Urlaub

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Eine Absage nach der Anderen

Heute kam eine neue Absage. Auf die Stelle hatte er sich vor zwei Wochen beworben. Das Vorstellungsgespräch hatte schon letzte Woche statt gefunden. Dabei hatte er so ein gutes Gefühl gehabt. Deshalb wirkte er nicht so gesprächig, als er mich heute Abend von der Arbeit mit dem Auto abgeholt hat. Es hat ihn viel mehr enttäuscht als der geplatzte Termin vor drei Wochen.

Bei der anderen Firma hat er inzwischen auch eine Absage bekommen, nachdem ihm die Abteilungschefin wochenlang von einem Angebot erzählt hatte. Sie wollte ihn einstellen. Das Problem kam wohl von der Personalabteilung, die, ohne jemals mit ihm geredet zu haben, beschlossen hat, dass er durch seine langjährige Tätigkeit an Forschungszentren nicht genug Erfahrung in der Industrie gesammelt hat und ihn aus diesem Grund pauschal diskriminiert hat. Wieder diese widerliche Vorurteile. Als ob wir uns die ganze Zeit nur Däumchen drehen würden. Bei meinem Vorstellungsgespräch bei Uhde vor zweieinhalb Jahren hatte mich einer gefragt, warum ich nach der Promotion so lange meine Zeit an der Uni verschwendet hätte. Und Uni ist nicht gleich Forschungszentrum. Dass man das selbst einem Ingenieur vorwerfen kann… Soll mir keiner was von Fachkräftemangel erzählen.

Da ich es eigentlich nicht wusste, habe ich ihn gefragt, um die wievielte Bewerbung es sich handelte. Ich wollte einen Vergleich mit meiner letzten Bewerbungsstatistik haben. Als er sagte, es könnte die zwangzigste sein, habe ich geschluckt. Vor allem, da er mir vor zwei Wochen stolz angekündigt hatte, im Juli schon zehn neuen Bewerbungen geschickt zu haben. Es ist arg wenig. Das habe ich ihm so gesagt. Stimmt, meinte er, immerhin ein wenig geniert. Das hätte ihm seine Beraterin bei der Arbeitsagentur auch gesagt. Ich glaube, ich muss ihn in den Hinten treten. Was treibt er die ganze Zeit? Er ist schon seit fünf Monaten arbeitslos, ab dem nächsten Monat wird er sich zusätzlich außerhalb von Berlin bewerben müssen, meinte seine Beraterin. Als er sein letztes Job bekommen hatte, hatte er gerade drei Bewerbungen geschickt. Er hat wohl geglaubt, es wäre normal. Das war nur großes Glück.

Und er will mich schwängern, ohne zu wissen, wann er wieder arbeiten wird. Er könnte sich wirklich mehr Mühe mit der Arbeitsuche geben. Was ist, wenn er keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld mehr hat und ich wegen Schwangerschaft nicht mehr arbeiten kann? Der Kredit für die Wohnung will auch zurück bezahlt werden. Und ich bin nicht mal Deutsch… Stimmt, da war noch was. Mit Urlaub, Umzug und Arbeitgeberwechsel habe ich es völlig verdrängt, mich um die doppelte Bürgerschaft zu kümmern. Da ich jetzt in einem anderen Bezirk wohne, muss ich sowieso zuerst wieder zum Standesamt, um nach einem erneuten Gespräch einen Antrag zu holen.

Tarte mit Heidelbeeren

Diese köstliche Tarte hat uns mein Schatz gebacken. Man braucht 15 Minuten Zubereitungszeit, 1 Stunde, damit der Teig sich im Kühlschrank ausruht, und 45 Minuten Backzeit.

