Immer noch krank geschrieben

Am Freitag ist meine Krankschreibung um eine Woche verlängert worden. Das hat meine Frauenärztin einfach so entschieden. Mir geht es eigentlich schon viel besser. Ich könnte jedoch nicht behaupten, dass ich den ganzen Tag bei der Arbeit durchhalten würde. Ich kann jetzt selbstständig einkaufen gehen, ohne mich schwindelig zu fühlen. Ich kann mich wieder lange am Rechner konzentrieren (im Krankenhaus war selbst Nachrichtenlesen am Handy extrem mühsam). Die Schmerze im Unterleib haben nachgelassen, treten aber noch ab und zu auf. Ich kann nachtsüber noch nicht auf meiner üblichen Seite liegen. Sport darf ich immer noch nicht treiben. Ab nächster Woche erst, vorsichtig.

Wenigstens erkenne ich meinen Bauchnabel wieder. Am letzten Tag im Krankenhaus wurde mir das Pflaster entfernt, weil die Wunde besser an der Luft heilen würde. Was ich gesehen habe war entsetzlich. Ich hatte vorher ein schönes Loch, nach der OP habe ich eine komische Acht bekommen. Ein Loch oben, ein Loch unten, und dazwischen war es durchgenäht. Ich habe mich gefragt, ob ich jetzt so einen häßlichen Bauchnabel für immer behalten würde. Zum Reinigen war es nicht leicht, da das Loch nicht mehr so gut zugänglich war. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus hat sich ständig Eiter gebildet. Es hat gestunken, und ich musste doch ständig ein Pflaster drauf haben, um meine Kleider nicht zu versauen. Mein Hausarzt hat sich die Wunde am Dienstag angeschaut und gesagt, es würde mit der Zeit aufhören und heilen. Ich sollte mit dem Duschen nicht übertreiben. Er hat mir eine braune Salbe drauf geschmiert und Pflaster gegeben. Am Freitag meinte die Frauenärztin, sie würde mir die Fäden ziehen, obwohl die sich selbst auflösen sollten. So lange wartet keiner, meinte sie, und Fremdkörper würden die Heilung nur verlangsamen. Beim Bauchnabel hat sie gestaunt. Mindestens vier Knoten wurden gemacht, Teile wurden miteinander verbunden, die nicht hätten verbunden werden sollen, sowas hatte sie noch nie gesehen. Als sie fertig war (es hat ganz schön weh getan), habe ich meinen Bauchnabel wieder erkannt. Doch nur ein Loch. Es ist jetzt viel einfacher zu reinigen, und die Eiterproduktion hat aufgehört. Ich brauche keine Pflaster mehr (die Dinger waren echt teuer bei der Apotheke). Und ich sollte viel duschen (bei den Temperaturen sowieso). Ein Faden ist trotzdem geblieben, wahrscheinlich übersehen, weil es so viele waren. Wenn es beim nächsten Arztbesuch noch da ist, lasse ist es weg ziehen.

Ich hatte eigentlich geplant, zwei Wochen Urlaub nach dem Kurs zu machen. Meine Eltern habe ich seit Januar nicht mehr gesehen. Mit der OP bin ich doch nicht dahin geflogen. In der Provence ist es sowieso immer voll mit Touristen im Juli, ich versuche meistens, die Sommerzeit zu vermeiden. Ich weiß nicht, wann ich wieder Zeit haben werde, meine Familie zu besuchen. Bei der Arbeit werde ich wieder viel zu tun haben, da ich zwei Vorträge für eine Tagung in August vorbereiten muss, und bei einem habe ich noch keine Ahnung, was ich erzählen soll.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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