Eine Andere

Die Freundin von Martin war zurückgekommen. Ich wusste bisher nichts von ihr, musste aber sofort aus unserem gemeinsamen Schlafzimmer ausziehen[1]. Die Frau sah nicht besonders attraktiv aus, klein, mit kurzen schwarzen glatten Haaren und einem langweiligen Gesicht. Sie hat sich in der Wohnung breit gemacht. Meine Sachen habe ich zu einem anderen Zimmer gebracht. Ich habe mich richtig mies gefühlt, vor allem bei dem Gedanke, dass sie ab jetzt mit Martin schlafen würde und ich nicht mehr. Ich konnte es nicht verkraften und habe Martin gesucht, um ihm zu sagen, dass ich mit der neuen Situation nicht zufrieden war. Er war nirgendwo zu finden. Ich habe mich auf meinem Bett geschmissen, wo mein ganzer Kram, noch nicht aufgeräumt, verteilt war. Unter anderen, die aufgebrochene rote Packung Kondome[2]. In dem Moment ist mein Vorgänger ins Zimmer gekommen. Er hat mir erzählt, dass Martin in seiner Diplomarbeit beim Parallelprogrammieren mit Pools gearbeitet hatte. Ich war entsetzt, dass Martin mir bei meinem Projekt nicht geholfen hatte, da ich die ganze Zeit versucht hatte, mit Queues zu arbeiten, womit ich es natürlich nicht schaffen konnte, um parallele Jobs zu starten. Ich wollte noch mal zu ihm und konnte ihn nicht finden.

In dem Moment ist die Katze ins Bett gekommen und hat angefangen, laut zu schnurren und das Kopfkissen zu kneten. Wieder gegen 06:00. Ich habe die Katze gehoben, um sie zum Boden zu bringen. Sie hat sich mit ihren Krallen am Kopfkissen fest gehalten. Ich habe sie stärker gehoben. Dabei hat mein Kopf nicht mehr so stark aufs Kopfkissen gedrückt. Der Impuls wurde zu groß. Die Katze ist samt Kopfkissen geflogen und auf dem Boden am Fuß des Bettes gelandet. Ich habe das Kopfkissen wieder geholt. Spürbar beleidigt, hat die Katze mit einem dezidierten Schritt das Schlafzimmer verlassen.

[1] Die Wohnung hatte übrigens, wie häufig im Traum, nichts mit der Realität zu tun.

[2] Die wir nicht mehr benutzen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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