Hautausschlag

Es ist letzte Woche plötzlich aufgetaucht. Ich weiß schon nicht mehr genau wann es war, als ich zu Hause geschwollene Rötungen auf dem Oberkörper bemerkt habe. Genau unterhalb und zwischen den Brüsten. Das hatte ich schon mal vor einigen Jahren, aber es war harmlos verlaufen.

Diesmal sieht es anders aus. Es juckt fürchterlich, vor allem, wenn ich schwitze, am Fitness-Studio oder beim Fahrradfahren. Das Tragen von BHs wird sehr unangenehm. Selbst die Brustwarzen sehen dicker und rötlich aus, fast wie Nesselsucht. Es verläuft sogar ein bisschen bis zum Bauchnabel. Gleichzeitig habe ich letzte Woche stark juckende Ohren bekommen. Das Gefühl ist verschwunden, aber ich habe jetzt eine extrem trokene Haut mit Schuppen von oberhalb der Ohren bis zum Ohrkanal. Es sieht wie meine Psoriasis aus, die immer noch nicht verschwunden ist, obwohl die kranke Hautfläche seit meiner neuen beruflichen Tätigkeit deutlich reduziert wurde.

Was kann die Ursache sein? Eine allergische Reaktion? Ich kann mich an nichts Besonderes erinnern. Da es nicht von alleine verschwindet, habe ich beschlossen, einen Termin bei einem Dermatologen zu vereinbaren. Bei einer ersten Praxis konnte ich erst ab dem 15. Mai dran sein, bei einer zweiten Ende April, gerade in einem Monat. Obwohl ich ausdrücklich gesagt habe, dass ich akut ein Problem habe. Haben sie denn alle keine Sprechstunden, oder sind die Sekretärinen am Telefon zu blöd gewesen, um darauf hinzuweisen? Bis dahin sind die Symptome bestimmt wieder verschwunden (hoffentlich). Vielleicht sollte ich einfach frech zur Praxis gehen und mich zwischen Terminen untersuchen lassen.

Linsensalat mit Feta

Zutaten (für 2 Personen)

  • 1 Dose kleinen grünen Linsen
  • 1 kleine Zwiebel
  • 100 g Feta
  • 2 kleine Tomaten
  • 1 Esslöffel Sonnenblumenöl
  • Basalmico bianco
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

  • Öl und Essig (je zwei Esslöffel) mit Salz und Pfeffer mischen.
  • Zwiebel fein schneiden und in der Vinaigrette etwa 10 Minuten marinieren lassen.
  • Linsen waschen und gut abtropfen.
  • Tomaten und Feta in kleinen Würfeln schneiden.
  • Zutaten zusammen mischen.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 212,2 426,5 853
Eiweiß (g) 8,9 18 35,9
Kohlenhydrate (g) 12,2 24,6 49,1
davon Zucker (g) 4 8,1 16,1
Fett (g) 13,6 27,3 54,5
Ballaststoffe (g) 2,9 5,9 11,7

Blog-Statistiken

Aus meiner Statistik-Seite, zusammengefasst seit meinem Umzug aus blog.de:

Top-Beiträge (Startseite und „Über mich“ nicht berücksichtigt)

  1. IKEA-Lieferung, und andere Ärgernisse
  2. Die Deutsche Telekom hat versagt
  3. Schneckencreme als Kosmetik für die Haut
  4. Tajine
  5. Mein Ischias – Der Anfang
  6. Mein Ischias – Diclofenac
  7. Drittes Date
  8. Mein Ischias – Schmerztherapie
  9. Maverick & PyQt
  10. Nicht mehr Single

