Auf Tagung

Dafür habe ich schon wieder das ganze Wochenende gearbeitet, um meinen gestrigen Vortrag zu verbessern. Ich wollte neuere Ergebnisse zeigen. Es hat sich gelohnt, ich habe gute Rückmeldungen bekommen, aber jetzt bin ich ziemlich müde. Es liegt auch daran, dass ich aus irgendeinem Grund morgens extrem früh aufwache. Bestimmt ein Wecker in der Nachbarschaft.

Wir sind am Montag mit dem Zug zusammen gereist – Kate, Uschi, Winfried und ich. Andere Kollegen sind mit Auto gefahren. Vom Bahnhof aus dachten wir zuerst, dass man zu Fuß zum Hotel laufen könnte. Die Strecke war aber lang, es war warm, und Uschi und Winfried sind so schnell vor uns gelaufen, dass wir hinter ihnen mit Gepäck kaum mithalten konnten. Das war ihnen egal. Beim Hotel angekommen war mein erster Gedanke, zu duschen und mich umzuziehen, weil ich zu sehr verschwitzt war und bei dem Geruch nicht in einem Hörsaal sitzen wollte.

Natürlich haben Uschi und Winfried zuerst eingecheckt. Als Kate und ich an der Rezeption dran kamen meinte die Frau, es gäbe keinen freien Zimmer mehr. Es hätte plötzlich einen Ansturm an Gästen gegeben, und wir mussten warten, bis ein Zimmer frei geputzt wurde. Sie schien überrascht zu sein, dass wir da waren, obwohl wir schon seit Wochen reserviert hatten. Lange warten konnten wir nicht, da Kate gleich am Nachmittag einen Vortrag halten musste. Wir haben darauf gewartet, dass Uschi und Winfried aus ihren Zimmern zurück kamen. Unsere Versuche, sie anzurufen, haben sie völlig ignoriert. Zum Glück kamen noch zwei anderen Postdocs aus unserer Gruppe, die schon einen Zimmer hatten, und wir durften bei ihnen duschen und das Gepäck lagern, das sie noch so lieb für uns hoch getragen haben. Einchecken konnten wir erst am Abend.

Von dem Hotel bin ich völlig enttäuscht. Die drei Sterne verdienen sie sicherlich nicht. Im Eingang stehen auf jedem Tisch billige Stoffblumen, die in kleinen Gläsern in einem harten durchsichtigen Gel stecken. Das hätten sie sich sparen können. Auf meiner Etage hängt ein schwerer kalter Zigarettengeruch in der Luft. Der Türrahmen von meinem Zimmer trägt Spuren vom schweren Schlüsselträger, der dagegen schlägt, wenn man die Tür rücksichtslos öffnet. Der Schloss selbst ist sehr schwer zu bedienen. Einmal drin, sieht das Zimmer in Ordnung aus. Die Wände sind leider nicht so schalldicht, und ich habe einen Nachbar, der den ganzen Abend laut vor sich hin furzt. So hört es sich jedenfalls an. Das freie WLAN funktioniert sonst kaum, ist extrem langsam und wird ständig unterbrochen. Dafür zahle ich knapp über 100€ pro Nacht. Es ist gerade Messezeit, daher die Preiserhöhung. Das hat die Frau an der Rezeption einer Kundin als Erklärung gegeben, als diese sich beschwert hatte, weil ihr Zimmer geöffnet war, als sie zurück kam. Und mein Kollege hat mehrmals nach einem Bügeleisen gefragt und diesen trotz Versprechungen nie gesehen. Auf Englisch. Die Frau an der Rezeption war völlig überfordert. Das einzige, was ging, war der Frühstück. Obwohl. Die Sauberkeit vom Geschirr fand ich mangelhaft. Astoria kann ich nun wirklich nicht weiter empfehlen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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2 Gedanken zu “Auf Tagung

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