BVG-Chaos

Kaum lasse ich das Fahrrad zu Hause stehen, dass es Störungen im ÖPNV gibt.

Im Radio kam die Meldung, dass wegen eines Feuerwehreinsatzes keine S-Bahn zwischen Ostkreuz und Baumschulenweg fuhr. Mir egal, ich muss nicht zur Arbeit. Martin schon. Wir waren heute Nacht bei ihm. Er hat sein Fahrrad genommen, weil wir heute Abend eine Radtour machen wollten. Für den Weg zur Arbeit wollte er die Bahn benutzen. Die übliche Linie, die S46, sollte nach Plan fahren, laut seiner BVG-App. Es wäre auch meine Richtung gewesen, um nach Hause zu fahren.

In Westend angekommen, waren die Anzeigen verwirrend. Die S46 war für den anderen Gleis angezeigt, wo die Züge normalerweise in die andere Richtung fahren, zeitgleich mit der S41. Ein Zug stand leer da. Wir sind zu den Leuten am Gleis gegangen und haben gewartet. Zuerst wurde die S41 angekündigt, die gleich weg fahren sollte. Doch hat die Anzeige ständig gewechselt, zwischen S41 und S46. Keiner wusste, welcher Zug da stand und wegfahren würde, und natürlich war kein Mitarbeiter der BVG in Sichtweite, um die Lage zu klären. Dann kam eine Durchsage: Der Zug nach Westend würde gleich fahren. Wir waren doch in Westend. Eine Frau meinte, es wurde vorher gesagt, dass dieser Zug am Gleis zu einer Endposition gebracht werden sollte. Keiner ist eingestiegen. Es war die S46.

Genervt, hat Martin beschlossen, die nächste S42 mit dem Fahrrad zu nehmen. Ich habe ihm gesagt, er könnte gleich zur Arbeit radeln, da er bei normalem BVG-Betrieb sowieso schneller als mit der Bahn unterwegs ist. Selbst ich schaffe es, schneller als die Bahn mit dem Fahrrad zu fahren. Da die S42 in Richtung Ostkreuz schon aus einem anderen Grund unterbrochen war und Ersatzverkehr mit Bus vorgesehen war, mit dem üblichen verbundenen Chaos, habe ich beschlossen, in die andere Richtung mit der Ringbahn nach Ostkreuz zu fahren, und einen Umweg mit der S3 zu machen. Die S41 war voll. Übervoll. Ich hasse Menschengedrängel. Ich habe mich gegen die Wand vom Wagen angelehnt und mich für eine lange, harte Fahrt vorbereitet. Zum Glück ist eine Frau bei der nächsten Haltestelle ausgestiegen und ich konnte ihren Sitzplatz ergattern. Ich habe mein Tauchbuch weiter gelesen.

Jetzt weiß ich, dass die Bahn-Störung mindestens bis zum Wochenende dauern wird. Kein Suizid, wie ich vermutet hatte, sondern eine Brandstiftung heute Nacht. Ich werde wieder das Fahrrad benutzen müssen. Wenn es mir gut genug geht. Seit gestern Abend merke ich zusätzlich eine konstante leichte Übelkeit, und ich fühle mich ständig satt. Ich muss mich zwingen, um etwas zu essen. Auf Kaffee habe ich plötzlich keine Lust mehr. Angeblich sind die Schwangerschafttests erst nach der ersten verpassten Periode zuverlässig. Aber vielleicht handelt es sich nur um eine Infektion.

Ein Verdacht

Vor zwei Wochen habe ich mich nicht so toll gefühlt. Leichtes Fieber. Ich habe zuerst gedacht, dass es mit dem Fahrrad fahren zu tun hat, weil es deutlich kühler geworden ist. Nach dem zweiten Tauchkurs war ich mit naßen Haaren mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Seitdem habe ich ein komisches Gefühl, als ob ich gerade geniest hätte. Meine Nase fühlt sich ständig gereizt an. Ich niese häufiger, und die Nachwirkung bleibt viel länger als sonst. Erkältet bin ich aber nicht. Es könnte einfach aus dem Chlorwasser vom Schwimmbad kommen.