Meiste Aufrufe nach Land

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Suchbegriffe

  1. „stressschneckencreme, schneckencreme stress schnecken, wie wird schneckencreme hergestellt, müller schneckencreme, was ist schneckencreme“
    Als Schnecke würde ich mich auch gestresst fühlen.
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    In Berlin war es nicht IKEA, die bei mir geliefert hat, sondern eine Firma im Auftrag von IKEA. Die haben sich vor der Lieferung um 07:20 am Telefon mit „einen wunderschönen guten Morgen“ angekündigt. Das gibt gleich gute Laune.
  3. „kollege verliebt, kollege verheiratet, kollege liebeskummer“
    Trefft euch außerhalb der Arbeit.
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    Das hängt von der Ursache der Schmerze ab. Am besten einen Arzt fragen! Nicht, dass es in meinem Fall geholfen hätte…
  5. „thermen großraumumkleiden“
    Das kam in diesem Eintrag vor.
  6. „er hat mit mir gespidlt bin stink sauer“
    Zweckentfremdete Schlagsahne soll helfen, sagt meine Freundin Mei. Wie, verrate ich nicht.
  7. „ohropax wachskugeln thc“
    Fühlt sich eklig an beim Aufwachen.
  8. „oma josefine suppe“
    Kann ich nicht empfehlen.
  9. „0306331100 telefonnummer“
    Mich haben sie auch belästigt.
  10. „tajine glasiert wässern, tajine patina zwiebeln“
    Lieber naturbelassene Tajine ohne Glasur.
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    Zum Glück ist diese Phase vorbei.
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    Kann ich nicht zuordnen.
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    Es riecht wie die deutsche Telekom.
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    Taschentücher parat halten.
  22. „open suse 13.1 während des arbeitens schwarzer bildschirm“
    Habe ich noch nie erlebt.
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    Das nervt.

Eins stinkt mir

Und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

Es geht um meine Familie. Ich sehe sie kaum, da ich so weit weg lebe. Bei meiner Mami wünsche ich mir, dass wir uns häufiger sehen könnten. Sonst bin ich eher froh, so wenig Kontakt mit den Anderen zu haben. Vor allem seit letzter Woche.

Ich weiß nicht, wer wen so schlecht beeinflusst hat. Tatsache ist, dass mein Bruder und mein Vater sich immer mehr dem Rechtsextremismus nähern. Ihre Ausländerfeindlichkeit habe ich schon früher gemerkt, vor allem bei meinem Vater. Dagegen zu argumentieren hilft nicht. Mein Vater hat nur Vorurteile im Kopf, die der Realität nicht entsprechen, und ist überfordert, wenn er darüber hinaus nachdenken muss (was häufig mit Wutausbrüchen endet). Seine Freundin ist nicht besser. Sie braucht nur eine Frau mit Kopftuch zu sehen, um sich sofort aufzuregen und vor sich hin zu schimpfen. Sie kann sich dabei extrem bösartig verhalten. Als wir vor einigen Jahren am Strand in Fréjus waren, sind einmal drei jungen Araber an uns vorbei gegangen, zwei Männer und eine Frau, die sich unterhielten. Barfuß, da es überall Sand gibt. Als die Frau näher kam, habe ich eine gebrochene Glasflasche im Sand gemerkt und sie darauf auferksam gemacht. Die Freundin meines Vaters war sauer darüber, weil sie sich so sehr gefreut hätte, wenn die Frau sich verletzt hätte. Sie hat wirklich einen Dachschaden. Bei meinem Bruder hatte ich bis jetzt nicht so viel in die Richtung gemerkt, was wohl daran liegen muss, dass ich ihn seit seiner Schulzeit kaum gesehen habe. Er war noch minderjährig, als ich vor fünfzehn Jahren nach Deutschland umgezogen bin.

Jetzt sind die Beiden dabei, an Veranstaltungen vom Front National teilzunehmen und lokalen Kandidaten zu unterstützen. Das war letzte Woche. Und sie sind so stolz darauf, dass sie Fotos davon auf Facebook hochladen, wo sie strahlend neben den Parteimitgliedern stehen. Mir stinkt’s gewaltig. Mit Rechtsextremisten will ich nichts zu tun haben. Ich denke, ich sollte den Kontakt mit ihnen völlig abbrechen. Mit meinem Vater kommuniziere ich sowieso extrem selten. Etwa an Geburtstagen und Feiertagen. Sonst rufe ich ihn nicht an, und er mich auch nicht, außer wenn es ihm gerade schlecht geht, wie im Sommer. Es wird keinen Unterschied machen. Wir hatten mit Martin vor, ein Wochenende in Mai in Südfrankreich zu verbringen, er wollte meine Familie kennen lernen. Ich meine, es reicht, wenn wir nur meine Mutter besuchen.

