Ein Weihnachtsgeschenk

Nicht irgendein Geschenk, sondern das allererste Geschenk, an das ich mich erinnern kann. Ich denke, ich war drei. Wir wohnten noch nicht aufs Land, und meine Schwester, die vier Jahre jünger ist, war noch nicht geboren. Jünger konnte ich nicht sein, weil ich schon zur Maternelle ging.

Ich war eines Tages mit meiner Mami in Auchan einkaufen. Ich erinnere mich, dass wir wie immer einen großen Einkaufswagen dabei hatten. Ich durfte ausnahmsweise gehen, statt im Wagen zu sitzen. Meine Mami hatte uns zum Regal mit den Kinderspielzeugen gebracht, wo ich sonst sehr selten war. Was für eine Aufregung! Sie hatte mir erklärt, ich sollte mir ein Spielzeug  aussuchen, damit sie dem Weihnachtsmann sagen könnte, was er mir bringen soll. Ich habe mich auf die Stelle in eine riesige graue Plüschmaus verliebt. Ich konnte sie nur mit beiden Armen tragen. Wir haben sie im Supermarkt gelassen, mit dem Versprechen, dass ich sie bald bekommen würde.

An Weihnachten selbst habe ich keine Erinnerung mehr. Die Maus habe ich tatsächlich bekommen. Natürlich war es für mich klar, dass der Weihnachtsmann sie gebracht hatte. Ich habe die Maus Alexandre genannt. Alexandre war ein Junge, der auch zur Maternelle ging. Meine erste große Liebe. Ich hatte es eines Tages sogar meiner Mami anvertraut. Sie hatte mich aber verraten und es meinem Vater weiter erzählt, der sich darüber lustig gemacht hatte. Das war’s, ich habe ihr seitdem nie wieder etwas von Jungs erzählt. Die Maus habe ich bis zum Gymnasium behalten, bis meine Mami meinte, sie sollte Platz zu Hause schaffen und alle unsere Kindheitssachen entsorgen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

2 Gedanken zu “Ein Weihnachtsgeschenk

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