Zu Hause

Ich hatte ja angedeutet, dass ich keine große Lust hatte, zur heutigen Party zu gehen. Ich habe mich trotzdem bereit erklärt, Martin dahin zu begleiten. Seinen Cousin kenne ich noch nicht, und er feiert heute seinen Geburtstag, er wurde diese Woche vierzig. Wir haben gerade zwei Jahre Unterschied. Er ist in einem ganz anderen Bereich tätig, da er Künstler ist. Ein bisschen neugierig bin ich schon.

Da Martin nachmittags noch einiges zu tun hatte, sowie ich, haben wir uns nach spätem Frühstück und heißem Mittagsschläfchen darauf geeinigt, dass er mich abends gegen halb neun zu Hause abholt. Ich habe mich um meinen Haushalt gekümmert: Geschirr gespült, staubgesaugt, Waschmaschine geleert, aufgeräumt, Katzenklo geputzt, Müll entsorgt… Und dann mich einfach entspannt. Nagellack aufgetragen. Beine enthaart. All die Sachen, für die ich selten Zeit finde.

Erst um neun rief Martin an, um mir zu sagen, dass er gerade zur Arbeit musste. Irgendwie blöd. Diese Woche ist er mit der Rufbereitschaft dran: Falls unsere Nutzer technische Schwierigkeiten haben, kontaktieren sie ihn, und er muss hin. Eine Stunde später, als er fertig war und mit dem Auto auf dem Weg zu mir war, musste er plötzlich wieder umkehren, weil ein neues Problem bei den Geräten aufgetreten ist. Er hat sich noch nicht wieder gemeldet. Ich gehe jetzt ins Bett. Kein Bock mehr.

Die Woche ist vorbei

Sie war hart. Mit unserer Lehrveranstaltung sind wir fertig. Die Studenten scheinen ganz wenig verstanden zu haben. Weil ich im letzten Semester die Vorlesungen von meinen Kollegen an der Uni mir angehört hatte, weiß ich, dass sie eigentlich die nötigen Grundkenntnisse hatten, um bei uns optimal arbeiten zu können. Diesmal waren sie wohl überfordert. Das habe ich früher an der Uni häufig genug festgestellt. Es gibt Jahrgänge, in denen Studenten sehr gut sind, und andere, bei denen ich mich frage, wie sie überhaupt so weit im Studium kommen konnten. Ich kann mir nicht erklären, warum die Fähigkeiten von Studenten von einem Jahr zum anderen so stark variieren können. Da es in unserem Interesse ist, dass alle in dem Kurs etwas Nützliches lernen[1], müssen wir uns überlegen, wie wir beim nächsten Mal den Kurs besser gestalten können. Ich habe schon heute Nachmittag mit Winfried darüber diskutiert. Uschi wollte, dass wir nächste Woche alle zusammen darüber reden. Immerhin hat er eingesehen, dass ich eine harte Zeit hatte, um mich alleine um die praktischen Aspekte des Praktikums zu kümmern[2]. Das meinten die Studenten auch. Beim nächsten Mal sollen die neuen Postdocs mithelfen.

In meinem Projekt bin ich diese Woche natürlich nicht weiter gekommen. Ich habe trotzdem genug am Montag darüber zu erzählen, da ich neulich eine zusätzliche Funktion in meinem Programm eingebaut habe. Wir wollten ursprünglich regelmäßige Treffen über meine Arbeit organisieren, aber seit einigen Wochen gab es immer eine gute Ausrede, warum wir es ausfallen lassen mussten. Hoffentlich klappt es nächste Woche, bevor mein Urlaub anfängt. Außerdem muss ich noch am Wochenende eine Bewerbung schreiben.

Ich konnte heute kurz nach der Mittagspause schon Feierabend machen. Bei meinen Überstunden kein Luxus. Ausnahmsweise für diese Woche bin ich mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Die Sonne schien und die Temperatur war sogar angenehm. Ich habe eingekauft. Martin muss morgen früh zur Arbeit und will danach bei mir frühstücken. Heute Nacht ist er wieder bei sich zu Hause. Hmm. Er will morgen Abend zur Geburtstagparty von einem Cousin gehen. Ich bin nicht begeistert. Vermutlich wieder eine Feier, bei der ich niemanden kenne, bei der wir lange bleiben werden und spät nach vielen Bieren ins Bett gehen werden. Dazu habe ich echt keine Lust.

