Endlich ist die Woche vorbei

Äh? Es ist erst Montag!

Ich meine die vierte Woche des online Kurses vom openHPI zum Thema Parallelprogrammierung. Montagabends ist die Frist für die Hausaufgabe. Wie immer habe ich sehr wenig Zeit gehabt, mir die Vorlesungen täglich anzuhören, was mit dem Release meines Programms und das Wochenende mit Martin zu erklären ist.

Letzte Woche ging’s um Beschleuniger. Eigentlich ein spannendes Thema, aber die Vorlesungen wurden von einem neuen Dozenten vorgetragen. Tja. Beim ersten Teil hatte ich schon keine Lust mehr, an dem Kurs teilzunehmen. Meine Schmerzgrenze ist erreicht. Mehr Pausen und Ähms pro Minute ertrage ich nicht. Ich habe häufig den Eindruck bekommen, der Dozent würde den Inhalt der Folien mit den Zuhörern gleichzeitig entdecken. Bei der dritten Vorlesung bin ich gestern Abend eingeschlafen. Obwohl es noch nicht mal 22:00 war und ich extra am Rechnertisch saß, statt mir wie sonst die Vorlesungen im Bett auf dem Laptop anzuhören. Sie mir nochmal anzuschauen kam nicht in Frage. Mitten in der vierten Vorlesung habe ich heute den Rechner verlassen und mich um mein Abendessen gekümmert – was mich nicht daran gehindert hat, mit ein bisschen Nachdenken volle Punkte beim Selbsttest zu bekommen. Die Hausaufgabe habe ich ohne Begeisterung und ohne große Mühe gemacht. Kein Bock mehr.

Wie kann man Vorlesungen solcher schlechten Qualität auf eine Lernplattform hochladen, wenn man sie im Prinzip mehrmals aufnehmen und verbessern könnte? Zum Glück kriegen wir diese Woche den ersten Dozenten wieder. Sonst würde ich es nicht mehr aushalten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Statistik

Oder: Wie subjektiv Prozentangaben wahrgenommen werden können.

Vor Kurzem habe ich einen Dokumentarfilm über James Cook gesehen. Drin wurde erzählt, dass damals große Expeditionen mit Schiffen sehr gefährlich waren, weil jede fünfte Reise mit einem Unglück endete. Wie furchtbar, dachte ich. Die Wissenschaftler von damals waren wahre Helden, da sie trotz solchen hohen Risiken so viele Forschungsreisen unternommen haben.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem Doktorvater, nicht so lange her. Er erzählte mir, dass die Erfolgsquote für Einzelanträge bei der DFG drastisch gesunken wäre. Knapp über zwanzig Prozent der Anträge wären jetzt genehmigt (mit sinkender Tendenz). Ich fand’s beängstigend. Wie sollte man da bei solchen geringen Chancen ernsthaft eine Förderung für die eigene Zukunft erwarten? Ich würde mich lieber auf Stellenanzeigen bewerben, statt viel Zeit für einen Antrag zu investieren, bei dem das Ergebnis so unsicher ist.

Zwanzig Prozent, zu gering als Erfolgsquote. Wahrscheinlichkeit von einem Fünftel für ein Schiffsunglück, ein viel zu hohes Risiko. Interessant, wie die gleiche Zahl völlig unterschiedlich interpretiert werden kann.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

So schnell

Wir sind gerade seit sieben Wochen zusammen. Es kommt mir viel länger vor.

Die Schmetterlinge haben nachgelassen. Das ist gut, weil ich mich mit ihm am liebsten natürlich verhalten möchte, und sie hatten mich in seiner Anwesenheit genug nervös gemacht. Wir verstehen uns gut. Auch im Bett. Es ist zwar nicht so wild wie damals mit David, aber er verhält sich viel liebevoller und die Orgasmen sind intensiver. Außerdem war ich ganz überrascht zu erfahren, dass er fast genau so lange wie ich Single geblieben ist.

Ich kenne schon einen guten Teil seines Umfeldes. Mit seinen Freunden haben wir einiges unternommen. Seine Familie hat sich mit mir sehr freundlich verhalten. Von meiner Seite kennt er nur meinen Bruder und seine Freundin. Als meine Mami zu Besuch kam, waren wir noch nicht zusammen, und er war eh unterwegs. Meine Freunden sind fast alle in meiner früheren Stadt.

Bei der Arbeit ist es jetzt bekannt, dass wir ein Paar sind. Natürlich verhalten wir uns vor der Gruppe ganz normal wie vorher, aber es fällt schon auf, wenn wir gemeinsam zur Arbeit ankommen oder die gleichen Urlaubswochen beantragen. Wir wollten schon zum Werchter-Festival[1] in Juli fahren, und haben gerade zwei Wochen Urlaub im Herbst geplant.

Gestern auf dem Weg zur Arbeit hat er mich gefragt, ob ich mit ihm umziehen möchte, wenn er eine Wohnung findet (er will sich schon seit längerer Zeit eine kaufen). So schnell. Es kommt mir übereilt vor. Andererseits ist es blöd, ständig hin und her zu fahren, und meine Katze ist verwirrt, dass ich häufig nicht zu Hause schlafe. Eigentlich kann ich es mir sehr gut vorstellen, mit ihm zu wohnen. Abgesehen davon, dass ich den Mietvertrag für meine Wohnung für zwei Jahre unterschrieben habe. Untermieter sind nicht ausgeschlossen. Und mein zweijähriger O2-Vertrag fängt erst in Juni an. Ich habe gedacht, er sucht eine Wohnung seit so Langem, es wird noch dauern, und bis dahin wissen wir, ob wir wirklich miteinander leben können.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.