Lebensumstellung

Es ist nicht so, dass ich mein Leben als Single vermisse. Aber ich merke, dass ich viel weniger Zeit für mich selbst habe. Ich muss mich neu organisieren.

Es fängt schon mit meiner Wohnung an. Früher bin ich nach der Arbeit nach Hause gegangen, habe mich vor dem Rechner entspannt, mit Freunden aus meiner früheren Stadt gechattet, etwas gegessen, vor dem Einschlafen noch gelesen… Jetzt muss ich immer die Gelegenheit sofort nutzen, wenn ich zu Hause bin, um dringende Aufgaben zu erledigen. Waschmaschine leer räumen, Katzenklo putzen, Geschirr spülen (per Hand, ich habe keine Maschine mehr in der neuen Wohnung), staubsaugen, Briefe sortieren… Über meine Begeisterung für diesen Arbeitsfeld habe ich schon berichtet. Dazu kommen neue Aufgaben. Zum Beispiel, ständig Katzenhaare aus dem Bett mit einer Klebrolle entfernen, weil Martin allergisch ist. Tagsüber daran denken, die Tür des Schlafzimmers zu zu lassen, damit die Katze nicht auf dem Bett schlafen geht. Nachtsüber lässt es sich nicht vermeiden. Wenn ich die Tür zu machen würde, würde sie ständig wie eine Besessene gegen die Tür kratzen. Bettwäsche müssen häufiger gewaschen werden. Ich muss ständig daran denken, frische Unterwäsche in meine Tasche zu packen, wenn ich bei ihm übernachte. Sporttasche bei der Arbeit parat haben, statt wie früher von zu Hause aus damit los gehen, weil ich jetzt nicht mehr weiß, wo ich die Nacht verbringen werde.

Es gibt andere Momente, wo ich da stehe und es immer noch nicht fassen kann. Ich habe jetzt einen Freund. Ich bin in einer Beziehung. Mit ihm. Wow. Einen solchen Moment habe ich heute Nachmittag wieder erlebt. Wir standen im Märkischen Museum. Ich habe mich nach ihm gedreht und ihn angeschaut. Ich habe gedacht, dieser Mann neben mir ist mein Freund. Ich bin glücklich, mit ihm zu sein. Ich habe mich gleichzeitig überrascht gefühlt. Als ob ich aus einem Traum erwachen würde, um festzustellen, dass er im realen Leben weiter gespielt wird.

Ich weiß nicht, wie es mit uns weiter gehen wird. Ich habe die Hoffnung, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. Ich habe sonst wieder extrem starke Muskelkater. Aber wie er dabei gestöhnt hat, konnte ich einfach nicht aufhören.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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