Aprikosen

Nach der Arbeit bin ich zum Fitness-Studio gefahren. Das Wetter war schön, aber ich habe mir innerlich den Hinten getreten und habe es geschafft. Bauch, Beine, Rücken, so schnell kann eine Stunde vorbei gehen. Vorsichtig, mein Ischias schmerzt noch. Martin wollte mich gleich mit Kuchen belohnen, ich habe es abgelehnt. Es wäre kontraproduktiv gewesen.

Ich bin mit dem Bus nach Hause gefahren. Beim Aussteigen war die Haltestelle direkt vor dem Kaiser’s. Ich habe gedacht, ich könnte Obst als Ersatz zum Kuchen mitbringen. Es gab Aprikosen. Eigentlich ist es noch nicht die Zeit dafür. Wir hatten einen Aprikosenbaum im Garten, als ich klein war, in Südfrankreich. Ein Traum. So leckere Aprikosen habe ich später selten gefunden. Sehr kleine Früchte, aber unglaublich aromatisch und nicht zu süß. Die Pelle war mit ihren feinen „Haaren“ ein wenig rau. Wir hatten sie immer im Juli gesammelt, erst nachdem die Vögel dran waren. Ich erinnere mich an die braunen Narben an der Oberfläche der Früchte, wo die Vögel sie mit dem Schnabel geschnitten hatten. Sie waren richtig gut. Die Aprikosen beim Kaiser’s heute hatten genau die gleiche rote Farbe wir unsere Sonnengebadeten Aprikosen von damals. Und ein toller Geruch ist in meine Nase eingedrungen. Gekauft. Teuer.

Reingefallen. Natürlich war es viel zu früh für Aprikosen. Ich habe nur einen Biss probiert. Ekelhaft. Hart, faserig, mega sauer. Bläh. Was haben sie denen angetan, dass sie so realistisch verführerisch ausgesehen haben und gleichzeitig so ungenießbar sind? Ich denke lieber nicht darüber nach. Jetzt frage ich mich, was wir mit dem Rest anstellen sollen. Nachreifen tun sie nicht.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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