Die Zutaten (für 12 Personen)

Tarte_myrtillesFür den Sandteig

  • 1 Ei
  • 60 g Zucker
  • 160 g Mehl
  • 80 g Butter
  • 1/2 Teelöffel Zimt
  • 1/2 Teelöffel Salz

Für die Füllung

  • Fruchtmasse
    • 500 g Heidelbeeren
    • 60 g Zucker
  • Flan
    • 2 Eier
    • 60 g Zucker
    • 80 g Sahne

Die Zubereitung

Sandteig

  • Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • In einer Schüssel, Ei mit Zucker, Zimt und Salz mischen.
  • Mehl auf einmal hinzufügen und kneten. Es sollte pulverartig aussehen (daher „Sandteig“).
  • Mit der Butter kneten. Teig als Kugel umformen und eine Stunde im Kühlschrank ausruhen lassen.
  • Backform für Tarten (27 cm Durchmesser) mit Butter einfetten.
  • Teig ausrollen und in die Backform verteilen (nicht einstechen).
  • Bei 180 °C 25 Minuten backen, dann aus dem Backofen raus holen. Temperatur vom Backofen auf 150 °C einstellen.

Füllung

  • Heidelbeeren waschen und 5 Minuten mit dem Zucker in einem kleinen Topf kochen.
  • Abseihen. Die übrig gebliebene Gelee in einem geschlossen Behälter im Kühlschrank lagern. Man kann sie wunderbar anderweitig verwenden (auf Crêpes zum Beispiel).
  • Fruchtmasse auf dem Teig verteilen.
  • Flan vorbereiten: Eier, Zucker und Sahne mischen. Auf den Heidelbeeren verteilen.
  • Tarte für weitere 20 Minuten bei 150 °C backen.

Nährwertangaben

pro Portion (~ 100 g) fürs Rezept
Energie (kcal) 214,3 2571
Eiweiß (g) 3,6 42,9
Kohlenhydrate (g) 27,3 327
Fett (g) 10 119,7
Ballaststoffe (g) 2,7 32

Freizeitausgleich

Diesmal nicht aus Zeitgründen, sondern zur Erholung. Es gab so viel zu tun, seitdem ich wieder arbeite.

Es hat damit angefangen, dass ich direkt am Wochenende nach Ende meiner Krankschreibung zur Arbeit musste. Wir haben kontinuierlich Besuch von Wissenschaftlern, die an unseren Geräten Experimente machen wollen, und zuerst eingewiesen werden müssen. Tagsüber, nachtsüber, und am Wochenende. Die Messzeit an Großforschungseinrichtungen ist zu kostbar, um verschwendet zu werden. Wochenendeinsätze werden innerhalb unserer Gruppe lange im Vorraus geplant, und ausgerechnet an dem Wochenende gab es niemanden, der es sonst hätte übernehmen können. Uschi war auf Tagung, Winfried hatte Urlaub. Wir teilen uns die Wochenende zu dritt. Die anderen Kollegen, die über Zusammenarbeiten von Unis finanziert werden und daher einen anderen Arbeitgeber haben, dürfen nicht mitmachen, da die Sondervergütung in ihrem Arbeitsvertrag nicht vorgesehen ist. Und diesmal habe ich nicht nur am Samstag früh arbeiten müssen, sondern auch am Sonntag, was sehr unüblich ist. Gut, dass es nur morgens ist, ich konnte bei der Geburtstagfeier von Martins Vater dabei sein.

Die darauf folgende Woche war hart. Ich habe zum ersten Mal Rufbereitschaft gehabt. Was das heißt ist, dass ich ein Handy für die gesamte Woche (inklusiv das Wochenende danach) bekommen habe, damit unsere Nutzer jederzeit jemanden erreichen können, falls etwas nicht mehr funktionieren sollte. Ich war extrem aufgeregt und konnte in der ersten Nacht nicht einschlafen. Um zwei Uhr morgens hat das Handy tatsächlich geklingelt. Es gab ein Problem beim Starten einer Messung. Keine Ahnung, was passiert ist. Ich habe von meinem Rechner aus den Zustand der verschiedenen Server geprüft und alles schien normal zu sein, obwohl nichts mehr lief. Nach einiger Zeit startete die Messung doch plötzlich von alleine, ohne dass ich irgendwas gemacht habe. Ich hasse solche Probleme, bei denen man keine Ursache finden kann. Bis fünf konnte ich nicht mehr einschlafen. Bei den späteren Anrufen, die ich in der Woche nachts bekommen habe, konnte ich wenigstens ziemlich schnell eine Lösung finden. Hinzu kam, dass ich selber viel zu tun hatte und Überstunden gesammelt habe. Am schlimmsten war Donnerstag, ich habe das Gebäude um halb elf abends verlassen. Der arbeitsfreie Freitag war nicht erholsam, da ich nur Arztbesuche wegen meines Fußes hatte. Und am Wochenende hatte ich immer noch Rufbereitschaft. Das Handy habe ich erst am Montag weiter gegeben.