Außerdem finde ich diese politische Gesinnung in meiner Familie umso mehr lächerlich, wenn man weiß, dass wir ursprünglich gar nicht aus Frankreich sind. Mein Vater ist in Tunesien geboren. Seine Eltern waren aus Malta dahin umgezogen, bevor sie 1956 gezwungen wurden, das Land zu verlassen. Wie kann man sich mit einem solchen Migrationshintergrund als Ausländerfeindlich erklären?

Erkältet

Seit Freitag. Schuld daran ist die Radtour am Donnerstagabend. Wir waren nach der Arbeit bis zur Wohnung von Martin gefahren. 23km. Kurz vor dem Ziel haben wir uns auf der Terrasse einer noch geöffneten Kneipe am Zoo hingesessen und ein Bier getrunken. Keine gute Idee. Es war am Tag sonnig gewesen, aber es wurde schon dunkel und sehr frisch. Ich war verschwitzt und meine Kleidung war für die Pause nicht geeignet. Beim Weiterfahren habe ich am Anfang große Schwierigkeiten gehabt, die Kontrolle über meine Bahn zu bekommen. Beim nächsten Mal nehme ich ein Alkoholfreies. Am nächsten Tag habe ich mich fiebrig gefühlt. Der Hals hat gekratzt. Jetzt bin ich am Husten und völlig verschnupft.

Es hilft nicht, dass ich Nachbarn habe, die nicht in der Lage sind, die Treppe leise runter zu gehen. Dank ihnen bin ich um 05:30 und 06:30 aufgewacht. Das nach einem sehr langen Tag.

Ich war gestern bei einem Meeting, das bekanntlich immer länger als geplant dauert, und war erst nach 23:30 zu Hause. Zum Glück muss ich keinen Vortrag beim Meeting halten. Obwohl, es wäre vielleicht besser gewesen. 20mn reden, das war’s. Mit meinem Poster muss ich zwei Mal 90mn stehen und mit Leuten reden. In meiner Posterecke sind zwei Kolleginen aus einer anderen Arbeitsgruppe. Die zwei sind unzertrennlich, ich habe bei Meetings die Eine noch nie ohne die Andere gesehen. Mit bestem Willen kann ich die Beiden nicht leiden. Sie verhalten sich ständig hochnäsig und scheinen kein besseres Gesprächsthema zu haben, als sich über das Äußere von anderen Teilnehmern lustig zu machen. Ein Grund, warum ich ungerne mit anderen Frauen arbeite. Heute Abend muss ich wieder hin. Ich habe zum Glück genug Besucher, um ihr Gelaber nicht ertragen zu müssen.

Pissaladière

Die Pissaladière* ist eine Spezialität aus Nizza. Ihr Name stammt aus dem Pissalat, eine Paste, die aus nach einem Monat in Olivenöl, Salz und Nelken marinierten Sardellen und Sardinen gewonnen wird. Pissalat ist heute kaum zu finden und Sardinen werden daher nur selten in der Vorbereitung von Pissaladière benutzt.

Die Zutaten (für 20 Portionen)

Für den Brotteig (Menge für eine runde Backform mit 35cm Durchmesser)

  • 230 g Mehl
  • 1 Packung Hefe
  • 120 mL Milch
  • 50 mL Wasser
  • 6 Esslöfel Olivenöl
  • Salz

Für den Belag

  • 1 kg Zwiebeln
  • 300 g Sardellen
  • 15 schwarze Oliven (Ich kann nie genug wiederholen, naturgereift, nicht künstlich geschwärzt! Am besten sind die kleinen schwarzen Oliven aus Nizza.)
  • Kräuter der Provence
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • Ein Esslöffel Zucker