[1] Master-Arbeiten bieten wir an, auch wenn ich mir bei dem einem oder anderen Teilnehmer wünsche, dass sie auf die Idee nicht kommen, bei uns eine Arbeit zu machen.

[2] Das hatte er beim letzten Mal schon gesagt.

Termin

Laut Wikipedia ist ein Termin

ein festgelegter Zeitpunkt im allgemeinen Zeitverlauf und wird durch ein Kalenderdatum und eine Uhrzeit bezeichnet. Termine kommen meist in einem geschäftlichen Kontext vor, wo sie der zeitlichen Festlegung sowohl von Besprechungen als auch von Zahlungen, Leistungen oder Lieferungen dienen […]

Heute Morgen hatte ich einen Termin bei dem Dermatologen, den ich zuletzt besucht hatte. Um 08:50, da ich bei der Terminvereinbarung explizit gefragt hatte, möglichst früh dran zu kommen, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Das letzte Mal hatte ich in der Mittagspause schon lange genug warten müssen, aber morgens direkt nach der Eröffnung der Praxis sollte es schnell gehen. Da ich zur Zeit eine intensive Lehrveranstaltung betreue und die Studenten bei ihren praktischen Arbeit unterstütze, kann ich es mir schlecht erlauben, unterwegs zu sein. Um die Zeit zu überbrücken, hatte ich einen Kollegen gefragt, seinen Vorlesungsteil zur ersten Stunde zu verschieben, damit meine Abwesenheit keine schlechte Auswirkung hat.

Um meinen Schlafmangel auszugleichen, habe ich heute länger geschlafen und bin ohne Frühstück zum Termin gefahren. Mit dem Regen hatte ich gestern mein Fahrrad bei der Arbeit gelassen und musste daher die Tram benutzen. An der Haltestelle kam gerade eine Tram an, als ich 200m entfernt an der Ampel wartete. Um diese blöde Kreuzung zu überqueren braucht man immer ewig. Ich bin beim Grün in Richtung Haltestelle gesprintet. Die Nummer von der Tram habe ich bei der Entfernung nicht gut lesen können. Die Anzeige war nicht beleuchtet und die Scheibe war schmutzig. Es sah aber sehr wie meine Tram-Nummer aus. Der Fahrer hat mich kommen gesehen und hat ausnahmsweise gewartet, unglaublich. Andere Fahrer sind schon an mir vorbei los gefahren, nachdem sie mich kaum 10m vor ihnen noch wahrgenommen haben. Es hat mich gerührt. Leider war es doch nicht meine Tram. Als ich näher kam, habe ich gemerkt, dass es eine 8 statt eine 0 gab. Der Fahrer hat umsonst auf mich gewartet. Die nächste Tram, die kam, war auch nicht meine, aber sie war neuer. Sie hatte eine LED-Anzeige und man konnte sie wunderbar von weitem erkennen. Es wird Zeit, dass die alten Fahrzeugen der BVG erneuert werden. Wie auch immer. Zum Termin bin ich pünktlich angekommen.

Am Empfang habe ich zuerst meine Krankenkassenkarte an der Theke gelassen und meine Jacke im Warteraum gelassen, da die Frau am Telefon war. Als sie fertig war, habe ich ihr die Karte gereicht und gesagt, ich hätte gleich einen Termin. Sie hat die Karte eingelesen, sie mir ohne Wort zurück gebegen, und ich habe mich hingesessen. Nach zwanzig Minuten habe ich bei der Frau gefragt, ob mein Termin wirklich um 08:50 war. Den Zettel vom letzten Mal hatte ich dabei, aber ich wollte prüfen, ob sie den gleichen Termin gespeichert hatte, um ein Missverständnis wie bei der letzten Praxis zu vermeiden. Mein Termin war wirklich um 08:50, aber erst als ich nachfragte, gab sie mir zu, dass der Arzt heute schon eine Verspätung von dreißig Minuten hatte. Ich sollte doch noch zehn Minuten geduldig bleiben. Das hätte sie mir gleich bei meiner Ankunft sagen können. Da ich bei der Arbeit unter Zeitdruck war, habe ich gereizt reagiert. Nach den zehn weiteren Minuten bin ich immer noch nicht gerufen worden. Dafür wurde ein Mann zum Besprechungsraum gebeten. Es hat mir gereicht. Es ist unverschämt, wie mit der Zeit von Patienten umgegangen wird. Ich habe den Zimmer verlassen und bin zur Arbeit gegangen. Ich kann mir wieder eine andere Praxis aussuchen.