Diese Woche würde es besser gehen, dachte ich. Nicht wirklich. Da zur Zeit viele im Urlaub sind, musste ich zwei Tage lang morgens die Nutzer betreuen. Gestern für eine Gruppe aus meiner früheren Uni. Es hat mich gefreut, die ehemaligen Kollegen wieder zu sehen und mit ihnen zu arbeiten. Weniger, dass ich über zwölf Stunden bei der Arbeit geblieben bin. Als mein direkter Vorgesetzter wird Uschi wieder eine Warnung vom unserem Zeiterfassungssystem bekommen. Heute Morgen konnte ich nur schwer aus dem Bett kommen. Ich habe beschlossen, zu Hause zu bleiben.

Antésite

AntesiteIch habe dieses Getränk als Kind sehr gerne getrunken, und erst vor Kurzem wieder entdeckt.

Als es Anfang Juni angefangen hat, wieder warm zu werden, habe ich vermehrt Minze-Sirup mit Wasser getrunken. Still oder Sprudel. Sehr erfrischend. Ich habe mich dann daran erinnert, dass es das Lieblingsgetränk meiner Mutter im Sommer war. Als Kind mochte ich Minze nicht so sehr.

Dafür hatte ich etwas anderes getrunken, man musste nur wenige Tropfen davon mit Wasser gemischt. Es hatte nach Süßholz geschmeckt. Vor einigen Jahren hatte Sebastian zum Institut eine Flasche davon aus Kamerun mitgebracht. Wie hieß es nochmal, Ante-irgendwas, klang es nicht irgendwie wie ein Mineralname? Gegoogelt, gefunden: Antésite. Da Martin kurz davor war, nach Frankreich zu reisen, habe ich ihn gefragt, eine Flasche zu kaufen. Ich wüsste nicht, wo man es in Deutschland finden könnte. Bei den Galeries Lafayette in der Friedrichstrasse habe ich noch nicht geschaut.

Es ist nicht die Flasche, die ich in Erinnerung habe (aber der Geschmack schon). Damals gab es eine spezielle Öffnung, die die Flüßigkeit tropfenweise gespendet hatte. Diese hier hat keine. Man kann stattdessen einen Strohhalm benutzen, wenn man keine Pasteurpipette hat: Zwei oder drei Millimeter in die Flüßigkeit sinken lassen, oberes Ende mit dem Finger abdichten, gefangenen Tropf ins Glas fallen lassen. Zwei Tropfen in einem großen Glas Wasser sind für mich genau die richtige Menge.

Ursprünglich ist Antésite mit Anis aromatisiert. Seit der Erfindung des Getränkes 1898 sind andere Geschmäcke dazu gekommen, die ich noch nie probiert habe. Wichtig ist, vor Gebrauch die Flasche gut zu schütteln, weil sich Phasen sonst trennen. Die Tropfen verursachen einen leichten Fettfilm an der Oberfläche vom Wasser, das ist normal. Allerdings sollte man nicht zu viel davon trinken, da es in zu starken Mengen Hypokaliämie verursachen kann (der Artikel dazu ist nicht frei zugänglich).

Jetzt ist der Fuß dran

Es ist am Sonntagabend passiert. Wir sind nach der Geburtstagsfeier mit dem Bus nach Hause gefahren. Beim Aussteigen habe ich ein paar Schritte gemacht und plötzlich einen lauten Knall im rechten Fuß gespürt, obwohl ich ganz normal gegangen bin. Danach ging’s, wir sind gut zu Hause angekommen und ich habe nicht mehr daran gedacht. Manchmal knackt’s leise und es stört nicht weiter.

