Beim Dermatologe

Ich habe doch eine Praxis gefunden, die Sprechzeiten anbietet. Ich kann meine ausgemachten Termine ab dem nächsten Monat absagen. Gestern vor der Arbeit war ich dort und habe es geschafft, ziemlich schnell dran zu sein, so dass meine Abwesenheit im Büro nicht mal aufgefallen ist (natürlich hatte ich vorher erwähnt, dass ich mich verspäten könnte).

Vom Besuch selbst war ich sehr enttäuscht. Es hat gerade drei Minuten gedauert. Der Dermatologe hat sich meine Haut von weitem angeschaut, ich habe ihm die ganze Geschichte prägnant zusammengefasst, und er hat mir einen Rezept erstellt, ohne mir überhaupt zu sagen, worum es sich handeln könnte. Eine Creme zum drauf schmieren, und ein Shampoo, für 12€ bei seiner Sekretärin erhältlich, weil ich auch in der kurzen Zeit von meinem Psoriasis erzählen konnte. Die Creme hat er mir gleichzeitig für die Hautausschläge und für die Kopfhaut verschrieben, was mir sehr suspekt vorkam. Das sind doch zwei unterschiedliche Sachen.

Gestern Abend habe ich wie verschrieben die Creme auf die Hautpartien verteilt. Heute nach der Dusche war ich schon sehr überrascht, weil ich festgestellt habe, dass das Jucken fehlte. Ich musste zum Eincremen visuell nach den roten Hautstellen suchen, statt wie noch gestern einfach mit den Fingern die Schwellungen spüren. Ich bin verblüfft. Mit der Kopfhaut wird es bestimmt länger dauern. Ich trage die Creme nur ein, wenn ich weiß, dass ich am nächsten Tag mir die Haare wasche. Wie heute. Bei Martin ginge es nicht. Er wohnt auf der letzten Etage eines Altbaus und sein Vermieter will sich die Mühe nicht geben zu gewährleisten, dass genug Wasserdruck bis zu seiner Wohnung ankommt. Gestern habe ich deswegen auf eine Dusche verzichten müssen, nachdem ich vergeblich fünf Minuten lang in der Badewanne mit offenem Hahn auf Wasser gewartet habe. Für mich ein klarer Fall von Mieteminderung, aber darum hat er sich nicht gekümmert.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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