Stimmungstief

Vielleicht liegt es am Wetter. Seit einer Woche macht es mir keinen Spaß, draußen zu sein. Das Wochenende war nicht so toll. Wieder Jacken anziehen, Regenschirme mitnehmen… Dauerregen habe ich nie besonders gemocht. Als ich heute Morgen gegen 07:15 das Haus verlassen habe, regnete es schon länger kontinuierlich stark. Es hat den ganzen Tag gedauert.

Hinzu kommt der Stress von der Arbeit. Ich bin nicht mehr an einer Uni tätig, aber ganz frei von Lehrveranstaltungen bin ich nicht. Jedes Semester organisieren wir in Zusammenarbeit mit mehreren Instituten ein großes Praktikum für Studenten. Diese Woche ist es wieder so weit. Ich bin für die Vorbereitung von unserem Teil zuständig und kümmere mich schon seit einiger Zeit um die Details. Räumlichkeiten buchen, Wochenplan vorbereiten, sicher stellen, dass Rechner zur Verfügung stehen, Sicherheitsaspekte klären, Vorlesungen bearbeiten, Skripte drucken, spät im Büro bleiben, Schlafmangel… Und dann kommt ein Tag wie heute. Vormittags Vorlesung gehalten. Ich habe absichtlich einige Sachen mehrmals auf verschiedenen Weisen wiederholt, um sicher zu sein, dass ein bisschen davon in den Köpfen übrig bleibt und verstanden wird. Von den Studenten selbst durchgeführten Experimenten wurden am Rechner ausgewertet. Die Erbegnisse wurden diskutiert. Mittagspause. Nachmittags war Winfried mit seiner Vorlesung dran. Er hat viele Begriffe benutzt, die ich heute Morgen eingeführt habe. Die Studenten haben sich verhalten, als ob sie sie zum ersten Mal hören würden. Bei Winfrieds Versuchen, die Diskussion interaktiv zu gestalten, meinten sie, es wäre ihnen alles neu. Dabei haben sie nicht mal in ihren Unterlagen durchgeblättert. Alles, was er gefragt hatte, hatte ich schon drin erklärt. Wie dumm kann man sein?

Mit Martin habe ich auch Schwierigkeiten. Kann sein, dass es daran liegt, dass meine Tage diesen Monat nicht richtig enden wollen. Leichte Blutungen habe ich immer noch. Oder der Stress spielt eine Rolle. Sex ist seit dem Wochenende nicht wirklich befriedigend. Er scheint Probleme zu haben, eine Erektion länger als eine Viertelstunde lang zu behalten, was unsere typische Koitusdauer entspricht. Das letzte Mal war am Montag. Letzte Nacht bin ich alleine bei mir gewesen, da ich abends noch vieles für die Vorlesung vorbereiten musste. Dienstags hat er sowieso immer Sport. Heute hat er den Wunsch geäußert, bei sich zu bleiben, weil er zu Hause einiges zu tun hat. Morgen weiß ich schon, dass er mit einem Freund Fußball gucken will. Ich will nicht mit. Es interessiert mich nicht, und ich muss am Freitag wieder ganz früh zur Arbeit. Ein bisschen merkwürdig finde ich es schon, dass er auf einmal kein Interesse zeigt, mit mir zu sein, wenn wir sonst fast jede Nacht miteinander verbracht haben. Andererseits kann ich es mir nicht heimlich wünschen, mehr Zeit für mich zu haben, und irritiert sein, wenn er offensichtlich das gleiche Bedürfnis empfindet.

Ich habe ihm heute noch gesagt, dass wir in letzter Zeit zu viel Geld ausgeben. Ich finde es schlimm, dass wir jedes Wochenende unterwegs waren. Ständig hat er etwas vorgeschlagen und mich darum gebeten, mit ihm irgendwohin zu fahren. Es hat mich nicht nur gestört, weil ich wegen ihm meine Routine völlig geändert habe und müde bin, sondern auch, weil es auf Dauer ziemlich teuer wird. Ich habe im letzten Monat mehr als mein Gehalt ausgegeben. Es reicht. Es hat mir zugegeben, dass er selber den Überblick über seine Ausgaben verloren hatte. Ich hatte mich schon gewundert, wie er es mit seinem geringeren Gehalt schaffen würde. Vielleicht trägt alles zusammen dazu bei, dass ich mich momentan nicht so gut fühle und unsere Beziehung eher pessimistisch betrachte.