Am Montag bin ich zur Arbeit gegangen, und ich habe einen leichten Schmerz im Fuß gespürt. Am Dienstag ist es schlimmer geworden. Es hat an den außeren Seite vom Fuß geschmerzt und ich musste vermeiden, mit dem Fuß zu rollen, um gehen zu können. Ich hatte aber so viel zu tun, dass ich keine Zeit hatte, mich um einen Arztbesuch zu kümmern. Und wenn ich länger gesessen habe, gab es kein Problem mehr. Ich bin sogar abends schmerzfrei zur S-Bahn nach der Arbeit gegangen und dachte, es wäre vorbei. Als ich ausgestiegen bin, war der Fußweg nach Hause wieder hart, ich konnte nur noch sehr langsam gehen. Am Mittwoch und gestern hat mich Martin mit dem Auto hin und zurück zur Arbeit gefahren. Die untere Seite vom Fuß tut mittlerweile auch weh.

Heute Morgen bin ich zu meiner Orthopädin gegangen. Nottermin um 10:50 telefonisch vereinbart, tatsächlich war ich um 11:50 dran. Es war ein Nottermin, also noch in Ordnung. Die Ärztin meinte, es wäre ein Bänderriss im oberen Sprunggelenk, obwohl ich den Knall unter dem Fuß gespürt hatte. Unterhalb vom Knöchel habe ich einen Bluterguss, und es wäre die Ursache für den Schmerz. Sie hat mich zur MRT geschickt, nachdem mir ein Verband mit Voltaren angefertigt wurde. Sobald ich die Ergebnisse habe, sollte ich einen neuen Termin vereinbaren; es wäre momentan nicht viel los in der Praxis und ich könnte locker in einer oder zwei Wochen zurück kommen. Ich habe die verschriebene Schiene beim Sanitärhaus in der gleichen Straße geholt und befestigt bekommen. Ich konnte dadurch meinen Schuh nicht mehr richtig anziehen. Wir sind schnell nach Hause gefahren, um andere Schuhen zu finden, die mit der ganzen Bastlerei um den Fuß noch passen. Meine Bade-Flip-Flops.

Zur MRT konnte ich schon heute Nachmittag gehen, in dem Krankenhaus, wo ich wegen der Bauchhöhlenschwangerschaft zuerst war. Ursprünglich hatte ich noch vor, nachmittags arbeiten zu gehen, aber es wurde zeitlich nicht mehr realistisch. Ich habe mich als Freizeitausgleich für den Tag gemeldet. Ich habe eh wieder zu viele Überstunden diese Woche gemacht.

Ich habe bei der RMT die Anweisung bekommen, ruhig zu liegen und mich nicht zu bewegen, während den ganzen zehn Minuten, die für die Untersuchung nötig waren. Ich habe mich gewundert, warum ich dicke Kopfhörer um die Ohren bekommen habe, aber es wurde schnell klar. Die Maschine macht einen unglaublichen Lärm. Es war nicht einfach, dabei zu entspannen. Ich habe die Bilder sofort bekommen, der Bericht kommt noch per Post. Der Folgetermin bei der Orthopädin scheint schwieriger zu sein, als sie mir versicherte. Ihre Sekretärin meinte am Telefon, es ginge nicht vor Mitte August, und ich sollte erst den Termin vereinbaren, wenn der Bericht vorliegt. Ich glaube, ich lasse Martin für mich den Termin machen, er kann viel besser als ich handeln.

Dabei hatte ich mich so gefreut, ab dieser Woche wieder zum Fitness-Studio zu gehen. Jetzt muss ich wohl länger warten. Die Orthopädin meinte, es könnte eine Folge der OP sein, da man sich anders als sonst hält und die Belastung auf die Füße anders wird.

