Antésite

AntesiteIch habe dieses Getränk als Kind sehr gerne getrunken, und erst vor Kurzem wieder entdeckt.

Als es Anfang Juni angefangen hat, wieder warm zu werden, habe ich vermehrt Minze-Sirup mit Wasser getrunken. Still oder Sprudel. Sehr erfrischend. Ich habe mich dann daran erinnert, dass es das Lieblingsgetränk meiner Mutter im Sommer war. Als Kind mochte ich Minze nicht so sehr.

Dafür hatte ich etwas anderes getrunken, man musste nur wenige Tropfen davon mit Wasser gemischt. Es hatte nach Süßholz geschmeckt. Vor einigen Jahren hatte Sebastian zum Institut eine Flasche davon aus Kamerun mitgebracht. Wie hieß es nochmal, Ante-irgendwas, klang es nicht irgendwie wie ein Mineralname? Gegoogelt, gefunden: Antésite. Da Martin kurz davor war, nach Frankreich zu reisen, habe ich ihn gefragt, eine Flasche zu kaufen. Ich wüsste nicht, wo man es in Deutschland finden könnte. Bei den Galeries Lafayette in der Friedrichstrasse habe ich noch nicht geschaut.

Es ist nicht die Flasche, die ich in Erinnerung habe (aber der Geschmack schon). Damals gab es eine spezielle Öffnung, die die Flüßigkeit tropfenweise gespendet hatte. Diese hier hat keine. Man kann stattdessen einen Strohhalm benutzen, wenn man keine Pasteurpipette hat: Zwei oder drei Millimeter in die Flüßigkeit sinken lassen, oberes Ende mit dem Finger abdichten, gefangenen Tropf ins Glas fallen lassen. Zwei Tropfen in einem großen Glas Wasser sind für mich genau die richtige Menge.

Ursprünglich ist Antésite mit Anis aromatisiert. Seit der Erfindung des Getränkes 1898 sind andere Geschmäcke dazu gekommen, die ich noch nie probiert habe. Wichtig ist, vor Gebrauch die Flasche gut zu schütteln, weil sich Phasen sonst trennen. Die Tropfen verursachen einen leichten Fettfilm an der Oberfläche vom Wasser, das ist normal. Allerdings sollte man nicht zu viel davon trinken, da es in zu starken Mengen Hypokaliämie verursachen kann (der Artikel dazu ist nicht frei zugänglich).

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2 Gedanken zu “Antésite

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