Eine Woche Bahnstreik

Na ja, vier Tage diese Woche… Ich hätte wieder mit Bus und U-Bahn fahren können, aber es dauert viel länger und so pünktlich ist der Bus auch nicht. Wir haben seit Monaten Bauarbeiten vor dem Haus und viele Fahrspuren sind gesperrt. Das letzte Mal kam der Bus deswegen zehn Minuten zu spät. Ich habe diesmal beschlossen, mit dem Fahrrad zu fahren. Hin und zurück zur Arbeit, selbst wenn ich dann zweimal am Tag duschen muss. Für diese Woche habe ich knapp 170 Kilometer hinter mir.

Es war toll. Ich fühle mir super. Ich bin sogar unter 75 Minuten für die gesamte Strecke runter gekommen, also fast 20 Kilometer pro Stunde im Durchschnitt (es gibt 38 Ampeln auf dem Weg). Es hilft, dass ich mich nicht mehr verfahre. Ich habe ein Kilogramm zugenommen und das Gefühl, Oberschenkel und Po aus Betonstahl zu haben, obwohl heftige Muskelkater ausgeblieben sind.

Was genervt hat sind Autofahrer, die auf dem Radweg parken (und dabei lächeln wenn sie einen Radfahrer gerade ankommen sehen, und trotzdem auf dem Radweg bleiben), die Schnecken, die man wieder vor sich hat, weil sie sich an keine Verkehrsregel halten und einen bei rot überholen und weiter fahren (das ohne Helm), die halbtauben Opas, die ihre Taschenhunde auf dem Radweg Gassi führen (eine neue Klingel muss jetzt her), die vielen Insekten, die einem ins Gesicht prallen (heute hatte ich sogar eine Spinne, die auf meine Wange herunter gelaufen ist, brrr), die Schmerzen im Handgelenk, trotz guter Federung, weil die Radwege in einem miesen Zustand sind…

Vor allem hat es mir gefallen, unter fallenden Baumblüten zu fahren, neue kleine Straßen zu entdecken, doch meistens alleine auf dem Radweg zu sein, doch auch von fröhlichen fremden Menschen begrüßt zu werden (in Berlin!), und mich jeden Tag immer fitter zu fühlen. Ich merke, wie ich bei der Arbeit die hohen Treppen schnell ohne Mühe hoch laufen kann. Von mir aus kann der Streik länger dauern, ich will jetzt die ganze Sommersaison auf dem Rad verbringen.

Obwohl… Seit einigen Tagen sagt mir ein leichtes ständiges Zucken im Unterleib, dass es vielleicht nicht lange möglich sein wird. Schon merkwürdig, dass ich so früh merke, wenn ich schwanger bin, und andere Frauen ihre Schwangerschaft wochenlang nicht wahrnehmen. Das werde ich auf jeden Fall ausnutzen, um bei der Arbeit erst ab dem dritten Monat Bescheid zu sagen. Falls es diesmal nicht wieder mit einem Spontanabort endet.

Advertisements

2 Gedanken zu “Eine Woche Bahnstreik

Teile deine Meinung mit!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s