Kaffee

Ich trinke gerne Kaffee. Morgens, bevor ich die Wohnung verlasse. Eine zweite Tasse morgens bei der Arbeit. Mittags meistens noch ein Espresso nach dem Essen. Danach nichts mehr.

Erst als Doktorandin hatte ich wirklich angefangen, Kaffee zu trinken. Der Kaffeeraum (offiziell „kleiner Seminarraum“) war ein gerne benutzter Treffpunkt. Manchmal haben wir noch vor abends Kaffee gemacht (es war nicht ungewöhnlich, wenn ich nach 22:00 das Institut verlassen hatte). Die Gewohnheit habe ich als Postdoc behalten, obwohl ich nicht mehr so lange bei der Arbeit geblieben bin.

Irgendwann kam es mir merkwürdig vor, dass ich nicht mehr richtig schlafen konnte. Wenn ich es jetzt in einem Beitrag namens „Kaffee“ erzähle, ist es klar, woran es lag, aber damals war es mir ein Rätsel. Mehrmals konnte ich bis 04:00 oder 05:00 keinen Schlaf finden, habe dann sehr unruhige Träume gehabt und bin völlig erschöpft aufgewacht, als der Wecker um 08:00 geklingelt hat (ich wohnte ganz nah am Institut). Es war noch vor der Geschichte mit dem nächtlichen Klavierspieler. „Magnesiummangel“, dachte ich. Das hatte ich einmal im Studium gehabt, im vierten Jahr, und der Arzt hatte mir Magnesium verschrieben. Es hatte gut gewirkt. Diesmal nicht.

Bis ich verstanden habe, dass es am Kaffee lag, hat es lange gedauert. Ich wollte es am Anfang nicht glauben. Es ist aber wirklich so, dass ich sehr lange nicht einschlafen kann, wenn ich ab dem späten Nachmittag Kaffee trinke. Mit einer Korrelation von 1. Oder beim Cola (trinke ich sowieso extrem selten), oder Tee, oder sogar Orangensaft. Ich bin halt überempfindlich. Auch andersrum. Einmal hatte mir mein Kollege Sebastian im Hochsommer vorgeschlagen, frisch gemachten kalten Lindenblättertee zu trinken. Nachdem er meine Bedenken weg gelacht hat (er hatte nie Wirkungen davon gehabt), habe ich es probiert und fand es lecker. Kurz danach habe ich angefangen, ununterbrochen zu gähnen und musste anschließend ganz früh nach Hause, weil ich nicht mehr in der Lage war, zu arbeiten.

Jetzt haben wir eine Nespresso-Maschine, und ich finde es toll, abends eine koffeinfreie Tasse Kaffee zu trinken. Na ja, bis Anfang dieser Woche. Bei der letzten Benutzung hat sie einen komischen Geräusch gemacht, vermutlich ist ein Schlauch fürs Wasser geplatzt oder ähnliches, jetzt ist es vorbei mit den Espressi abends. Schade. Es passte hervorragend zum Zitronensorbet. Gestern haben wir bei einem Italiener[1] in der Nähe gegessen. Ich habe gefragt, ob sie Decaf haben, und der (eigentlich immer unfreundliche) Kellner sagte ja. Ich habe also ein entkoffeiniertes Espresso bestellt. In der Espresso-Tasse war aber definitiv kein Espresso. Es hat furchtbar nach Filterkaffee geschmeckt. Ich habe es trotzdem getrunken. Und bin bis halb drei hell wach im Bett geblieben, während Martin fest schlief, obwohl ich vor dem Essen beim Fitness-Studio gewesen war. Blöder Typ. Ich hätte kein Trinkgeld auf dem Tisch lassen sollen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

2 Gedanken zu “Kaffee

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