O2 – Fortsetzung

Oder Geschichte einer Verarschung. Es soll als Warnung für andere potentiellen Kunden dienen. Gerade aus dem Sport nach einer harten Arbeitswoche, habe ich einen Brief von O2 in meinem Briefkasten entdeckt. Ich glaube, ich kriege die Krise.

Zusammenfassung: Vor drei Wochen hatte ich mich darüber informiert, ob es ginge, dass O2 meinen bis Mitte Juni 2014 bestehenden Vertrag mit der Deutschen Telekom übernimmt. Da die Konditionen in Ordnung waren, haben wir auch einen Vertrag abgeschlossen. Am 08.11.2013 kam eine SMS von O2 an, in der stand:

wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass Sie ab dem 17.09.2013 Ihr Produkt nutzen können.

Schon komisch, da das Datum vorbei war und dem Datum des Telekom-Umzuges entsprach. Am 12.11.2013 erhielt ich einen Brief der Deutschen Telekom vom 08.11.2013, in dem meinen Entschluss, den Anschluss zu kündigen, bedauert wird, wobei gleichzeitig die Information steht, dass der Anschluss erst am 17.09.2015 zum neuen Anbieter umgestellt wird. Was für mich nicht nachvollziehbar ist, da mein Vertrag bis zum 15.06.2014 läuft, ich habe es eben noch im Kundencenter geprüft. Am 10.11. hatte ich auch ohne Vorwarnung gar keine Verbindung mehr zu Hause; dafür eine Aufforderung von O2, die Nummer 0800-5251378 anzurufen, um zu der Störung einen Technikertermin zu vereinbaren. Am 13.11.2013 kam eine neue SMS von O2 an, mit dem selben Inhalt wie am Montag, abgesehen von einem Detail:

wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass Sie ab dem 17.09.2015 Ihr Produkt nutzen können.

Was soll der Quatsch? Heißt das, dass ich jetzt einen Vertrag abgeschlossen habe, um erst in zwei Jahren eine Leistung zu bekommen, wenn mein Arbeitsvertrag auslaufen wird und ich sehr wahrscheinlich wieder umziehen muss? So ist es für mich nicht akzeptabel. Laut dem uninteressiert wirkenden Berater im O2-Shop soll es tatsächlich der Fall sein, der letzte Brief wäre rechtswirksam. Obwohl er im gleichen Gespräch meinte, wenn mein Telekom-Vertrag bis Mitte Juni läuft, müsste ich erst ab dem Zeitpunkt bei O2 Kundin werden (da ich einen möglichen Widerruf erwähnte, hatte er sich danach ein bisschen mehr Mühe gegeben, freundlicher zu wirken). Über den Widerrufsrecht bin ich im O2-Shop beim Abschließen des Vertrages gar nicht informiert worden. In dem Vertrag steht auch nichts darüber, so häufig ich drin blättere, es gibt nur Informationen über Laufzeit und Kündigung. Für beide Freischaltungstermine habe ich einen schriftlichen Brief von O2 bekommen, auch ohne Hinweis auf ein mögliches Widerrufen. Ich habe gegoogelt und an verschiedenen Stellen, so wie hier, die Information gefunden, dass man innerhalb von zwei Wochen einen Vertrag widerrufen darf. Es war letzte Woche noch nicht vorbei mit der Frist, ganz davon zu schweigen, dass ich über Widerrufsrecht nicht informiert wurde. Ich habe noch vom 15.11.2013 einen Beleg der Post für die Zusendung meines Widerrufs bekommen, genau 14 Tage nach Abschließen des Vertrages. Der Rückschein war vom 18.11.2013 datiert, aber was zählt ist das Sendedatum. Die täglichen SMS zur Aufforderung von einer Terminfindung mit einem Techniker haben auf jeden Fall aufgehört. Aber es kann sein, wie ich gerade sehe, dass ich doch nicht den Vertrag widerrufen kann, weil ich von mir aus zum O2-Shop gegangen bin, selbst wenn ich ursprünglich einen anderen Grund für den Besuch hatte. Im heutigen Brief:

wir haben Ihren Wunsch zur Kündigung erhalten und bedauern Ihre Entscheidung sehr.

Aufgrund der bestehenden Mindestlaufzeit Ihres Vertrages werden wir die Kündigung nach dem 17.09.2015 zum nächstmöglichen Termin ausführen.

So wie es aussieht, habe ich einen Vertrag mit O2 für zwei Jahren ab dem 17.09.2015 an der Backe. Ob es immer noch so stimmt, wenn sich herausstellt, dass die Deutsche Telekom Unrecht bei der Umschaltung des Anschlusses hat? Wenn mein Vertrag bis Mitte Juni läuft, sehe ich nicht, warum die Umschaltung so lange dauern müsste. Die Beraterin beim Telekom-Shop war auch dieser Meinung und wollte es prüfen lassen. Ich werde mich morgen erneut darüber erkundigen.

Als Fazit der Geschichte: Nie, nie, nie, unter keinen Umständen einen zweiten Anbieter zur Übernahme eines bestehenden Vertrages beauftragen. Am besten: Selber den Vertrag kündigen, dann den neuen Anbieter einschalten. Wenn überhaupt.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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