Abzocke im Taxi

Letztes Jahr hatten alle berliner Zeitungen über Talip M. berichtet, der wegen extravaganten Rechnungen an Reisenden vom Flughafen Tegel ab in 22 Fällen angezeigt wurde und dafür zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Damit war aber nicht Schluss. Betrügerische Taxifahrer in Berlin gibt es immer noch.

Wir hatten letzte Woche einen Wissenschaftler aus einer ausländischen Universität für eine Veranstaltung eingeladen. Ein alter Herr, der längst in Rente hätte gehen können, wenn die Begeisterung für seine Forschungsarbeit nicht wäre. In Tegel gelandet, hat er ein Taxi genommen, um zum Hotel zu fahren. Die S-Bahn streikt ja gerade. Die Rechnung: 160€. Das Vierfache vom maximalen Normaltarif.

Wie der Betrug erkannt wurde, weiß ich nicht. Wahrscheinlich, als er seine Rechnung zu unserer Verwaltung gebracht hat, um die Rückerstattung seiner Reisekosten zu beantragen. Ich weiß nicht, ob er sein Geld jemals wieder sehen wird. Unsere Verwaltung ist der Meinung, dass er hätte wissen sollen, wie viel die Taxifahrt kostet, weil die Information auf unserer Webseite steht. Wenn man weiß, wo man suchen soll, die Seite ist selbst für mich nicht leicht zu finden. Andererseits ist er direkt zum Hotel gefahren, und wenn man von vornherein plant, mit dem Taxi zu fahren, sucht man nicht, wie man zu einem bestimmten Ort ankommt.

Es gab eine Anzeige bei der Polizei, die nicht viel gebracht hat. Nur die Rechnung hatte unser Gast dabei. Ohne Angabe vom Autokennzeichen und von einer anderen Nummer des Taxis, die man drin vorne sehen sollte, kann die Polizei nichts machen. Unser Gast hat sich natürlich nichts davon notiert. Wer macht das schon? Eigentlich sollten wir uns alle diese ganzen  Nummer aufschreiben, jedesmal, wenn wir in ein Taxi einsteigen. Die Erklärung der Polizei: Angeblich kann die Taxifirma nicht nachvollziehen, wer von ihren Angestellten von A nach B um einer bestimmten Uhrzeit gefahren sein kann. Jetzt, wo alle Taxis mit Navis usw. ausgestattet sind?

Den gleichen Unsinn hatte ich übrigens schon von der ASEAG erklärt bekommen, als ich vor einigen Jahren mit meiner Fahrkarte eine Beschwerde einreichen wollte. Seitdem merke ich mir immer die Nummer vom Bus, wenn etwas nicht in Ordnung läuft. Und habe dabei festgestellt, dass bei der ASEAG diese Nummer immer auf der Fahrkarte steht, die man im Bus kauft. Ich habe gedacht, die Angestellte dort müssen die Anweisung haben, möglichst wenige Beschwerde zu bearbeiten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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