Ich schlafe momentan länger als sonst. Wahrscheinlich, weil ich noch im Urlaub bin, obwohl ich es nicht mag, zu lange im Bett zu bleiben. Sobald ich wach werde, habe ich den Eindruck, meine Zeit zu verschwenden, wenn ich liegen bleibe.

Seit dem zweiten Tauchkurs habe ich einen Druck im Bauch. Krampfartig, jedoch nicht schmerzhaft. Verstärkte Blähungen. Mit den Ohren habe ich eigentlich gar kein Problem mehr beim Druckausgleich. Beim letzten Kurs am Sonntag ging es noch besser, ich bin mehrmals ab- und aufgetaucht. Ich glaube nicht, dass die Krämpfe im Bauch etwas mit dem Tauchen zu tun haben. Am Wochenende habe ich seltsame Ausscheidungen bekommen. Es sah wie Blut aus, aber hell rosa, nicht wie bei meiner Periode, die zuletzt vor drei Wochen statt gefunden hat. Und ich fühle mich in meinen Kleidern am Bauch geengt. Ich war lange nicht mehr beim Fitness-Studio.

An der Haltestelle heute Morgen habe ich mich wieder stark von den Gerüchen um mich herum belästigt gefühlt. Das ist nichts neues, aber in letzter Zeit häufiger. Heute stand eine stark parfürmierte Person bei den Sitzplätzen unter der Bahn-Brücke. Zigarettenrauch hing in der Luft. Ich bin vorne bei der Ampel geblieben, wo die vorbei fahrenden Autos die Luft bewegt haben.

Ich warte noch eine Woche ab.

Mein Router zickt

Seit einiger Zeit geschehen seltsame Ereignisse mit meinem Router. Die Sache vom letzten Monat mit dem voreingestellten Schlüssel sehe ich noch ein. Es gab sogar einen Hinweis auf der Webseite von O2, die ich wie immer zu spät besucht habe, weil ich das Problem schon selber gelöst hatte.

Letzte Woche ist es mir passiert, dass ich plötzlich keine Internetverbindung mehr hatte. Am Router leuchteten doch die LEDs ganz normal. Ich habe zur Sicherheit einen Filter für MAC-Adressen eingerichtet, und das Passwort für die Konfiguration von Router geändert. Über Firefox. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass es mit diesem Browser nicht so gut funktioniert, weil ich keine Bestätigung über die Änderung vom Passwort bekommen habe. Statt dessen kamen jedes Mal erneut die blanken Felder für die Passwortänderung.

Gestern hatte ich bei einer Google-Suche eine merkwürdige Nachricht, die ich sonst nie gesehen hatte.

Our systems have detected unusual traffic from your computer network. This page checks to see if it’s really you sending the requests, and not a robot.

Ich hatte nur mein Handy als zusätzliches Gerät. Ausgeschaltet. PC wieder hochgefahren: Google weigerte sich immer noch, Suchanfragen durchzuführen. Festplatte mit Virenscanner geprüft: Nichts gefunden. Was am Ende geholfen hat, war, den Cache vom Browser zu löschen. Trotzdem seltsam. Ich habe die Nacht bei Martin verbracht und zur Sicherheit den Router ausgeschaltet, bevor ich zu ihm gefahren bin.

Heute Morgen war ich wieder in meiner Wohnung. Rechner hochgefahren, einige Sachen erledigt, und plötzlich wieder kein Internet. Obwohl die LEDs ganz normal blinkten, was laut Handbuch bedeutet, dass Datentransfer statt fand. Ich habe die Übersicht der Netzwerke geöffnet und ganz überrascht festgestellt, dass es neben meinem „O2-WLAN99“ einen neuen „O2-WLAN99 2“ gab, mit dem gleichen SSID. Den habe ich definitiv nicht selber eingerichtet. Ich habe mir einen sehr langen Netzwerkkabel besorgt und versucht, eine direkte Verbindung vom Router zum Rechner herzustellen, was fehlgeschlagen ist. Mit dem Kabel durfte ich nicht mit dem Router sprechen. Das kann doch nicht sein…Was ich am Ende gemacht habe: Mit dem Reset-Knopf die Routereinstellungen zurück gesetzt, über WLAN einen sehr komplizierten neuen Schlüssel eingestellt, dann den Kabel zum PC eingesteckt, und Wunder, ich konnte diesmal über LAN eine Internetverbindung aufbauen. WLAN habe ich erstmals komplett ausgeschaltet.

