Die Woche ist vorbei

Sie war hart. Mit unserer Lehrveranstaltung sind wir fertig. Die Studenten scheinen ganz wenig verstanden zu haben. Weil ich im letzten Semester die Vorlesungen von meinen Kollegen an der Uni mir angehört hatte, weiß ich, dass sie eigentlich die nötigen Grundkenntnisse hatten, um bei uns optimal arbeiten zu können. Diesmal waren sie wohl überfordert. Das habe ich früher an der Uni häufig genug festgestellt. Es gibt Jahrgänge, in denen Studenten sehr gut sind, und andere, bei denen ich mich frage, wie sie überhaupt so weit im Studium kommen konnten. Ich kann mir nicht erklären, warum die Fähigkeiten von Studenten von einem Jahr zum anderen so stark variieren können. Da es in unserem Interesse ist, dass alle in dem Kurs etwas Nützliches lernen[1], müssen wir uns überlegen, wie wir beim nächsten Mal den Kurs besser gestalten können. Ich habe schon heute Nachmittag mit Winfried darüber diskutiert. Uschi wollte, dass wir nächste Woche alle zusammen darüber reden. Immerhin hat er eingesehen, dass ich eine harte Zeit hatte, um mich alleine um die praktischen Aspekte des Praktikums zu kümmern[2]. Das meinten die Studenten auch. Beim nächsten Mal sollen die neuen Postdocs mithelfen.

In meinem Projekt bin ich diese Woche natürlich nicht weiter gekommen. Ich habe trotzdem genug am Montag darüber zu erzählen, da ich neulich eine zusätzliche Funktion in meinem Programm eingebaut habe. Wir wollten ursprünglich regelmäßige Treffen über meine Arbeit organisieren, aber seit einigen Wochen gab es immer eine gute Ausrede, warum wir es ausfallen lassen mussten. Hoffentlich klappt es nächste Woche, bevor mein Urlaub anfängt. Außerdem muss ich noch am Wochenende eine Bewerbung schreiben.

Ich konnte heute kurz nach der Mittagspause schon Feierabend machen. Bei meinen Überstunden kein Luxus. Ausnahmsweise für diese Woche bin ich mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Die Sonne schien und die Temperatur war sogar angenehm. Ich habe eingekauft. Martin muss morgen früh zur Arbeit und will danach bei mir frühstücken. Heute Nacht ist er wieder bei sich zu Hause. Hmm. Er will morgen Abend zur Geburtstagparty von einem Cousin gehen. Ich bin nicht begeistert. Vermutlich wieder eine Feier, bei der ich niemanden kenne, bei der wir lange bleiben werden und spät nach vielen Bieren ins Bett gehen werden. Dazu habe ich echt keine Lust.

[1] Master-Arbeiten bieten wir an, auch wenn ich mir bei dem einem oder anderen Teilnehmer wünsche, dass sie auf die Idee nicht kommen, bei uns eine Arbeit zu machen.

[2] Das hatte er beim letzten Mal schon gesagt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.