Langsam könnte es was werden

Ich habe mir gestern vieles vorgenommen. Ich wollte zur Botschaft gehen, weil ich meinen Ausweis erneuern musste und letzte Woche vergessen wurde, mir etwas zum unterschreiben zu geben. Da ich seit Anfang der Woche ein bisschen zu viel gegessen hatte und gerade Urlaub habe, bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Knapp 33km hin und zurück. Ich hatte mich ganz warm angezogen. Strumpfhosen aus Wolle, dicke Socken, Regenhose und dichte Sportschuhe, trotzdem haben meine Füße sehr schnell gefroren. Der Oberkörper war dagegen schön warm. Als ich auf der Rückfahrt in einem italienischen Lokal Pause gemacht habe, um mich zu erwärmen, habe ich gemerkt, wie naß meine Jacke von innen war. Auf dem Rückweg nach Hause lag mein Fitness-Studio. Ich habe beschlossen, dorthin zu gehen, um meinen Oberkörper auch zu trainieren. Zwei Stunden später war ich dann wieder zu Hause. Geduscht. Waschmaschine gestartet. Schön angezogen, parfümiert. Und fertig, um mich mit Martin in der Stadt zu treffen. Er hatte am Montag vorgeschlagen, zu einem Weihnachtsmarkt zu gehen. Ich habe ihn abends angerufen, er war noch bei der Arbeit. Wir haben uns am Prenzlauer Berg verabredet. Ich habe dabei gemerkt, wie sich mein Fitness-Zustand seit Oktober deutlich verbessert hat. Ich wäre damals zu erledigt gewesen, und die Strecke war um ein Drittel kürzer gewesen.

Wir haben uns am Steig vom U-Bahnhof getroffen. Begrüßungsküsschen auf die Wange. Auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt haben wir uns auf Französisch unterhalten. Er musste feststellen, dass ich viel besser Deutsch rede als er Französisch. Aber ich denke, wenn ich wieder nach Frankreich umziehen würde, würde ich bestimmt nach einiger Zeit meinen Deutsch vergessen. Ich hatte nach meiner Promotion gemerkt, wie schnell es gehen kann. Bei ihm passiert das gleiche, er ist seit fast einem Jahr wieder im Lande. Ich weiß nicht mehr, wie viele Glühweine wir getrunken haben. Wir haben den Rest des Abends in der Jurte verbracht. Es war schön kuschelig warm, es hat mich schläfrig gemacht. Weg wollte ich nicht mehr, und wir saßen ganz dicht zu einander. Natürlich musste ich mich häufig gegen ihn lehnen. Um halb elf meinte Martin, wir sollten uns doch auf dem Weg nach Hause machen. Er hat noch nicht frei bei der Arbeit. Wir sind zurück zur U-Bahn gegangen. Auf dem Weg bin ich ein wenig gestolpert. Der Bürgersteig war an der Stelle ziemlich beschädigt. Die Glühweine haben dabei nicht geholfen. Er hat mich einfach fest umarmt und wir sind weiter gegangen. Schön. Man hätte uns für ein Paar halten können. Leider gingen wir nur so lange eng zusammen, bis der Boden wieder eben wurde. Danach hat er sein Handy geholt und angefangen, nach der besten Fahrt nach Hause für mich zu suchen. Wir sind noch ein Stück zusammen bis zum Alexanderplatz gefahren. Zum Abschied gab es wieder Küsschen auf der Wange. Irgendwie anders, wobei ich nicht weiß, wie ich seinen Blick interpretieren soll. Ich habe mich schwer von ihm gelöst, und nur, weil meine Bahn in dem Moment kam. Ich war fast zu Hause, als er mir eine “gute Nacht SMS” schickte.

Heute: Kater und Muskelkater. Ausgeschlafen. Kaffee getrunken, mit Mei gechattet. Ich muss schauen, dass ich meinen Bücherregal endlich zusammen baue. Danach kann ich etliche Kartons entsorgen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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3 Gedanken zu “Langsam könnte es was werden

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