Neulich in meiner Mailbox

Heute kam in meine t-online Mailbox eine Rechnung der deutschen Telekom. Dachte ich zuerst. Sie sah genau so aus, aber eigentlich hatte ich meine Einstellungen so gewählt, dass meine Rechnungen zu einer anderen Email-Adresse geschickt werden. Außerdem bin ich seit letzter Woche nicht mehr Kundin bei der deutschen Telekom. Und im Betreff stand „Ihre Telekom Mobilfunk RechnungOnline Monat Juni 2014 (Nr.: 9134823797050)“, was definitiv nicht stimmen konnte, da ich nie bei der deutschen Telekom einen Handy-Tarif hatte, nur Festnetz. Der Spam/Phishing-Verdacht war also groß, als ich mir die Email genauer angeschaut habe. Der Betrag der Rechnung betrug 162,99€. Enorm. Wäre ich Handy-Kundin der deutschen Telekom gewesen, wäre ich gleich zur Decke gesprungen. Wenn die Email tatsächlich von der deutschen Telekom gestammt hätte. Die Absender-Adresse war celine.hess@ebos.lu, nicht rechnungonline@telekom.de. Außerdem war der Betreff falsch, dennn drin hätte „Buchungskonto“ stehen sollen. Und statt der üblichen PDF-Datei, war eine zip-Datei im Anhang vorhanden. Bestimmt mit einem Virus versehen. Ich habe es nicht versucht, sie zu öffnen. Die Nachricht wurde gleich gelöscht.

Beim Standesamt

Ich hatte es seit einiger Zeit geplant, erst gestern kam ich dazu. Es wurde auf der Internetseite darauf hingewiesen, dass Anträge auf Einbürgerung erst nach einer persönlichen Besprechung gehändigt werden. Ich hatte Martin gebeten, mich dahin zu begleiten, da ich schon schlechte Erfahrungen mit Ausländerbehörden gemacht hatte. Was sich manche Bearbeiter der Stadt erlauben, wenn sie einzelne Ausländer sich gegenüber haben, muss man erlebt haben, um es zu glauben. Ich bin selbst vor elf Jahren nach Beendigung meiner Promotion in Aachen von der damaligen Bearbeiterin für französische Bürger beim Ausländeramt hysterisch angebrüllt worden, ich sollte zurück kehren, wo ich her komme. Einen Zeugen wollte ich diesmal dabei haben.

Es ging ziemlich schnell. Wir haben lange gesucht, bis wir den richtigen Zimmer gefunden haben. Die Frau hat sich freundlich verhalten. Sie hat mir Fragen gestellt, um vor allem sicher zu sein, dass ich kein Geld vom Staat abzocken will: Was ich beruflich mache, wie lange ich Steuer bezahlt habe… Als ich sagte, dass ich promoviert bin, meinte sie gleich, kluge Leute wären gefragt. Die Frage nach meinen terroristischen Aktivitäten wurde auch gestellt. Wir haben schnell gesehen, dass nichts gegen eine Einbürgerung spricht. Was ich natürlich mit Belegen beweisen muss. Der Antrag ist zwölf Seiten lang, davon drei als Merkblatt. Ein Führungszeugnis wird sie beantragen. Ich kenne das schon, schließlich wird jeder auch so geprüft, der in einem Forschungsreaktor Experimente machen will. Die Einbürgerungsgebühren betragen 255€. Ich bin gespannt, wie es laufen wird. Es dauert ein halbes Jahr, bis der Antrag bearbeitet wird.

Aua

Momentan geht’s mir nicht so toll. Der Anfang der sommerlichen Saison war heftig.

Es hat schon letzte Woche angefangen, als ich nachmittags im Büro einen Mückenstich auf dem linken Bein an der Außenseite entdeckte. Ich habe zuerst nichts besonderes gedacht, aber es hat sich genau so schlimm wie letztes Jahr entwickelt. Die Berliner Mücken sind richtig fies. Am Samstag war der Stich 5 cm groß im Durchmesser. Ganz rot und warm, 5 mm dick geschwollen, und juckend ohne Ende. Und ich dachte, ich hätte keine Allergie. Beim nächsten Besuch beim Dermatologe nächste Woche werde ich es erwähnen müssen. Martin geht auch zu ihm für seine Allergien, vielleicht kann er mir etwas dagegen verschreiben.