Die Zubereitung

  • Backofen bei 220 °C vorheizen.
  • Die Zwiebeln in dünnen Ringen schneiden.
  • Vier oder fünf Sardellen für die Dekoration behalten, der Rest wird mit den Zwiebeln gebraten.
  • In einer großen Pfanne, Olivenöl erwärmen und Zwiebeln mit Sardellen, Pfeffer, Kräutern der Provence und Zucker hinzufügen. Die Zwiebeln sollen leicht gelblich werden.
  • Brotteig vorbereiten
    • In einer Salatschüssel, Mehl mit Hefe und einer Prise Salz mischen.
    • Milch und Wasser langsam hinzufügen und mit dem Mehl rühren. Am Ende, Olivenöl dazu geben.
    • Den Teig mit den Händen weiter kneten, bis er ein bisschen klebrig wird.
  • Backform mit Olivenöl einfetten und Teig homogen auf dem Boden der Backform verteilen.
  • Wenn man Pissalat hat, kann man eine Schicht auf dem Teig als Grundlage geben (ähnlich wie Tomatensauce auf Pizzateig).
  • Zwiebeln auf dem Teig verteilen und mit den Oliven und übrig gebliebenen Sardellen dekorieren.
  • Backform im Backofen lassen, bis der Rand der Pissaladière fertig gebacken ist.

Die Pissaladière wird kalt gegessen.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 175,4 149,1 2982
Eiweiß (g) 7 6 119
Kohlenhydrate (g) 15,1 12,9 257,1
davon Zucker (g) 4,1 3,5 69,5
Fett (g) 9,2 7,8 156,8
Ballaststoffe (g) 1,3 1,1 22,6

* „La pissaladière“, daher „die“. Ich weiß, Wörter aus fremden Sprachen sollen neutrum sein (das hatte uns die Deutschlehrerin bei der Volkshochschule erzählt). Aber „das Pissaladière“ klingt so komisch.

Und zurück

Jetzt kenne ich seine ganze Familie, oder fast. Ich fand es sehr lieb, wie sie mich freundlich empfangen haben.

Seine Cousine hat uns am Bahnhof abgeholt. Wir sind direkt in ein Lokal in der Nähe essen gegangen. Dort warteten ihr Mann (auch ein Franzose!) und ihre jüngere Tochter auf uns. Die Ältere war nicht da, aber ich habe sie schon kennen gelernt, sie studiert seit einem halben Jahr in Berlin.

Gestern sind wir in die Stadt spazieren gegangen. Einige Sehenswürdigkeiten besucht. Das Wetter war so toll. Am Abend sind seine Tante mit ihrem Mann angekommen. Sie hatten für Martin gesorgt, als seine Mutter gestorben ist (warum sein Vater sich nicht um ihn kümmern konnte, ist mir nicht bekannt). So viele neue Namen, ich hatte den Eindruck, ich könnte sie mir gar nicht alle merken. Beeindruckend fand ich, dass alle mehr oder weniger gut Französisch können. Wir haben gegrillt. Karten gespielt. Mir sind noch Kindheitsgeschichte und Familien-Videos nicht erspart geblieben.

Heute Morgen sind wir kurz nach dem Frühstück zurück zum Bahnhof gefahren. Das Wochenende kam mir zu kurz vor.

Im Zug nach Frankfurt

Ich war heute nur vormittags bei der Arbeit. Mein IT-Kollege hat seit gestern Urlaub. Dafür haben wir seit Montag eine neue Mitarbeiterin im Büro. Ganz frisch aus ihrer Doktorarbeit. Ich bin immer noch nicht daran gewöhnt, mit anderen Frauen zu arbeiten. Wenn ich am Rechner sitze, arbeite ich halt. Konzentriert. Jetzt muss ich ab und zu auch Small Talk leisten. Das stört mich. Und sie fühlt sich jedesmal angesprochen, wenn ich beim Arbeiten mal ein bisschen laut seufze oder vor mir hin fluche (gerade wenn ich vergessen habe, dass sie im Zimmer auch ist, hinter ihrem Bildschirm versteckt). Leises Fluchen ist normal in unserem Zimmer, mein IT-Kollege macht es genau so. Heute Morgen fragte sie mich, was los war. Ich: „Ach, ich habe bloss ein Fehler gemacht.“ Sie meinte antworten zu müssen, „Dann lösche es wieder weg!“ Wie eine Mutter mit ihrem Kind sprechen würde, obwohl sie gut zehn Jahre jünger ist. Ohne eine Ahnung darüber zu haben, was ich gerade machte. Mit Programmierung hat sie gar nichts am Hut (das wird auch klar, mit der Art, wie sie mit ihrem Rechner umgeht). Ich habe sie als blöde Zicke kategorisiert. Und ich muss sie für die nächsten Jahre ertragen.