Unheimlich

Wir haben gestern Abend in einem türkischen Restaurant in meinem Viertel gegessen. Das Wetter war bedeckt, wie häufig in letzter Zeit. Der Sommer ist vorbei. Wir haben drin gesessen. Einige Gäste sind zur Terrasse gegangen, und sofort wieder rein gestürzt, als die starken Windböen angefangen haben. Geregnet hat es kaum.

Wir sind nicht lange geblieben. Oder besser gesagt, wir waren ungewöhnlich früh da. Um 21:00 haben wir, satt und zufrieden, das Restaurant wieder verlassen und sind zu Fuß zu mir gegangen. Es wurde schon dunkel. Martin hat mein Fahrrad geschoben. Kurz vor meiner Wohnung war die Nacht eingebrochen. Wir haben uns über Pläne fürs Wochenende unterhalten. Ich habe gesagt, dass ich am Sonntag bei mir sein muss, weil ich am Bürgerentscheid teilnehmen will. Ich habe bemerkt, dass ich jede Berechtigung zur Stimmenabgabe wahr nehmen will, wobei ich es noch nicht mal geschafft habe, mich um einen Termin für den Einbürgerungstest zu kümmern. Dabei hat mein Besuch beim Standesamt schon vor zwei Monaten statt gefunden.

Zeitgleich waren zwei Jugendliche auf dem Bürgersteig vor uns. Beide in Sportklamotten; einer war am Rauchen. Ich bin nicht sicher, dass sie volljährig waren. Oder vielleicht knapp Anfang zwanzig. Als ich den Einbürgerungstest erwähnt habe, hat der Rauchende plötzlich angehalten, sich umgedreht und mich hasserfüllt angeschaut. Es war nachts und dunkel. Gesichtszüge konnte man nicht erkennen. Trotzdem habe ich seine Ausländerfeindlichkeit voll ins Gesicht gespürt. Er hat nichts gesagt, sich uns lediglich einige Sekunden lang angestarrt, und ist seinem Kumpel gefolgt, der weiter am Spielplatz entlang gegangen war. Martin hat gar nichts bemerkt, aber ich glaube, ich habe schon einen Sinn für Gefahr entwickelt.

Mein Bezirk ist dafür bekannt, dass viele Rechtsextremiste dort wohnen. Die NPD hat sogar ihre Zentrale hier. Mein Vorgänger war aus diesem Grund aus dem Viertel ausgezogen, als er noch hier arbeitete. Letztes Jahr war ich einfach froh, überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Ich merke trotzdem, jedesmal, wenn ich in meinem Viertel alleine unterwegs bin, dass ich mit den Leuten hier möglichst wenig zu tun haben will. Sie verhalten sich so unfreundlich, wobei man es allgemein in Berlin behaupten kann. Ich habe jedoch eine auffällig starke Konzentration an scheinbar ungebildeten und arroganten Zicken gemerkt, die ich sonst woanders nicht mitbekommen hatte. Alle gleich aussehend, dürr, mit langen glatten Haaren in einem hochgezogegen Pferdeschwanz, voll tätowiert und meistens in Begleitung von kräftig gebauten Männern mit rasiertem Schädel. Keine Verallgemeinerung machen, klar, aber jedesmal schauen sie sich mich feindlich an, wenn sich unsere Blicke zum Beispiel an der Kasse am Supermarkt treffen. Ich weiß, dass ich nicht wie eine Deutsche aussehe. Ich sehe nicht mal wie eine Fransösin aus. Ich habe gedacht, der Jugendlicher, der uns so angestarrt hat, müsste von seiner ganzen Umgebung angesteckt worden sein. Und ich habe blöderweise auf der Straße von einem Einbürgerungstest erzählt.

