Wie man ein Vorstellungsgespräch zum Scheitern bringt

Es gibt bestimmt viele Möglichkeiten. Diese kannte ich noch nicht. Uschi hatte es uns erzählt, aber ich hatte noch nicht darüber geschrieben.

Wir hatten vor einiger Zeit für mehrere Stellen in der Arbeitsgruppe eine Reihe von Kandidaten zu Besuch. Dabei hatte mir eine Kandidatin für die zweite Stelle einen guten Eindruck gemacht. Sie wirkte kompetent, hatte einen verständlichen Vortrag geliefert, was bei mir als Laie immer gut ankommt, und die Fragen danach gut behandelt. Beim Gruppengespräch fand ich sie sympathisch. Am Ende des Tages hatten wir mit Uschi über alle Kandidaten diskutiert. Er konnte sich nicht richtig entscheiden, mit einer kleinen Präferenz für diese Kandidatin. Ich dachte, sie hätte es geschafft.

Einige Tage später kam Uschi zu uns und meinte, er hätte sich für eine andere Person entschieden. Der Grund gegen die Kandidatin lag in ihrer Reisekostenabrechnung. Sie kam aus einem deutschsprachigen Nachbarland und war schon ein paar Tage vorher hierher geflogen. Mit ihrem Freund. Sie wollte die Gelegenheit nutzen, um mit ihm die Stadt zu besuchen. Beim Gruppengespräch hatten wir unter anderem über Sehenswürdigkeiten diskutiert. Ihr Hotel lag nicht weit weg vom Institut. Am Tag des Vorstellungsgespräches war sie aber mit Taxi gekommen und weggefahren, und hatte uns die Abrechnung dafür geschickt. Obwohl sie sehr gut Deutsch kann und mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte fahren können. Obwohl die Vorträge vormittags um 10:00 angefangen hatten, und sie locker Zeit gehabt hätte, um mit Bus und Bahn zu kommen. Das hat Uschi gar nicht gefallen. Er fand es unverschämt. Wir sind im öffentlichen Dienst, wir schwimmen nicht im Geld. Er meinte, sie würde uns zu Narren halten, wenn wir sie einstellen. Die Reisekosten haben wir bezahlt, und sie hat eine Absage bekommen. So einfach kann es also gehen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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4 Gedanken zu “Wie man ein Vorstellungsgespräch zum Scheitern bringt

  1. Ging es nur um die Taxifahrt oder wollte sie auch die mehrtägige Vergnügungsreise abrechnen?

    Wenn wir Einladungen zu Vorstellungsgesprechen verschicken, legen wir bereits im Schreiben genau fest, welche Kosten (Bahnfahrt 2. Kl., bei Anreise mit dem eigenen PKW soundsoviele Cent/km, ggf. 1 Hotelübernachtung, etc.) die Firma übernehmen würde.
    So bleiben derartige unangenehme Überraschungen erspart.

    OT: Ich würde mich freuen, wenn du mir das Passwort für die geschützten Einträge zukommen lässt.
    Auch wenn ich nur selten kommentiere, lese ich doch fast alle deiner Posts.

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    • Ich glaube, es ging nur um die Taxi-Fahrt. Es hat meinen Chef geärgert, weil es unter diesen Umständen gar nicht notwendig war. Wenn die Person direkt am Vormittag vom Flughafen gekommen wäre, hätte er kein Problem damit gehabt.
      Stimmt, es ist besser, vorher die Kostenübernahme abzuklären.
      Das Passwort habe ich dir auf blog.de geschickt. Ich habe dafür einen neuen Account gemacht. Der Nutzername war wieder vorhanden.

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  2. Das sind sachwidrige Erwägungen! Ich würde die Bewerberin gerne in einem Prozess gegen diesen Laden vertreten. Letztlich kann sie aber froh sein, nicht in diese Behörde gelandet zu sein.

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