Am Wochenende waren wir bei einer Freundin von Martin zu Besuch. Es gab eine Bootfahrt. Das Wetter war toll. Natürlich war ich leicht bekleidet, mit Spaghetti-Top und Rock. Ich hätte es erwarten können. Drei neue Stiche beschmucken jetzt meine Beine. Martin ist verschont geblieben. Der Stich von letzter Woche hat nachgelassen, ist aber noch gut sichtbar. Die drei neue Stiche sind so schlimm geworden, dass Mieke mir unbedingt einige Rezepte mitteilen musste. Ich sollte pürierte Zwiebeln auftragen. Essig ginge auch. Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Am Montagabend habe ich Essigessenz gekauft und auf die Stiche geschmiert. Es schien besser zu werden. Als ich aber ins Bett ging und die Beine unter der Decke hatte, haben sie plötzlich wieder völlig gejuckt. Ich bin aufgestanden und habe erneut Essig benutzt. Ein Stich ist dabei geplatz und hat höllisch gebrannt. Er hatte kleine Blasen entwickelt. Ich habe alle mit Pflastern bedeckt und konnte endlich schlafen. Gestern hat der geplatzte Stich so viel Flüssigkeit herausgegeben, dass meine Hose trotz Pflaster etwas davon bekommen hat. Ich habe alle Pflaster weg geworfen, die Hose hoch gekrempelt und den ganzen Nachmittag die Flüssigkeit mit einem Taschentuch gesaugt.

Mein IT-Kollege hat mir gestern von einem Gerät gegen Stiche erzählt, dass sich besser als Essig oder Zwiebeln anhört. Davon ist er auf jeden Fall begeistert. Es handelt sich um ein Verbrenner, der die Stiche erhitzt und die Allergene unwirksam macht. Ich werde es beim nächsten Mal definitiv ausprobieren.

Damit war’s aber nicht alles. Auf der Bootfahrt am Wochenende habe ich einen riesen Sonnenbrand bekommen. Martin auch. Ich hatte nicht erwartet, dass das Boot so wenige Schattenplätze anbieten würde. Sonnencreme hatten wir nicht mitgebracht. Ich bin immer noch rot im Nacken, auf die Schulter und im oberen Brustbereich. Es schmerzt. Mieke wusste noch einen guten Heilmittel gegen Sonnenbrand: Quark drauf schmieren. Die Idee fand ich merkwürdig. Probiert haben wir sie, am Montagabend. Martin hat mich eingequarkt. Dass es sich so kühl anfühlte, fand ich toll. Ich habe aber keine Besserung feststellen können. Trotz Duschen habe ich noch am nächsten Tag einen unangenehmen Geruch an meiner Haut gemerkt. Ich empfehle es nicht weiter.

Und als ich mich am Samstag auf dem Weg zu Martin gemacht hatte, mit unserem neu erworbenen Zelt im Rucksack (wir haben bei seiner Freundin gezeltet), bin ich wegen der ungewöhnlichen zusätzlichen Masse beim Bremsen nach einer Brücke mit dem rechten Knie gegen den Rahmen des Fahrrads geknallt. Schon wieder.

Kein Wunder, dass ich mit all diesen Wehchen zur Zeit gereizt bin. Die wieder gekehrte Periode hilft dabei nicht weiter.

O2 Freischalttermin

Lange habe ich darauf gewartet. Gestern war es soweit.

Den Termin hatte ich mir lange notiert. Vor einem Monat habe ich eine Email mit einer Erinnerung bekommen. Am Sonntagabend haben wir die neue Box angeschlossen. Die Verbindung zum Router konnte problemlos mit der mitgelieferten CD erstellt werden. Danach hieß es, abwarten, bis die Freischaltung erfolgt. Gestern Abend haben wir dann festgestellt, dass es immer noch keine Internetverbindung gab. Mir war schon klar, dass ich irgendwo meine Zugangsdaten eingeben musste. Laut der begleitenden Kurzanweisung konnte ich das von meinem Browser aus unter der Adresse o2.box machen. Firefox gestartet, Adresse eingetippt, und da erscheinte das Konfigurationsprogramm der Box. So weit, so gut. Im Menüpunkt „Internet“ stand:

Um eine Internetverbindung aufzubauen, benötigen Sie Ihre o2-Zugangsdaten. Diese wurden Ihnen mit der Auftragsbestätigung mitgeteilt.

