Festival – Tag 0

Auszug aus meinem Reisetagesbuch.

Ich habe wenig geschlafen. Um 02:30 im Bett, um 06:30 wieder aufgestanden. Die Katze habe ich für den Tag versorgt. Ab morgen kommt die Katzensitterin täglich. Ich habe noch den Parkplatzschlüssel und eine Notiz für sie auf dem Küchentisch gelassen.

Um 09:20 war ich mit Croissants bei Martin. Meinen Rucksack hatte ich nur zur Hälfte gefüllt, da er seine Klamotten drin packen wollte. In seiner Tasche hatte er schon das Zelt und die Schlafsäcke. Wir haben gefrühstückt und sind mit dem Bus zum Flughafen gefahren. Auf dem Weg nach Brüssel haben wir Falafel-Brötchen mit Curry bekommen. Bis jetzt der beste Snack, den ich im Flugzeug je bekommen habe. Von Brüssel aus sind wir direkt mit dem Zug nach Leuven gefahren. Vor dem Bahnhof dort standen schon die Busse für den Festival. Unser war so voll, wir sind mit schweren Gepäcken vorne während der ganzen Fahrt nach Werchter stehen geblieben. Es wurde schnell sehr warm. Eine Gruppe von jungen Männern ist mit einem Einkaufswagen voll mit Gepäcken in der Mitte vom Bus eingestiegen und hat mit laut gespielten und mitgesungenen Stücken von Metallica für Stimmung gesorgt.

Der Bus hat uns zum Camping gebracht (The Hive). Wir wollten so schnell wie möglich das Zelt bauen, um das Gepäck los zu werden. Am Eingang vom Camping haben wir unter knallender Sonne Schlange gestanden. Wir hatten blöderweise nichts zum trinken dabei. Die Menschen waren ziemlich diszipliniert. Es gab kein Gedrängel, obwohl gefühlt Tausende von Leuten nur darauf warteten, um zum Camping-Gelände zu gelangen. Der Wartebereich vor dem Eingang war am Boden schon mit platt gedrückten Bierdosen bedeckt. Genervt hat mich nur der fettleibige fünfzigjährige Belgier hinter mir, der ständig versucht hat, vor mir zu kommen. Es ist ihm nicht gelungen. Dazu hat er noch mit seinen zwei Söhnen ständig geraucht. Wir sind durch zwei Eingangsbereiche gegangen. Nach der ersten Schlange war die zweite dran. Ich habe den Sinn davon nicht verstanden. Insgesamt haben wir bestimmt anderthalb Stunden gestanden, um Armbänder als Eintrittspässe für das Camping zu bekommen. Immerhin war das Wetter toll. Auf dem Gelände standen schon viele Zelte. Nebem einem der Hauptwege haben wir einen Platz gefunden, der groß genug war, und das Zelt endlich aufgebaut.

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Direkt danach sind wir mit dem Bus zurück nach Leuven gefahren. Ich fand es toll, dass so häufig Busse zwischen Leuven und Werchter kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Wir sind durch die Stadt spazieren gegangen und haben belgisches Bier getrunken. Die Stadt kannte ich schon, da eine Freundin von mir dort vor zwölf Jahren studiert hat und ich mehrmals bei ihr zu Besuch war. Ein leichter Kopfschmerz hat sich bemerkbar gemacht. Wir haben für das Frühstück eingekauft. Ich bin für unsere Essensausgaben zuständig. Wir sind ja pleite und können es uns nicht leisten, täglich beim Camping-Shop einzukaufen. Dazu haben wir einen Pack von sechs Flaschen Wasser à 1,5 Liter gekauft. Den hat Martin getragen. Das kleine Carrefour Express am Bahnhof war völlig überfordert. Mit nur einer geöffneten Kasse standen Leute bis zum anderen Ende des Ladens Schlange – alle Besucher vom Festival.

Nach einem frühen Abendessen vor dem Rathaus sind wir zurück zum Camping gefahren. Wegen meinen zur Migräne mutierten Kopfschmerzen sind wir früh in die Schlafsäcken geschlüpft. Aspirin habe ich dabei, aber kein Becher, um die Brausetabletten zu lösen. Martin konnte relativ schnell einschlafen. Da die anderen Camping-Bewohner auf Party-Stimmung waren, hat es bei mir länger gedauert.

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