde. Panik. Ich habe doch darauf geachtet, mich elektrisch zu entladen, bevor ich im Inneren vom Rechner gefummelt habe. Habe ich vielleicht die Hauptplatine beschädigt? Martin zur Hilfe gerufen, schnelle Antwort: Ich hatte das Bildschirm-Kabel am Anschluss der Hauptplatine statt an dem von der Graphikkarte gesteckt. Nach dem Umstecken ging’s wieder. Erleichterung.

Ubuntu auf der neuen Platte zu installieren lief ganz glatt. Ich hatte mir das Ubuntu-Magazin aus dem Kiosk um die Ecke geholt, mit einer CD für die 15.04 Version. Danach noch einige Pakete installiert, um programmieren zu können, wissenschaftliche Software heruntergeladen, jetzt kann ich von zu Hause aus voll bequem arbeiten und mich zu unseren Servern am Institut verbinden. Viel besser als unter Windows, vor allem, um Dateien zu kopieren. Der einzige Nachteil ist, dass ich es unter Ubuntu nicht geschafft habe, mich bei WordPress einzuloggen. Obwohl ich mir das gespeicherte Passwort aus meinem Browser unter Windows sehr genau aufgeschrieben und angegeben habe. Na gut, weniger Ablenkung, um zu arbeiten.