Da ich eine lokale Kopie meiner Emails auf dem Rechner habe, konnte ich diese aus der PDF-Datei kopieren, Benutzername und Passwort. Beim Speichern sah es komisch aus. Eine Internetverbindung konnte immer noch nicht erstellt werden. Martin meinte, wir sollten noch warten. In der Email zur Freischaltung stand, dass die Einrichtung bis maximal 90 Minuten nach Ende des Termines (18:00) erfolgen würde, und es war schon 21:00. Ich habe beschlossen, heute zum O2-Shop zu gehen.

Dort waren wir in der Mittagspause. Martin hätte nicht mitkommen müssen, aber er hatte sich spontan angeboten. Um mir, bei unseren Fahrrädern angekommen, mitzuteilen, dass es vielleicht keine gute Idee wäre und ich doch die Hotline anrufen sollte. Das ist etwas, was mich nervt, wenn er sich ständig kurzfristig umentscheidet. Ich habe ihm gesagt, er könnte gerne bei der Arbeit bleiben und mit den Kollegen essen gehen, ich würde alleine zum Shop fahren. Er ist mitgekommen. Der Händler hat mir dort die Nummer der Hotline in die Hände gedrückt (08005251378). Es war klar. Ich habe es nur lieber, wenn ich mit Personen vor mir rede, bevor ich irgendeine Hotlline anrufe.

Heute Abend war ich alleine, da Martin mit einem Freund verabredet war. Ich habe die Hotline angerufen. Das Stimmenband meinte, ich sollte die 1 drücken, falls ich einen Ausfall melden möchte, sonst die 2 für andere Fälle, die ich nicht verstanden habe. Ich habe die 1 gedrückt. Ich wurde aufgefordert, meine Telefonnummer einzutippen. Moment mal, in der PDF-Datei nachschauen… 030, wie ging’s weiter? Nach drei Sekunden ohne neues Eintippen, als ich noch beim Nachlesen der Telefonnummer war, sagte die Stimme, die angegebene Nummer wäre nicht gültig. Ich habe aufgelegt und wieder angefangen. Als es mir gelingte, meine Telefonnummer anzugeben, kam ein Tonband mit Musik, mit der Ankündigung, die vorrausichtliche Wartezeit würde 10 Minuten betragen. Ich glaube, dass sagen sie immer, egal um welche Uhrzeit angerufen wird. Ich habe das Handy am Rechner angeschlossen, um die Batterie zu laden, habe den Lautsprecher aktiviert und mich gleich für die verdoppelte Zeit eingestellt. Ich hatte recht: Es hat 20 Minuten gedauert, bis ein Mann sich meldete. Von der ununterbrochenen Musik habe ich Kopfschmerze bekommen. Schrill, mit zwischendurch Schießgeräuschen wie in den Computerspielen von den ’80, furchtbar.

Anscheinend hatte der Mann von der Hotline, geschätzt über 50 Jahre alt, große Schwierigkeiten, mich zu hören. Ich musste die ganze Zeit am Telefon schreien. Ich habe ihm den Zustand der Box beschrieben. Er meinte, ich sollte Internet Explorer öffnen. Er meinte ausdrücklich, auf gar keinen Fall Firefox oder Chrome benutzen, es würde sonst nicht funktionieren. Das kam mir komisch vor, aber gut. Ich habe Internet Explorer im Startmenü gesucht und gestartet. Der Mann sagte, der Browser würde nun versuchen, eine Verbindung aufzubauen, und wenn eine Fehlermeldung kommen würde, sollte ich mich melden. Es hat lange gedauert. Als die Fehlermeldung da war, meinte er, ich sollte den Eingabefeld für die Adresse leeren und statt dessen 192.127.1.1 eingeben. Aha… Ich habe mir Bemerkungen gespart. Er konnte mich sowieso schlecht hören. Das Konfigurationsprogramm von der Box erschien, genau wie am Tag davor mit Firefox, als ich meine Zugangsdaten angeben wollte. Mit einem Unterschied: Der Mann sagte, ich sollte kein Passwort angeben. Und plötzlich hatte ich eine Internetverbindung. Was für ein Blödsinn.

