Fahrrad-Saison eröffnet

Seit mindestens halb fünf bin ich schon wach. Nicht mehr müde. Die Katze hat genervt. Sie lag voll gestreckt am Ende des Bettes und ich hatte keinen Platz mehr für meine Füsse. Ich musste sie mehrmals schubsen, bevor sie sich einen anderen Schlafplatz gesucht hat. Diesmal hat sie wenigstens meine Beine nicht durch die Decke angegriffen. Martin hat leise geschnarcht. Er ist kurz aufgewacht, hat getrunken, und ist wieder eingeschlafen. Ich lag immer noch wach neben ihm. Um fünf bin ich aufgestanden. Ich verstehe das nicht.

Gestern bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Ich kann nicht gleich anfangen, jeden Tag die Strecke hin und zurück zur Arbeit mit dem Fahrrad machen, das wäre zu hart. Der Plan war, mit der Bahn morgens hin zu fahren und abends mit dem Fahrrad zurück. Dafür brauche ich einen Fahrausweis fürs Fahrrad. Am besten gleich eine Monatskarte, die lohnt sich schon ab fünf Fahrten. Am Automat geht es einfach, wenn man bar bezahlt. Ich wollte die EC-Karte benutzen. Ging nicht, obwohl der Bildschirm das Gegenteil behauptete. Nach drei Versuchen mit verschiedenen Fehlermeldungen (Karte nicht lesbar, Zahlvorgang nicht durchführbar…) und eine verpasste Bahn habe ich den Automat auf der anderen Seite probiert. Kein Problem. In die S1 gestiegen, in Schöneberg umgestiegen, falschen Aufzug benutzt (das Fahrrad ist mir zu schwer für die Treppe), zum nächsten Aufzug gerannt, am Gleis angekommen, Ringbahn verpasst. Nicht schlimm, sie fährt häufig genug. In Treptower Park musste ich wieder den Gleis wechseln. Ich hatte schon keine Lust mehr und habe beschlossen, den Rest mit dem Fahrrad zu fahren. Es tat so gut. Eigentlich hätte ich schon in Hermannstraße aussteigen können, ich wäre früher bei der Arbeit angekommen.

Für die Rückfahrt hatte ich Martin angeboten, mit mir zu fahren. Wir haben uns kurz nach sechs getroffen. Ursprünglich wollte ich meiner Route von Google Maps folgen. Martin meinte, am Kanal entlang wäre es schöner. Man musste aber mehrmals die Seite vom Kanal wechseln, der Radweg war nicht durchgehend und wir mussten häufig halten, um den richtigen Weg zu finden. An einer Stelle, als es klar wurde, dass es am Ufer nicht weiter ging, war ich schon umgekehrt, jedoch ist mir Martin nicht gefolgt. Ich habe an der Brücke auf ihn gewartet, aber er war irritiert, dass ich nicht bei ihm geblieben war. Wozu denn? Es gab keinen Weg mehr. Er hatte sich umschauen wollen, ob man nach den steilen Treppen rechts weiter fahren könnte. Konnte man nicht. Und ich suche mir doch keine Route aus, bei der ich das Fahrrad in Treppen hoch schleppen muss, wenn ich täglich fahren will. Manchmal denkt er komisch. Am Ende haben wir eine Stunde und fünfzig Minuten gebraucht. Mir war kalt und ich war hungrig, meine Muskeln haben am Ende geschrien. Beim nächsten Mal fahre ich alleine. Auf meiner ausgesuchten Strecke meint Google, ich bräuchte eine Stunde fünfzehn Minuten. Wenn es stimmt, entspricht es ziemlich genau was ich mit der Bahn mache, da ich das letzte Stück immer laufe, statt die Tram zu benutzen.

Das ist trotzdem eine lange Strecke. Es reicht, wenn ich nur abends radle. Sonst muss ich noch Zeit für die Dusche bei der Arbeit planen. Zwei mal am Tag duschen ist nicht gut für meine Haut. Heute fahre ich erstmal wieder Bahn. Ich spüre zwar keinen Muskelkater, will mich aber nicht überanstrengen. Und meine übliche Bahn fährt ab heute wieder.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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2 Gedanken zu “Fahrrad-Saison eröffnet

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