Freizeitausgleich

Diesmal nicht aus Zeitgründen, sondern zur Erholung. Es gab so viel zu tun, seitdem ich wieder arbeite.

Es hat damit angefangen, dass ich direkt am Wochenende nach Ende meiner Krankschreibung zur Arbeit musste. Wir haben kontinuierlich Besuch von Wissenschaftlern, die an unseren Geräten Experimente machen wollen, und zuerst eingewiesen werden müssen. Tagsüber, nachtsüber, und am Wochenende. Die Messzeit an Großforschungseinrichtungen ist zu kostbar, um verschwendet zu werden. Wochenendeinsätze werden innerhalb unserer Gruppe lange im Vorraus geplant, und ausgerechnet an dem Wochenende gab es niemanden, der es sonst hätte übernehmen können. Uschi war auf Tagung, Winfried hatte Urlaub. Wir teilen uns die Wochenende zu dritt. Die anderen Kollegen, die über Zusammenarbeiten von Unis finanziert werden und daher einen anderen Arbeitgeber haben, dürfen nicht mitmachen, da die Sondervergütung in ihrem Arbeitsvertrag nicht vorgesehen ist. Und diesmal habe ich nicht nur am Samstag früh arbeiten müssen, sondern auch am Sonntag, was sehr unüblich ist. Gut, dass es nur morgens ist, ich konnte bei der Geburtstagfeier von Martins Vater dabei sein.

Die darauf folgende Woche war hart. Ich habe zum ersten Mal Rufbereitschaft gehabt. Was das heißt ist, dass ich ein Handy für die gesamte Woche (inklusiv das Wochenende danach) bekommen habe, damit unsere Nutzer jederzeit jemanden erreichen können, falls etwas nicht mehr funktionieren sollte. Ich war extrem aufgeregt und konnte in der ersten Nacht nicht einschlafen. Um zwei Uhr morgens hat das Handy tatsächlich geklingelt. Es gab ein Problem beim Starten einer Messung. Keine Ahnung, was passiert ist. Ich habe von meinem Rechner aus den Zustand der verschiedenen Server geprüft und alles schien normal zu sein, obwohl nichts mehr lief. Nach einiger Zeit startete die Messung doch plötzlich von alleine, ohne dass ich irgendwas gemacht habe. Ich hasse solche Probleme, bei denen man keine Ursache finden kann. Bis fünf konnte ich nicht mehr einschlafen. Bei den späteren Anrufen, die ich in der Woche nachts bekommen habe, konnte ich wenigstens ziemlich schnell eine Lösung finden. Hinzu kam, dass ich selber viel zu tun hatte und Überstunden gesammelt habe. Am schlimmsten war Donnerstag, ich habe das Gebäude um halb elf abends verlassen. Der arbeitsfreie Freitag war nicht erholsam, da ich nur Arztbesuche wegen meines Fußes hatte. Und am Wochenende hatte ich immer noch Rufbereitschaft. Das Handy habe ich erst am Montag weiter gegeben.

Diese Woche würde es besser gehen, dachte ich. Nicht wirklich. Da zur Zeit viele im Urlaub sind, musste ich zwei Tage lang morgens die Nutzer betreuen. Gestern für eine Gruppe aus meiner früheren Uni. Es hat mich gefreut, die ehemaligen Kollegen wieder zu sehen und mit ihnen zu arbeiten. Weniger, dass ich über zwölf Stunden bei der Arbeit geblieben bin. Als mein direkter Vorgesetzter wird Uschi wieder eine Warnung vom unserem Zeiterfassungssystem bekommen. Heute Morgen konnte ich nur schwer aus dem Bett kommen. Ich habe beschlossen, zu Hause zu bleiben.

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2 Gedanken zu “Freizeitausgleich

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