Zum Glück war ich früh weg. Wir fahren ja mit Martin zu seiner Familie nach Frankfurt. Zu zweit lässt sich die lange Fahrt schon viel besser ertragen. Ich habe das Buch The Ocean at the End of the Lane von Neil Gaiman mitgenommen, ein wunderschönes Buch, wie viele von ihm. Martin hört gerade Musik und schläft halbwegs. Am Tisch auf der anderen Seite vom Gang saß bis vor Kurzem ein Mann um die vierzig. Ich war angenehm überrascht, als er sein Mittagessen auspackte und sich eine frische gelbe Paprika zubereitet hat. Es roch sehr lecker. Mal was Anderes als die stinkende billige Salami.

In knapp zwanzig Minuten sind wir endlich da. Ich bin gespannt. Das einzig blöde ist, dass ich keine Betreuung für meine Katze am Wochenende gefunden habe. Meine beiden vertrauten Nachbarn sind momentan gar nicht da. Die neu eingezogene Familie will ich gar nicht fragen. Sie nerven, wie sie so häufig beim Hausmeister fragen, ob ich ihnen meinen Parkplatz überlassen könnte (es gibt nicht genug Parkplätze für alle und unsere vorherige Nachbarin hatte kein Auto). Nein habe ich schon gesagt. Auch wenn ich es nicht so häufig benutze, finde ich es sehr praktisch. Sie müssen doch gesehen haben, dass er gelegentlich benutzt wird. Egal. Ich frage sie nichts, damit haben sie nichts von mir als Gegenleistung zu erwarten. Ich habe jetzt überall Futter für die Mieze in die Wohnung verteilt. Zwei Schalen Wasser habe ich vorbereitet. Sie wird die zwei Tage ohne mich aushalten müssen. Ich muss unbedingt nach Katzensittern suchen.

Fast Wochenende

Obwohl es mir früh vorkam, bin ich schon wieder dran. Daher mein Stimmungstief von vorgestern. Heute geht’s viel besser.

Gestern Abend meinte Uschi, wir sollten heute ein Sondermeeting über mein Projekt mit Winfried halten. Ich hatte mich schon gefragt, was ich falsch gemacht hatte und ob ich eins drauf bekommen würde.

Es ging zuerst darum, dass ich anscheinend zu wenig Information darüber gegeben habe, wie ich mit den Fragen meiner Kunden umgegangen bin, die mich seit der Herausgabe meines Programmes wegen Probleme oder Sonderwünsche kontaktiert haben. Das ist schnell zu korrigieren, wenn ich meine Antworten zu den Kunden an ihnen gleichzeitig weiterleite. Einige Sachen kamen mir so trivial vor, dass ich dachte, es wäre eher belästigend, wenn ich ihnen erzähle, dass jemand mal nicht in der Lage war, den von mir auf der Webseite beschriebenen Installationsanweisungen zu folgen. Für einige Betriebssysteme hatte ich sogar eine Schritt-für-Schritt Anweisung geschrieben, die man mit copy/paste einfach nachmachen konnte. Ein Mac-Nutzer hatte mich angeschrieben, weil brew install gt nicht funktionierte…

Eine große Überraschung wartete aber auf mich. Mit meinem Arbeitsvertrag habe ich noch fünfzehn Monate, und eine Verlängerung ist aufgrund des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes unmöglich. Uschi hat mir heute angeboten, meine Stelle bei meinem aktuellen Arbeitgeber aufzugeben und mich auf eine neue Drittmittelstelle für drei Jahre bei ihm zu bewerben (nicht in dieser Reihenfolge, ist ja klar). Für solche Stellen gilt das Gesetz nicht. Ich könnte mich weiterhin um das Programm kümmern und würde ein bisschen mehr Verantwortung für unsere Geräte bekommen. Es ist ein tolles Angebot. Ich muss aber noch die Beschreibung des neuen Projektes lesen (und ich weiß nicht, ob mein aktueller Arbeitgeber damit einverstanden wäre, in der Weiterentwicklung meines Programmes nicht mehr involviert zu sein). Es bedeutet auf jeden Fall, dass ich gut genug gearbeitet habe, dass Uschi meint, mich länger in seiner Gruppe behalten zu wollen.