Wir sind wie immer durch den hinteren Eingang zum Haus weiter gegangen. Der Weg ist kürzer. Da ich mein Fahrrad nicht mehr im Durchgang übernachten lassen kann, habe ich es an meine Parkplatzsperre angeschlossen. Martin hatte sein Motorrad auf meinem Parkplatz gelassen. Wir haben uns weiterhin unterhalten. Plötzlich kam aus der anderen Seite vom Spielplatz der Rauchende auf uns zu, wobei er kurz gezögert hat. Stimmt. Der Spielplatz ist auf beiden Seiten vor dem Haus zugänglich. Er muss uns reden gehört haben. Ich habe nicht gewartet, habe Martin gehetzt, der noch unbesorgt vor dem Haus stand und ausschließlich mit seinem Handy beschäftigt war, und habe die Tür zum Durchgang wieder geriegelt. Ich habe mich ganz schlecht gefüllt.

In die Wohnung angekommen, habe ich kein Licht angemacht und bin direkt zum Fenster gegangen. Erst dann hat Martin gemerkt, dass etwas nicht stimmte. Ich habe gesehen, wie die beiden Jungs das Haus beobachteten. Sie haben sich zuerst im Dunkel vor der Durchgangstür versteckt. Wenn der Rauchende nicht weiter an seiner Kippe gezogen hätte, hätte ich sie vielleicht nicht gemerkt, aber der rote Punkt war nicht zu übersehen. Sie sind hin und her zwischen Tür und Parkplatz gegangen. Ich habe gedacht, dass sie gesehen haben, wie wir das Fahrrad geschoben haben, und etwas Blödes damit anstellen wollten. Martin meinte, sie würden sich nur verstecken, um heimlich zu rauchen und hätten nichts Böses vor. Ich bin nicht überzeugt. Der Spielplatz ist um die Uhrzeit viel geeigneter dafür. Und ich weiß noch, wie sich die ungebildeten jungen Männer in meinem Dorf damals verhalten hatten, als ich zum Gymnasium ging. Stolz darauf zu erzählen, dass sie jemanden geprügelt hatten, oder wieder eine Nacht bei der Polizei verbracht hatten. Wie ein Wettbewerb. Vielleicht dachten sie, dadurch die Mädels beeindrucken zu können. Die gleichen Trottel findet man leider überall wieder.

Ein Auto kam mit Scheinwerfern an, und sie haben sich hinter der Hecke vor der Tür verkrochen. Die Passagiere sind zu einem Nachbarhaus gegangen. Erst als sie weg waren, sind die Beiden aus ihrem Versteck gekommen und haben wieder das Haus beobachtet. Nicht lange, kurz danach kamen zwei weitere Autos an. Als die Leute ausgestiegen sind, sind die beiden Jungs mit gebücktem Rücken in Richtung Spielplatz wieder verschwunden. Anscheinend endgültig.

Es hat lange gedauert, bis ich einschlafen konnte.

Gereizt

Der Traum von heute Morgen ist nur ganz vage in Erinnerung geblieben. Ich weiß vor allem, dass ich die ganze Zeit gereizt war.

Es war tagsüber, das Wetter war nicht schön, windig, kalt und bedeckt, ohne Regen. Ich war mit Martin mit dem Fahrrad durch die Stadt unterwegs, ich weiß nicht, wohin. Es war hart, ich konnte ihm schlecht folgen, und er fuhr vorne, ohne sich darum zu kümmern, ob ich noch hinter ihm war. Leute sind auf dem Radweg gegangen und haben uns überhaupt nicht beachtet. Ich habe sie geschimpft.