Clafoutis mit Kirschen

Heute hat der Schwiegervater in spe Geburtstag gefeiert. Ich habe ihm ein clafoutis aux cerises mitgebracht. So einfach geht’s:

Die Zutaten (für 12 Personen)

  • 400 g dunkelrote Kirschen
  • 4 Eier
  • 50 g Butter
  • 100 g Mehl
  • 150 g Zucker
  • 12,5 cL Milch
  • 1 Esslöffel Kirschwasser
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Packung Hefe

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180 °C mit Umluft vorheizen.
  • Kirschen waschen, halbieren und entkernen.
  • Eigelb vom Eiweiß trennen.
  • In einer Schüssel, Eigelb mit Zucker so lange rühren, bis eine cremige Konsistenz erreicht wird. Salz und Hefe beimischen.
  • Alternierend Mehl und Milch in kleinen Mengen zur Eigelb-Zucker-Mischung hinzufügen und rühren.
  • Geschmolzene Butter und Kirschwasser zum Teig geben. Der Teig sollte die Konsistenz eines dickflüssigen Crêpe-Teigs haben.
  • Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter dem Teig rühren.
  • Eine runde Backform (24 cm Durchmesser) mit Butter schmieren und eine Handvoll Mehl drin überall wälzen. Überschüssiges Mehl herauskippen.
  • Teig in die Backform gießen. Kirschenhälfte drauf in einer homogenen Verteilung streuen.
  • Etwa 40 Minuten backen lassen.

Variante: Clafoutis aux raisins: Kirschen durch Trauben und Kirschwasser durch Marc de Champagne (oder Grappa) ersetzen.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 190,2 170,8 2050
Eiweiß (g) 7,1 6,4 77
Kohlenhydrate (g) 26,2 23,6 282,6
Fett (g) 6,6 5,9 71,3
Ballaststoffe (g) 1,1 1 11,4

Garnelen mit Spinat und Reis

Ein indisches Gericht, aus meinem Lieblichsbuch.

Die Zutaten (für 4 Personen)

  • 250 g tiefgefrorene Garnelen
  • 350 g tiefgefrorener gehackter Spinat (ohne Rahm)
  • 2 Tomaten
  • 250 g Reis
  • 50 mL Sesamöl
  • 1 Teelöffel Senfkörner
  • 1 Teelöffel Schwarzkümmel
  • 1/2 Teelöffel Chilipulver
  • 1 kleiner Stück Ingwer
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 2 Teelöffel Salz

Die Zubereitung

  • Garnelen und Spinat auftauen lassen. Dabei entstehendes Wasser möglichst entfernen.
  • Tomaten würfeln und beiseite stellen.
  • 1 Liter Wasser mit einem Teelöffel Salz in einem Topf zum kochen bringen.
  • Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Senfkörner und Schwarkümmel dazu geben und anbraten.
  • Ingwer und Knoblauch in sehr kleinen Stücken schneiden und zur Gewürzmischung hinzufügen. Hitze reduzieren.
  • Tomaten, Spinat, Chilipulver und ein Teelöffel Salz in die Pfanne geben. 5 bis 7 Minuten anbraten, dabei rühren.
  • Reis zum kochenden Wasser geben. Hitze reduzieren und 10 Minuten zu drei Viertel abgedeckt köcheln lassen.
  • Garnelen zu den Tomaten und Spinat hinzufügen. Gut rühren und bei kleiner Hitze 10 Minuten abgedeckt köcheln lassen.
  • Wenn die Garnelen gar sind, Reis gut abtrofen und unter der Garnelen-Mischung rühren. Heiß servieren.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 148,8 409,3 1637
Eiweiß (g) 8 22,1 88,2
Kohlenhydrate (g) 18,9 51,9 207,7
Fett (g) 5,2 14,4 57,5
Ballaststoffe (g) 1,5 4 16

Oberstufe

Ich bin auf ein altes Foto gestoßen. Es stammt aus meinem ersten Jahr Oberstufe, vermutlich im Herbst 1991. Ein Gymnasium in einer mittleren Stadt im Var.