Es ist eine gute Nachricht, weil ich dadurch weiß, ich werde länger in Berlin bleiben können. Martin hat sich darüber gefreut. Natürlich ist es für mich nichts Definitives; solange ich keinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, will ich es in meinem Umfeld nicht weiter erzählen.

Zweifel

Vielleicht, weil es bald wieder Zeit wird. Es wäre früh, aber mein Zyklus zickt, seitdem wir zusammen sind. Manchmal denke ich, meine Hormonen haben eine Koalition gegen mich gebildet, damit ich schwanger werde („Yeah, endlich ein Mann!“, denken sie bestimmt). Von den Kondomen haben sie anscheinend nichts gemerkt.

Wie auch immer. Ab und zu frage ich mich, ob wir wirklich zueinander passen. Ja, das ist normal. Ich habe mich schon gefragt, wie es mir ginge, wenn wir Schluss machen würden. Und habe den Eindruck, dass es mir nicht so sehr traurig machen würde. Ich wäre eher sauer auf mich, mich geirrt zu haben. Oder enttäuscht. Aber komplett zerstört? Das glaube ich nicht.

Ich bin so viele Jahre Single geblieben, ich bin noch daran gewöhnt. Das habe ich am Samstag gemerkt. Er hat mir gesagt, er möchte am kommenden Wochenende zu seiner Familie nach Frankfurt fahren. Er sah dabei ein bisschen geniert aus. Ich dachte, er wollte alleine dahin und wusste nicht, wie er es mir sagen sollte. Und was war meine erste innerliche Reaktion? „Hmm, ein Wochenende für mich alleine, das wäre auch cool.“ Obwohl das letzte Mal gar nicht so lange her ist. Ich habe sofort angefangen, Pläne fürs Wochenende zu schmieden. Und dann meinte er, seine Cousine hätte ihm explizit gesagt, ich wäre gerne willkommen. Ach so, er erwartete also, dass ich mitkomme… Ich habe zugesagt. Er hat sich riesig gefreut. Gut, ich freue mich auch, den Rest seiner Familie kennen zu lernen.

Aber. Bei der Arbeit habe ich manchmal ein komisches Gefühl. Dass er nicht besonders schnell arbeitet, habe ich schon erzählt. Er hatte auch Physik studiert, wie ich. Er ist durchgefallen und hat sich umorientieren müssen. Egal. Dafür hat er ein FH-Ingenieurdiplom gemacht (ich habe den Eindruck, irgendwas musste studiert werden, weil sein Vater Professor an der Uni war). Das heißt, ich bin qualifizierter als er (und verdiene mehr Geld). Was mir im Grunde auch egal ist. Ich sehe leider, dass er nicht 100% hinter seiner Arbeit steht. Ein bisschen Keinbockigkeit ist da. Es wirkt sich bei unseren Gruppenmeetings aus, und ich kann Uschi nicht wiedersprechen, wenn er ihm Vorwürfe macht. Ich könnte ihm die gleichen Vorwürfe machen, überlasse es nur besser unserem Chef. Ich sehe aber Probleme auf uns kommen.

Uschi hatte ihm angeboten, ein Doktorarbeitsthema zu bearbeiten, damit er sich weiter qualifiziert. Das hat er angenommen, weil er dadurch eine Vertragsverlängerung bekommen würde und meint, mit einem Doktortitel besser bezahlte Stellen zu bekommen. Ich bin nicht sicher, dass man mit dem Erwerb eines Doktortitels in seinem Alter sich wirklich besser vermarkten kann. Schließlich habe ich letztes Jahr selber so viele Bewerbungen schreiben müssen, bevor ich diesen Job gefunden habe. Das Thema scheint ihn auch nicht besonders zu begeistern. Seine Reise vor zwei Wochen hatte den Zweck, Testmessungen für seine Doktorarbeit durchzuführen. Er hat sich seitdem nicht mehr um die Ergebnisse gekümmert. Ich denke manchmal, als Ingenieur kann er gut arbeiten, aber es fehlt ihm an Durchhaltevermögen, um eine Doktorarbeit zu machen und Wissenschaftler zu werden. Was, wenn er scheitert? Wird er es mir übel nehmen, weil ich promoviert bin und er nicht?

Zu viele Gedanken. Ich sollte besser schlafen gehen.