Mit Kindern fliegen

Für einige eine Herausforderung, wie ich schon mal erfahren durfte.

Gestern sind wir aus unserem verlängerten Wochenende bei meinen Eltern zurück gekommen. Martin wollte meine Familie kennen lernen, und zum Glück hat sich mein Vater einigermaßen normal verhalten, was bei ihm nicht unbedingt zu erwarten ist. Es gab nicht zu viel von seiner üblichen vulgären Sprache zu merken (es hat auch geholfen, dass Martin nicht perfekt Französisch beherrscht), und von seinem letzten Zwischenfall ist er doch nicht so begeistert gewesen, wie ich vermutet hatte, im Gegenteil. So lange sind wir nicht bei ihm geblieben, da wir bei meiner Mutter auch zu Besuch waren. Aber ich weiche vom Thema ab.

Der Rückflug ging nicht direkt nach Berlin, und wir mussten in Frankfurt umsteigen. Wir sind mit Lufthansa geflogen, da wir uns so spät um die Reiseplanung gekümmert haben, dass es keinen großen Preisunterschied mehr mit anderen Fluggesellschaften gab. Wir waren in der letzten Reihe. Vor uns saßen eine ältere Frau am Gang und ein Mann. Der Sitzplatz am Fenster war unbesetzt. Kurz vor dem Start ist eine Stewardess zum Mann gekommen und hat ihm mitgeteilt, er sollte einen anderen Sitzplatz benutzen, als den, den er schon gebucht hatte. Die Begründung: Nur so könnte eine Frau mit ihrer noch sehr jungen Tochter zusammen sitzen. Hatte die Frau es verpennt, sich um die Sitzplatzreservierung rechtzeitig zu kümmern? Mit Martin hatten wir es erst am Tag davor gemacht, und es waren noch einige freie Paare von Sitzplätzen vorhanden. Gut, es kann sein, dass sie im letzten Moment den Flug buchen musste.

Wofür ich weniger Verständnis habe, ist, wie sie sich dabei verhalten hat. Dass der Mann aus seinem Sitzplatz weg musste, schien ihr völlig normal zu sein, sie hat sich nicht mal für die Störung entschuldigt oder dafür bedankt, dass er den Platz für sie frei gemacht hat. Da sie ursprünglich vorne saß, und alle anderen Gästen schon auf ihren Sesseln waren, hat sie ihr Gepäck mitgenommen, um dann festzustellen, dass es keine Möglichkeit mehr gab, es in ihrer Nähe aufzuräumen. Den kleinen Koffer hat sie einfach mitten im Gang gelassen und sich nicht mehr darum gekümmert. Als ein Mitarbeiter vorbei kam und dies merkte, nahm er den Koffer mit, um ihn weiter vorne zu packen, und sagte der Frau, im Gang könnte er nicht bleiben, da die Gehwege frei bleiben sollten. Wie reagierte die Frau? Sie hat sich über den Mann aufgeregt, und dabei versucht, ihre Sitznachbarin in ihrer Lästerei über die Lufthansa einzuwickeln (was erfolglos blieb).

Genau wie die Frau, die die Windel ihres Kindes mitten im Flugzeug gewechselt hat, hätte sie eigentlich die Mitarbeiter im Flugzeug um Hilfe fragen können. Ob sie auf das zweite Kind während des Umziehens des Anderes in den dafür aufgerüsteten Toiletten aufpassen oder den Koffer woanders packen könnten, bestimmt wäre es ohne Problem und ohne Ärger gewesen. Wollen sie sich dadurch als „starke Frauen“ angeben? Der Eindruck, den ich dabei habe, ist vor allem, dass Erziehung und gute Manieren an ihnen vorbei gegangen sind.

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2 Gedanken zu “Mit Kindern fliegen

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