Es ist ein schlechtes Foto. Damals hatten wir alle diese billige Einweg-Fotoapparate, die mit eingebautem Film verkauft waren und einfach so zum entwickeln abgegeben wurden. Ich hätte gedacht, dass sie jetzt völlig aus dem Markt verschwunden wären, aber nein, man kann immer noch welche finden.

Oberstufe
Was man auf dem Foto sieht, ist das Mädchen-Internat, ein Großraum ganz oben im vierten Stock vom Gymnasium. Ich war dort gelandet, weil ich zwar bis zum Ende der Mittelstufe in meinem Dorf studieren konnte, aber die Oberstufe in der Stadt 35 Kilometer von zu Hause entfernt statt fand. Es war zu weit weg, um täglich die Strecke hin und zurück zu fahren; ich habe Bus- und Autoreisen sowieso nie gut ertragen, vor allem auf unseren kurvenreichen Strassen. Ich war ehrlich gesagt nicht so unglücklich darüber, nur am Wochenende nach Hause zu fahren.

Das damalige Internat sah furchtbar aus. Wir haben erzählt bekommen, dass es während des zweiten Weltkrieges als Krankenhaus für verwundete Soldaten benutzt wurde (um uns zu sagen, wir sollten uns nicht beschweren?). Ungefähr vierzig Mädchen haben dort gelebt und sich vier Duschen geteilt. Jeder Vorhang diente als Tür für ein Doppelzimmer. In jedem Zimmer waren rechts ein Etagenbett, links ein Schrank, ein niedriger Schreibtisch und ein Kinderstuhl. Mehr passte nicht rein. Den Schreibtisch und den Stuhl hätten sie sich sparen können, wegen der Größe waren sie unbenutzbar und wir hatten unsere Hausaufgaben sowieso in einem großen Saal geschrieben.

Ich teilte mein Zimmer mit Christelle. Christelle war eine große Fan von der Olympique de Marseille, deshalb hatte sie das blaue „OM“ an unsere Außenwand gemalt. Sie war auch extrem magersüchtig und hatte sich abends immer versteckt, damit die Aufsichtperson nicht mitbekommt, dass sie das Abendessen in der Kantine geschwänzt hatte. Ich hatte mir das Bett oben ausgesucht. Wenn ich drin aufrecht saß, konnte ich in den Nachbarzimmern einen Blick werfen, weil die Wände nicht so hoch waren. Auf meiner Höhe rechts schlief Marie-Pierre, die, wie ich, Italienisch als dritte Fremdsprache ausgewählt hatte. Wir haben uns abends häufig mit Konjugation über die Wand getestet.

Auf dem Bild stehen wir vor meinem Zimmer. Es ist abends. Ich glaube, Caroline hatte das Foto gemacht. Anscheinend schminke ich mir meine Augen ab. Neben mir, an der Heizung angelehnt, steht Sandra. Sie kam uns ursprünglich suspekt vor, weil sie aus dem Norden kam (in Wirklichkeit, irgendwo mittig in Frankreich). Wir haben uns angefreundet. Das große Mädchen gegenüber von uns ist Iris. Sie kam aus Holland, und es ist alles, woran ich mich noch erinnere. Sie hat auf Jean-Christophe, einen Kommilitone von mir, einen großen Eindruck gemacht. Einige Jahre nach dem Gymnasium habe ich ihn zufällig auf einer Mediziner-Party in Nizza getroffen, und alles, was er mich fragte, war, ob ich wüsste, was aus Iris geworden war. Noch ein paar Jahre später habe ich Jean-Christophe in Metz getroffen (Zufälle gibt’s…) und er fragte mich immer noch nach ihr. Ich habe keine Ahnung. Nach dem Gymnasium habe ich kaum Kontakte mit meinen Mitschülerinnen gehabt.

Nach meinem ersten Jahr in der Oberstufe haben wir ein nagelneues Gebäude als Internat bekommen. Wir haben Mini-Appartments bekommen, mit zwei Doppelzimmern (mit getrennten Betten), einer Dusche und eine Toilette für vier Mädchen. Es hat sich wie der reine Luxus angefühlt.