Autofahren

„Kartoffel“. Das ist das erste Wort, das ich gehört habe, als der Radiowecker an ging. Es waren die Werbungen vor den Nachrichten um 07:00. Ich war schon länger wach. Mein letzter Traum war stressig.

Ursprünglich war ich zu einem kleinen Dorf dienstlich gefahren. Es hatte mir so gut gefallen, dass ich beschlossen hatte, dorthin mit Martin für ein Wochenende zurück zu fahren. Wir sind nachtsüber mit dem Auto seines Vaters gefahren. Es war stockdunkel, man konnte kaum die weißen Markierungen auf dem Asphalt sehen. Martin fuhr viel zu schnell. Ich habe es ihm gesagt, aber es hat ihn nur geärgert. Plötzlich war eine T-Kreuzung da. Links die Straße, rechts die Straße, geradeaus das Meer. Von der linken Seite kam ein Auto. Martin hat nicht gebremst. Er wollte keine Zeit wegen der Vorfahrt verlieren und ist mit voller Geschwindigkeit nach rechts gebogen. Das Auto war dabei nicht so gut zu kontrollieren und wir wären fast ins Wasser gerutscht. Ich habe geschrien, was Martin noch mehr geärgert hat. Es wäre doch nichts schlimmes passiert, meinte er. Wir sind endlich zum Hotel angekommen. Ich wollte aber nicht mehr mit Martin sein und bin alleine zum mittelalterliche Viertel gegangen, das abseits vom Dorf lag, während er noch im Badezimmer von unserem Zimmer war. Das Viertel bestand aus vielen kleinen Holzhütten, alle ohne Etage. Die kleinen Straßen selbst waren aus Baumstämmen gebaut. In einem Lokal habe ich etwas gegessen, in einem anderen ein Bier getrunken. Es wurde spät. Ich wollte in einem der Häuschen übernachten, hatte aber meinen Koffer im Hotelzimmer gelassen. Ich wollte nicht, das Martin mich sieht. Er konnte von mir aus alleine bleiben. Ich habe mich im Hotel hereingeschlichen. Martin war gerade nicht da. Ich habe meinen Koffer geholt und meine Unterwäsche gewechselt.

Zufällig war der Traum nicht. Es passiert ab und zu, dass Martin beim Autofahren zu schnell und aggressiv fährt. Wir wären schon vor drei Wochen beim Verlassen der Wohnung fast in ein Auto gefahren, das zur roten Ampel fuhr. Einfach, weil Martin nach unserer Ausfahrt sofort zur linken Spur der Straße wechseln wollte, ohne zu beachten, dass Autos aus der anderen Fahrtrichtung einige Meter weiter ebenfalls dabei waren, in unsere Richtung abzubiegen. Nur im letzten Moment hat er es geschafft, das langsam fahrende Auto zu vermeiden und vor den abbiegenden Autos an der Ampel zu kommen. Dass ich völlig entsetzt war konnte er nicht verstehen. Es gab noch genug Platz, meinte er. Immerhin hat er sich danach entschuldigt. Gestern kam wieder so eine blöde Situation. Wir waren auf einer vierspurigen Straße rechts sortiert und wollten geradeaus fahren. Vor uns stand ein Auto, das nach rechts blinkte, an der roten Ampel. Geradeaus war die Ampel grün. Links hinter uns kamen rasende Autos. Statt zu bremsen ist Martin aber schneller gefahren, um sich zwischen den ankommenden Autos einzuschleichen. Als er die Spur gewechselt hat, wäre er nicht mehr in der Lage gewesen, rechtzeitig zu bremsen, um das stehende Auto zu vermeiden. Was wäre gewesen, wenn die Fahrer hinter uns sich genau so stur wie er verhalten hätten und beschleunigt hätten, um ihn nicht durchfahren zu lassen? Ein in Berlin durchaus plausibler Szenario. Ich bin in Panik geraten. Die Folgen sind klar: Mein Unterleib hat kurz danach plötzlich heftig gezittert und geschmerzt. Und heute Morgen war meine Temperatur gesunken. Ich habe noch leichte Schmerzen gespürt. Ich gehe jetzt davon aus, nicht mehr schwanger zu sein, warte aber noch erstmal ab, um sicher zu sein. Ich bin richtig sauer. Dass er sich wiederholt entschuldigt reicht langsam nicht mehr, wenn er sein gefährliches Verhalten nicht einstellt. Mit ihm Auto fahren kommt auf jeden Fall nicht mehr in Frage.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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