Von zu Hause und zurück

Ich stand vor dem Kleiderschrank in meinem Schlafzimmer bei meinen Eltern.

Es war wieder ein Haus, das ich in Wirklichkeit gar nicht kenne und mir nur im Traum vertraut war. So einen dunklen Kleiderschrank habe ich nie besessen. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wann ich zum letzten Mal von unserem Familienhaus geträumt habe. Ich glaube, es war einige Monate nach dem meine Eltern sich scheiden lassen haben und es verkauft haben.

Ich befand mich nachts im Dunkel in meinem Schlafzimmer und wollte ins Bett gehen, aber drin war schon ein junges Mädchen. Ich habe mich erschreckt. Sie hat mich gesehen, ebenfalls große Angst bekommen und angefangen, nach ihren Eltern um Hilfe zu schreien. Ich bin aus dem Zimmer verschwunden.

Ich hatte mich damals gefragt, ob ich nicht eine Astralreise gemacht hatte und das Mädchen, das dort mit seinen Eltern wohnte, erschreckt hatte.

Heute Nacht stand ich also vor meinem Schrank und suchte nach Kleidern. Ich habe ein T-Shirt und einen Rock angezogen. Es muss im Sommer gewesen sein. Der Anblick im Spiegel hat mir nicht gefallen. Die Nähte vom T-Shirt und vom Rock waren mit großen glänzenden Pailletten bedeckt. Es war mir zu viel. Vor allem mochte ich nicht, wie der T-Shirt aussah. Er war zu breit, war komisch gebogen und fiel nicht schön auf die Hüfte. Ich habe also den Rock gewechselt und meinen dunklen grünen schiefen Rock gewählt[1]. Leider hatte er auch schwarze Pailletten am Rand bekommen. In dem Moment ist meine Mami mit meiner Tante gekommen. Sie meinten, es würde toll aussehen. Ich bin mit ihnen aus dem Zimmer gegangen und habe andere Leute getroffen. Beim Sitzen habe ich erzählt, dass die Pailletten nicht bequem wären. Ein Mann bemerkte, dass es komisch wäre, dass ich mich so leicht bekleide, schließlich hätten wir gerade Winter. Mir war aber nicht kalt.

Ich musste meinen Koffer packen und zurück nach Deutschland reisen. Meine Mutter und meine Tante warteten schon draußen im Garten neben dem Auto, um mich zum Flughafen zu begleiten. Ich wollte mich noch überall umschauen, um nichts liegen zu lassen oder zu vergessen. Ich habe den Deo und die Parfüm-Flasche auf dem Kühlschrank gesehen, habe mich aber daran erinnert, dass ich sie absichtlich hier lassen wollte, weil ich sonst Probleme beim Sicherheitscheck bekommen würde. Meine Schwester wollte sich noch von mir persönlich verabschieden[2].

Zurück in Deutschland. Ich war mit meiner Arbeitsgruppe beim Spazierengehen neben einem kleinen Fluß in der Stadt. Ich war wieder leicht bekleidet, zum Glück ohne Pailletten. Aus den Bäumen fielen kleine dünne Würmer an Seidenfäden entlang, und ich war damit beschäftigt, sie auszuweichen. Einige sind trotzdem auf meinem T-Shirt gelandet und ich habe versucht, sie herunter zu schütteln. Martin erzählte etwas von einem berühmten Treffpunkt in Berlin, wo Männer so gerne hingehen würden, weil die Chance dort groß wäre, eine amerikanische Freundin zu bekommen. Ich habe ihn gefragt, ob er es denn für so wichtig halten würde, dass seine Freundin aus Amerika kommt. Hinter uns hat Ronald gelacht und gesagt, Martin wäre mit einer Französin auch zufrieden.

[1] Den Rock besitze ich auch im realen Leben.

[2] Es kam mir selbst im Traum seltsam vor, da sie schon seit Jahren jegliche Kontakte abgebrochen hat.

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