Erleichtert, wollte ich gleich nach dem Gespräch Martin anrufen. Mit meinem Festnetz-Telefon. Der funktioniert aber noch nicht. Stimmt. Ich meine, seitdem ich O2 beauftragt hatte, meinen Anschluss von der deutschen Telekom zu übernehmen, hat mein Telefon aufgehört, richtig zu funktionieren. Es gab ja schon das Problem mit der verschwundenen Internetverbindung, als die deutsche Telekom in Kenntniss gesetzt wurde, dass ich mir einen anderen Anbieter ausgesucht hatte. Um das Festnetz-Telefon habe ich mich nie gekümmert. Ich konnte von zu Hause aus anrufen, Martin konnte mich von seinem Festnetz aus anrufen, aber von meinem Handy aus heißt es immer, „Der gewünschte Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar“. Jetzt kann ich nicht mal von zu Hause aus anrufen. Die Hotline erneut zu kontaktieren war mir zu aufwendig. Ich habe das Handy benutzt. Auch bei O2. Zwei mal habe ich Martin angerufen. Jedes Mal haben wir einige Wörter ausgetauscht, vielleicht 10 Sekunden lang, bis ich plötzlich nichts mehr hörte, gefolgt von einem Störungsdreiton und einer Anzeige wegen Verbindungsfehler am Display. Boah das nervt. Ich weiß nicht, wie häufig es in letzter Zeit passiert ist. So häufig hänge ich nicht am Telefon. Früher kannte ich das Problem gar nicht. Erst seitdem ich den neuen Vertrag fürs Handy gemacht habe, häufen sich diese Verbindungsprobleme. Egal, wen ich anrufe: Mei, die auch bei O2 ist, meine Mutter in Frankreich, oder Martin… Aber am Handy kann es nicht liegen, sonst hätte ich nicht gerade über 25 Minuten mit der Hotline telefonieren können (vier Fünftel davon wartend).

Am Strand

Wir waren mit meinen Kollegen unterwegs. Uschi war da, und als Chef hatte er es auch übernommen, den Mini-Bus zu fahren. Gekommen waren noch mein IT-Kollege, Ronald und Martin. Wir haben mehrere Rechner aus dem Keller eines alten Uni-Gebäudes geholt. Das Gebäude stand am Meer. Als wir fertig waren, haben wir Feierabend gemacht. Geschlafen haben wir auch, in einem gemeinsamen Zimmer. Ich weiß noch, wie ich mich geehrt gefühlt habe, dass Uschi sich mich lustvoll angeschaut hat, als ich mich morgens angezogen habe. Martin habe ich kaum gesehen. Er hatte die ganze Zeit am Strand gespielt.

Als wir zurück zu unserem üblichen Arbeitsplatz fahren wollten, war Martin immer noch am Strand. Er trug ein rosafarbenes Kleid mit einer breiten weißen Stoffschleife um die Taille und drehte sich um sich mit gestreckten Armen. Ich habe mich gefragt, warum ich ihn als Lebenspartner gewählt habe. Irgendwas stimmte bei ihm doch nicht. Uschi hat ihn mehrmals gerufen, um zu uns in den Bus einzusteigen. Als Martin dort blieb, sind wir weg gefahren, da er auch die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen konnte. Eine Bushaltestelle war quasi vor dem Haus, wo wir geschlafen hatten.

Salat mit grünen Bohnen, Tomaten und Feta

Die Zutaten (für 2 Personen)

  • 10 Cocktail-Tomaten
  • 400 g grünen Bohnen aus der Dose[1]
  • 75 g Feta
  • 10 naturgereiften schwarzen Oliven (Peloponnes von REWE)
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 Esslöffel Basalmico bianco (weiß)
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, italienische Kräuter (z.B. von Ostmann)

[1] Ja, frische Bohnen sind immer besser, aber meine Mami hatte diesen Salat immer mit Bohnen aus der Dose gemacht, deswegen mache ich den auch so.

Die Zubereitung

  • Olivenöl, Basalmico, Salz, Pfeffer und Kräuter zu einer Vinaigrette mischen.
  • Schalotte in kleinen Stücken schneiden und hinzufügen.
  • Tomaten halbieren, Feta in Würfeln schneiden und mit den Oliven und Bohnen in der Vinaigrette rühren.
  • Am besten den Salat für eine halbe Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen, bevor er serviert wird.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 67,6 267,5 535
Eiweiß (g) 3 12,1 24,1
Kohlenhydrate (g) 4,6 18,3 36,6
davon Zucker (g) 0,8 3,3 6,6
Fett (g) 4,2 16,5 33
Ballaststoffe (g) 1,1 4,5 8,9