Heute wieder nicht überfahren

Das grenzt langsam an einem Wunder.

Heute Morgen fuhr ich nicht besonders schnell mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Ich habe mir am Wochenende einen neuen Lenker besorgt, um die Schmerze in den Handgelenken zu vermeiden. Das scheint zu klappen, aber ich muss mich an die geänderte Haltung gewöhnen, es fühlt sich nicht mehr so stabil an. Vielleicht ist er zu hoch gestellt. Heute Morgen fuhr ich also hinter einem helmlosen Opa mit weißen Haaren auf dem Radweg, zwischen geparkten Autos und Bürgersteig. Auf einmal ist eine Autofahrerin nach rechts abgebogen, um zu einem Gebäude zu fahren, und hat den Opa erst gemerkt, als er kurz vor ihr war, obwohl das Sichtfeld an der Stelle sehr gut ist. Sie hat halbwegs auf dem Radweg notgebremst, das Auto hat einen leichten Sprung gemacht und der Motor ist ausgegangen. Schreck für den Opa, zum Glück hat sie ihn gerade nicht erwischt. Er ist weiter gefahren. Ich kam einige Sekunden hinterher und dachte, sie muss jetzt gemerkt haben, dass es hier einen Radweg gibt. Nein. Ich war gerade dabei, den Ausweichbogen vor ihrer Haube auf dem Bürgersteig zu machen (kein Rentner in Sicht), als sie den Motor wieder startete und schnell weiter fahren wollte, wieder ohne vorher rechts zu schauen. Wieder notgebremst, erneuter Motorstillstand. Es war sehr knapp. Die blöde Kuh hat noch geschimpft.

Heute Abend war es ein alter Motorrad- oder Scooterfahrer mit dickem weißem Schnurrbart, der mich auf dem Radweg überfahren wollte. Wieder eine Stelle mit sehr gutem Blickfeld, eigentlich, es hätte echt nicht passieren dürfen. Der Mann kam sehr schnell aus der entgegengesetzten Richtung und hat im letzten Moment auf dem feinen Kiesel vor dem Radweg und links von mir gebremst. Fast wäre er ausgerutscht. Sehr wahrscheinlich wollte er zum Scooter-Laden. Ich habe einen großen Schreck bekommen. Selbst die Autos auf der Straße haben kurz angehalten.

Ich frage mich, ob ich die neue Streikperiode der Bahn heil überleben werde. Es fängt erst morgen an.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Zurück ins Fitness-Studio

Seit dem letzten Umzug bin ich kaum dazu gekommen, zum Fitness-Studio zu gehen. Früher hatte ich einfach auf dem Weg nach Hause dort trainiert. Jetzt ist es ein Umweg, und da ich danach noch eine Stunde mit der S-Bahn bis nach Hause brauche, nehme ich mir nicht mehr die Zeit dafür. Am Anfang des Jahres bin ich in der Mittagspause hin gegangen, zwei oder drei mal pro Woche. Es tat gut, aber das macht jedesmal Pausen von zwei Stunden. Zu lang.

Mit der Tagung habe ich aufgehört. Zwei Monate sind schon vergangen. Am Wochenende sind wir in unserem Viertel spazieren gegangen. Die Hauptstraßen kenne ich, der Rest ist mir noch unbekannt. Ich war überrascht, als ich hinter einer Kirche plötzlich ein weiteres Studio von meiner Fitness-Kette entdeckt habe (ich hätte auch googeln können). Gestern habe ich meine Sporttasche von der Arbeit geholt, früh Feierabend gemacht und dort trainiert. Die Ausstattung ist viel besser als in meinem Stammstudio. Modernere Geräte, viel mehr Platz. Die Kundschaft sieht genau so aus, obwohl die Bezirke sehr unterschiedlich sind. Voll geschminkte Teenies, die Jungs sind noch jünger geworden, ich war bestimmt die einzige über 25. Vielleicht lag es an der Tageszeit. Ich werde meistens nur am Wochenende hin gehen.

Ich hatte ernsthaft darüber nachgedacht, meinen Vertrag zu kündigen. Er läuft noch bis Oktober. Wenn ich zur Arbeit mit dem Fahrrad fahre (und ab morgen wird wieder bei der Bahn gestreikt), dann habe ich täglich 42 Kilometer zu radeln und gehe sicherlich nicht dazu noch ins Fitness-Studio. Jetzt kann ich bequem am Wochenende von zu Hause aus trainieren gehen. Wahrscheinlich kündige ich trotzdem. In meiner früheren Stadt hatte ich schon bessere Studios gesehen. Hier finde ich das Angebot an Kursen sehr mangelhaft und das Personal nicht sehr kundenfreundlich.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.