Als ich Martin nach einer Kreuzung plötzlich nicht mehr sehen konnte, habe ich beschlossen, ihn alleine fahren zu lassen, und bin zu einem Einkaufszentrum gegangen. Dort gab es eine kleine Konditorei, mit Reihen von Stühlen vor dem Schaufenster. Ein junger Mann saß auf der letzten Reihe und hatte seinen Stuhl auf den hinteren Beinen so weit nach hinten gekippt, dass man nicht mehr durch gehen konnte, um zum Schaufenster zu gelangen. Er hat gesehen, dass ich dahin wollte, ist trotzdem so geblieben und hat den Weg weiter gesperrt, als ob ich nicht da wäre. Die Art von Verhalten, die man in Berlin täglich sehen kann. Es hat mich genervt. Ich habe die Lehne seines Stuhles mit der linken Hand so geschoben, dass er plötzlich wieder aufrecht saß. Er hat nichts gesagt. Ich habe bei der Konditorei etwas gekauft und bin weiter durch das Einkaufszentrum gegangen. Auf dem Rückweg bin ich wieder vor der Konditorei gegangen. Martin kam mir entgegen. Ich habe ihm die Geschichte mit dem jungen Mann erzählt. Dieser, der immer noch aufrecht saß, hat mich gehört und gelacht. Sein Lachen ist erstickt, als er gesehen hat, dass Martin mich geküsst hat.

Später waren wir in einer Art Auditorium an einer Uni. Ich ging mit Martin die seitliche Treppe hoch. Plötzlich kam der junger Mann von der Konditorei hinter uns. Er trug eine Arbeitshose, die mit weißen Farbflecken bedeckt war. Er meinte, wenn ich mich für Martin interessieren würde, und Martin zur Uni geht, würde er auch zur Uni gehen wollen.

Der Traum war kurz vor 08:00 heute Morgen, nachdem ich um 05:00 geweckt wurde und lange nicht mehr einschlafen konnte. Ich vermute, er hatte mit dem gestrigen Tag zu tun. Wir sind tatsächlich mit dem Fahrrad mit Gegenwind gefahren, wenn auch nicht lange, bis zur S-Bahn Haltestelle, um zu mir zu fahren. Es war kalt und bedeckt. Die S-Bahn wurde voll, es hat irgendwann nach Alkohol gestunken (oder nach Alkoholikern), und die Oma, die sich danach neben mir hingesessen hat, meinte auch, das Fenster zu klappen zu müssen. Sie muss ihren Geruchssinn schon längst verloren haben. Ich war froh, als wir eine Station später umgestiegen sind. Ab einer bestimmten Dichte ertrage ich meine Mitmenschen nicht mehr. Außerdem habe ich mich den ganzen Nachmittag ein bisschen fiebrig gefült, und heute hält es an.

Katze beruhigt

Sie hat aufgehört, ihren Schwanz anzugreifen. Es lag doch am Knoten in ihren Haaren. Ich habe gesehen, wie sie zuerst ihren Rücken angefaucht hat, bevor sie den Schwanz in den Pfoten genommen hat. Sie konnte wahrscheinlich die Ursache von der Störung nicht exakt lokalisieren.

Ich habe den Knoten endlich vollständig entfernen können. Sie hatte mir dabei letzte Woche die Hände total zerfetzt. Jetzt hat sie eingesehen, dass ich ihr nichts Böses tun wollte, und hat mir erlaubt, den Rest zu schneiden. Der Knoten war riesig. Sie hat nun eine große Fläche auf dem Rücken, wo die Haare ganz kurz sind und eine andere Farbe haben, weil sie nah an der Haut viel heller sind. Als ich fertig war, hat sie laut geschnurrt und viel geschmust. Ihr geht’s deutlich besser, und ich bin erleichtert, dass es vorbei ist. Unglaublich, was für Folgen eine inkompetente Katzenbetreuung haben kann.

Zweiter Tauchkurs

Es ist viel besser als beim letzten Mal gelaufen. Zugegeben, ich hätte das Lehrbuch weiter lesen sollen, bin aber gar nicht dazu gekommen. Da die Theorieprüfung innerhalb von zwei Wochen statt finden soll, muss ich meinen Urlaub dafür benutzen.

