Montag

Ich habe ihn heute vermisst. Es klingt merkwürdig, da wir Arbeitskollegen sind und uns täglich sehen. Ich war heute kaum mit ihm. Es war nicht unser Tag.

Bei der Mittagspause war er nicht da. Mein IT-Kollege hat ins Labor angerufen, keiner ging dran. Mein Versuch auf seinem Handy war genau so erfolglos. Da er mit Ronald beschäftigt war, habe ich mir gedacht, dass es nicht so schlimm ist, wenn ich mit dem Rest der Gruppe essen gehe. Wer weiß, wie lange sie noch brauchen. Ich habe ihm eine Nachricht geschickt und bin den anderen gefolgt. Wie Mieke mir später berichtet hat, war er jedoch ersichtlich enttäuscht, dass ich nicht auf ihn gewartet habe.

Bei unserem Gruppenmeeting saßen wir neben einander, aber natürlich haben wir uns nur um die Besprechung gekümmert. Ich war außerdem heute für das Protokoll zuständig, ich musste mich besonders darauf konzentrieren. Ich habe versucht, bei der kurzen Kaffeepause danach alleine mit ihm zu sein, aber das ist mir nicht gelungen. Ich habe weiter in meinem Zimmer gearbeitet. Da mein IT-Kollege wieder da ist, habe ich keine Ausrede mehr, um unten zu sitzen. Er hat mir übrigens vorgeschlagen, falls nichts geht, matplotlib statt Qwt5 zu benutzen. Das würde die Herausgabe meines Programms weiter verzögern, wenn ich den Code für die Graphikdarstellung umschreiben muss. Weil es viele Plots sind, und ich dann noch die anderen Betriebssysteme erneut testen muss. Uschi gefällt diese Idee nicht.

Gegen fünf wollte ich Feierabend machen. Ich muss meine Überstunden los werden. Ich hatte eine Stunde früher schon Martin eine Nachricht geschickt, weil ich nicht wusste, ob er heute Abend Zeit hatte. Er hat nicht geantwortet. Ich bin zu seinem Büro gegangen. Mieke wusste nicht, wo er steckte. Sie hat mich lächelnd gefragt, ob ich denn ein Date mit ihm hätte. Ich wusste nicht, was ich ihr sagen sollte. Wir haben gar nicht darüber diskutiert, wie wir uns bei der Arbeit verhalten sollen. Ich habe als Antwort auf ihre Frage bloß gelächelt und bin gegangen. Ein wenig traurig, habe ich ihm noch kurz geschrieben. Tja, er hatte wohl sein Handy auf leise gestellt und erst eine Stunde später in der S-Bahn auf dem Weg nach Hause gemerkt, dass ich versucht hatte, ihn zu kontaktieren. Blöd.

Immerhin haben wir noch ein paar süße Worte per SMS getauscht. Vielleicht schaffen wir es, am Mittwoch Zeit für einander zu finden. Morgen Abend ist Sport angesagt, keine Ausrede.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Ein Gedanke zu “Montag

  1. […] Montag: Weitere erfolglose Versuche, Qwt5 auf openSUSE 13.1 zu installieren. Die wöchentliche zweistündige Besprechung nimmt schon ein Viertel der theoretischen Arbeitszeit weg. Dazu kam, dass ich den Protokoll schreiben musste, was ich direkt danach erledigt habe. Feierabend habe ich früh gemacht, um meine Überstunden zu begrenzen. […]

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