Müde

Es hat mit gestern Abend schon angefangen. Ich konnte mich nicht richtig auf meine Arbeit konzentrieren. Ich habe einige Probleme in meinem Code gelöst, musste aber viele Pausen zwischendurch machen. Kurz vor Feierabend bin ich zum Büro meiner anderen Kollegen auf der ersten Etage gegangen und habe gefragt, wer Lust hätte, zu einem Weihnachtsmarkt mit mir zu gehen und Glühwein zu trinken. Nur Martin hat sich gemeldet.

Wir sind zum Alexanderplatz gefahren. Es gab nicht so viele Leute unterwegs. Wir haben drei Glühweine getrunken. Zu viel für mich. Es war gemütlich, weil wir an einem Tisch in einer warmen Hütte gesessen haben. Wir haben viel geredet. Gegen halb neun meinte Martin, dass wir heute noch arbeiten müssten. Wir sind zur S-Bahn-Station gegangen. Unsere Züge fuhren am gleichen Gleis in entgegengesetzte Richtungen. Die S-Bahn von Martin kam sehr schnell an, meine ganz kurz danach. Es war gut so. Mit den vielen Glühweinen wäre ich kurz davor gewesen, etwas ganz Blödes zu machen. Es gab nur ein schnelles Küsschen auf die Wange. Ohne Herzklopfen. Ich fand’s eigentlich zu früh, um den Weihnachtsmarkt zu verlassen, aber ich war erst um halb zehn wieder zu Hause.

Ich konnte bis zwei Uhr morgens nicht einschlafen. Ich habe gelesen. Als ich merkte, dass ich dabei war, einzuschlafen, habe ich die Nachtlampe ausgemacht. Und dann wurde ich wieder wach, und habe weiter gelesen… Leider musste ich heute ganz früh aufstehen, weil ich wieder Nutzerbetreuung machen musste. Den Wecker habe ich für sieben eingestellt. Ich bin aber kurz nach sechs aufgewacht, weil ein Nachbar das Haus schon verlassen hat. Mein Schlafzimmer ist neben dem Treppenhaus.

Meine Nutzergruppe ist heute Morgen früher als geplant angekommen. Ich bin den ganzen Vormittag mit ihnen an den Geräten geblieben, bis sie sicher selbstständig weiter arbeiten konnten. Gleichzeitig hatte meine Arbeitsgruppe für heute eine Veranstaltung organisiert. Ich habe mir nach der Nutzerbetreuung den Rest der Vorträge angehört. Ich bin dabei mehrmals eingedöst. Nach der Veranstaltung haben wir noch abends etwas gemeinsam gegessen. Bier war reichlich vorhanden. Ich bin mit den letzten Teilnehmern geblieben. Martin war schon längst weg. Ein Kollege aus einer anderen Gruppe war dabei. Stefano. Wir haben eigentlich den gleichen Arbeitgeber, aber da ich in einem ganz anderen Stadtteil eingesetzt bin, sehe ich ihn sehr selten. Schade…

Morgen muss ich wieder früh aufstehen. Es gibt bis Freitag eine andere Veranstaltung bei uns, zu der ich teilnehmen sollte. Diesmal mit einem eigenen Beitrag. Ich werde wieder nicht an meinem Projekt arbeiten können. Uschi wird am Montag bei unserem Gruppenmeeting wieder fragen, warum ich so wenige Fortschritte gemacht habe. Ich hatte nur gestern Zeit dafür, und so effektiv war ich nicht. Mist. Morgen muss ich noch früh weg, weil ich für unsere Weihnachtsfeier am Freitag ein Geschenk zum Wichteln finden muss.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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