Samstagabend

Zu Hause. Ich liege im Bett, alleine. Sein Kopfkissen habe ich neben die Wand gestellt. Meine Katze freut sich, dass ich nach zwei Nächten bei ihm wieder hier schlafe, und mich nur für sich hat. Ganz alleine war sie nicht, ich bin jeden Tag kurz gekommen, um sie zu versorgen und zu schmusen. Sie hat sich jetzt auf meinem Arm hingelegt und schnurrt vor sich hin.

Ich habe ihn heute Morgen zum Flughafen begleitet. Dienstreise. Nach Grenoble. Da er dort vor seinem jetzigen Job fast zehn Jahren gelebt hat, besucht er noch Freunden am Wochenende. Er kommt erst am Dienstagabend zurück. Seitdem er die Reise vor einigen Wochen erwähnt hat, lässt es mich nicht in Ruhe. Ich war mir nicht ganz sicher, aber jetzt weiß ich es: Er hat genau mit der Arbeitsgruppe zu tun, in der David auch arbeitet. David hat mich übrigens letzte Woche wieder kontaktiert. Er hatte sich mein Programm heruntergeladen und brauchte ein bisschen Hilfe. Ich habe es Martin danach kurz erzählt und ihn gefragt, ob er ihn kennt. Sein Gesicht wurde finster, als er ja sagte. Ich habe deswegen das Thema nicht verfolgt und ihm nicht gesagt, dass er ein Ex-Freund von mir ist. Jetzt habe ich Angst, dass er das von David selbst erfährt. Schön wäre es definitiv nicht. Obwohl die Geschichte fünfzehn Jahre alt ist.

Ich habe den Nachmittag in der Stadt verbracht und Shopping gemacht. So viel, dass mein Ischias wieder schmerzt. Neue Unterwäsche wollte ich mir besorgen. Hoffentlich gefallen sie ihm. Ich habe mich danach bei Biba umgeschaut. Sehr schöne Kleider, aber was mich nervt ist, dass die Verkäuferinnen immer wieder versuchen, mir weitere Teile zu verkaufen, nachdem ich meine Auswahl schon getroffen habe und an der Kasse stehe, und mir immer wieder erzählen, ich sollte mir doch eine Kundenkarte besorgen. Es wird langsam lästig. Ich habe mir eine von den reduzierten Hosen anprobiert. Größe 40. Vor drei Monaten hatte ich gestaunt, dass ich drin passe. Heute war selbst die mir zu groß. 38 war nicht mehr vorhanden. Ich bin nur mit einer Jacke raus gegangen. Anschließend habe ich mir bei IKEA Kleinigkeiten besorgt.

Als ich auf dem Weg nach Hause war, hat mich Winfried angerufen. Wegen der Arbeit. Einige Nutzer wollten eine bestimmte Version meines Programmes benutzen und er kannte den Befehl nicht mehr. Obwohl ich es auf unserer internen Homepage schon länger aufgeschrieben habe. Ich durfte die Nutzer selber an der Beamline anrufen, um ihnen zu erklären, wie das Programm läuft. Ich war nicht begeistert. Schließlich ist es Wochenende, und Winfried hätte es selber machen können.

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2 Gedanken zu “Samstagabend

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