Angriff am Nordpol

Ich war am Alex. Nein, am Kaufhof am Alexanderplatz. Irgendwie sage ich immer das eine, wenn ich das andere meine. Das wäre mir wieder beinahe passiert, als ich Martin eine Nachricht aus meinem tollen neuen Handy schrieb. Ein bisschen Shopping wollte ich machen. Nichts konkretes.

Nach dem Versenden der Nachricht habe ich die News-App geschaut. Wie häufig in letzter Zeit ging es um Anschläge. Ich habe stattdessen die Navi-App aufgemacht. Im Südpol sah ich etwas merkwürdiges. Da war ein Taucher, der unglaublich schnell in Kreise schwamm. Auch aufs Land. Es war ein Taucher, weil ich seinen Schnorchel sehen konnte. Irgendwann ist er unter das Land verschwunden, in Richtung Ende der Karte ganz am Süden. Gleichzeitig sind viele Flugzeuge aufgetaucht und ihm gefolgt. Ich dachte, ich hätte sie verloren, aber ich habe sie wieder auf der anderen Seite der Karte gefunden, am Nordpol. Irgendwie logisch, man braucht nur die Karte in einem Zylinder parallel zum Äquator zu formen und kann ganz schnell vom Südpol zum Nordpol gehen. Dort haben sie angefangen, eine wissenschaftliche Station anzugreifen. Es war ein Reaktor. Ich habe gesehen, immer noch auf meiner Navi-App, wie sie viele Bomben warfen. Der Reaktor schien durchzuhalten, er war umhüllt mit einer Art Schutzschield, als grüne Linie sichtbar.

Ich habe aus dem Fenster von Kaufhof nach draußen geschaut. Ich war auf der sechsten Etage. Ich habe festgestellt, dass ich von hier aus den Angriff auf die vereiste Station sehen konnte. Ich musste ganz schnell weg von hier. Sollte der Reaktor explodieren, würde ich durch die direkte Strahlung Schaden bekommen, da ich ihn sehen konnte, selbst wenn wir in Berlin weit weg vom Nordpol sind. Ich bin die Etagen herunter gegangen und in irgendeine dunkle Bahn eingestiegen.

Ich habe nicht aufgepasst, in welche Richtung ich gefahren bin. Ich habe plötzlich auf den Fenstern der S-Bahn geschaut und die Umgebung nicht erkannt. Es sah sehr ländlich aus. Wir waren auf einer langen Straße. Das Wetter war toll, der Himmel blau. Links von der Straße erstreckte sich eine rote Wüste. Bevor die Straße nach rechts bog, konnte man einen wunderschönen dunklen braunen Berg mit einer interessanten Form sehen. Ich habe entschieden, hier auszusteigen. Als die S-Bahn hielt, habe ich festgestellt, dass ich barfuß war. Ich hatte keine Zeit, meine Schuhe anzuziehen, und bin einfach so mit den Schuhen in der Hand und dem Rucksack auf dem Rücken zur Tür gerannt. Wir hielten aber nur, weil wir an einer Ampel standen. Die Haltestelle war einige Meter danach.

Als ich, weiterhin barfuß, aus der S-Bahn auf die Straße gesprungen bin, wusste ich immer noch nicht, wo ich war. Ich habe überrascht festgestellt, dass ich doch nicht mit einer S-Bahn sondern mit einem Bus gereist war. Ich habe schnell die Nummer gelesen, um wieder nach Berlin fahren zu können. Es war die M45?, weil die dritte Zahl aus meinem Blinkwinkel nicht mehr ganz zu sehen war. Ich habe mich auf eine Bank hingesessen, um meine Schuhe anzuziehen. Als ich fertig war, habe ich gemerkt, dass ich am rechten Fuß meinen üblichen schwarzen Schuh truh, aber am linken Fuß meine Adidas-Latsche hatte. Zwei Jungen sind zum weißen Tisch neben meiner Bank gekommen. Sie wohnten im Haus hinter mir. Sie hatten zwei Katzen, die sehr merkürdig aussahen. Sie waren ganz dunkel rot. Ich habe zuerst gedacht, dass sie gefärbt wurden, aber selbst ihre Augen waren rot. Die Jungen haben sie in ihre Arme geschmust und ins Haus getragen.

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