Beim Zusammenbauen der Ausrüstung hatte ich fast alles vergessen. Es liegt sicherlich daran, dass der erster Kurs vor einem Monat statt gefunden hat. Diesmal haben die Übungen viel besser geklappt, nachdem ich mich überwinden konnte, mit der schweren Ausrüstung ins Wasser zu gehen. Ich konnte sogar bis zum Boden des Schwimmbeckens herunter gehen, obwohl ich plötzlich einen Schmerz im linken Ohr gespürt habe, nachdem der Druckausgleich schon gemacht wurde. Merkwürdig. Mal schauen, wie es diese Woche wird. Beim letzten Mal hatte ich einige Tage später ein leichtes Tinnitus bekommen, jedesmal, wenn ich Papier angefasst habe. Das war eine Woche später wieder verschwunden.

Mein Schwanz, dieser Feind

Ich hatte mich schon gefragt, warum ich in der Wohnung heute Morgen so viele Katzenhaare gesehen habe, obwohl ich gestern vor der Arbeit noch gründlich staubgesaugt hatte. Die Antwort: Meine Katze dreht gerade durch.

Ich war im Wohnzimmer, als sie mit ihrem Lieblingsspielzeug im Maul herein gekommen ist (eine kleine Stoffente, die sie als Kätzchen als erstes Geschenk von meiner Mami bekommen hat). Sie hielt die Ente ungewöhnlich fest zwischen ihren Zähnen und knurrte vor sich hin. Ich habe zuerst gedacht, sie hätte Zahnschmerze, aber heute Morgen hat sie ganz normal gegessen. Nach einiger Zeit hat sie die Ente fallen lassen, sich um sich gedreht und ihren Schwanz in beiden vorderen Pfoten gefangen. Gar nicht spielerisch, wie ich es aus ihrer Kindheit kenne. Sie hat ihren Schwanz böse angefaucht, die Krallen richtig reingesteckt, gebissen und dicke Haarbüschel herum gestreut. Dabei muss sie sich weh getan haben, und es kamen noch mehr lautes Geheul und erneutes Angreifen…

Sie muss sich vor kurzem irgendwie am Schwanz verletzt haben. Gestern und heute Nacht hat sie noch nichts von diesem Verhalten gezeigt, obwohl heute Morgen so viele Haare zu finden waren. Gerade hat sie aufgehört, ihren Schwanz anzugreifen, und liegt unter dem Couchtisch. Ganz wohl geht’s ihr nicht, da sie ab und zu den Boden mit dem Schwanz schlägt. Ich fürchte, so bald sie wieder aufsteht, fängt das ganze Theater wieder an.

Das ist ihr schon einmal passiert, einige Jahren her. Damals hatte sie sich genau wie heute verhalten – drei Tage lang, auch nachtsüber. Wenn ich ihren Schwanz untersuchen durfte, konnte ich eine angeschwollene Kruste unter den dicken Haaren spüren. Ich hatte vieles probiert, um sie abzulenken: Leckerlies, intensives Spielen, schmusen, nichts hat geholfen. Was endlich geklappt hatte, war ein Vorschlag von meiner Mami am Telefon: Ein ernster Schlag auf dem Po. Ich wollte es gar nicht machen, aber es war effektiv. Sie hatte mich auf einmal ganz überrascht geschaut, sich in eine Ecke hingelegt und ihren Schwanz gar nicht mehr angefasst.

Jetzt warte ich ab. Vielleicht kann ich ihr die (sehr langen) Haare am Schwanz schneiden, um ihn besser zu untersuchen. Vorrausgesetzt, sie lässt mich dran, und das ist gar nicht selbstverständlich, da ich immer noch dabei bin, Stück pro Stück ihren Knoten auf dem Rücken zu entfernen. Das gefällt ihr gar nicht und sie ist jetzt sehr misstrauisch, wenn ich sie von hinten anfasse. Ich könnte auch versuchen, ihr Schmerzmittel zu geben, damit sie ihren Schwanz vergisst, bis er wieder geheilt ist. Ich muss beim Tierarzt fragen, was ich benutzen kann.