Stress

Morgen früh fängt unser Praktikum an. Ich habe häufig in meinem letzten Job Lehrveranstaltungen betreut. Warum bin ich auf einmal so nervös? Es ist nicht, als ob ich alleine da stehen würde, selbst wenn ich die Verantwortliche für unseren Teil vom Kurs bin. Winfried hat mir versprochen, mir Unterstützung zu geben und bei den Datenauswertungen mit den Studenten dabei zu sein. Ich habe letzte Woche noch geprüft, was ich den Studenten an den Geräten erklären muss und habe gesehen, dass ich die dafür vorgesehenen zwei Stunden gut füllen kann. Ich fühle mich doch irgendwie gar nicht gut vorbereitet. Eine Powerpoint-Präsentation für eine Vorlesung am Mittwoch muss noch fertig werden. Das schaffe ich heute. Den Stoff habe ich schon früher vorgetragen, nur die benutzte Software ändert sich, und die kenne ich jetzt gut. Ich habe für den praktischen Teil selber mit alten Datensätzen gespielt und die Skripte mehrmals durchgelesen. Die habe ich korrigiert und allen Studenten per Email geschickt, zusammen mit praktischen Hinweisen zum Kurs. Bis auf einen Teilnehmer, der auf dem Zettel am Freitag seine Email-Adresse falsch geschrieben hat. Es sind nur neun Teilnehmer. Ich habe sie schon letzte Woche bei den Vorlesungen kennen gelernt. Und ich mag kleine Gruppen, es viel angenehmer, um zu arbeiten. Trotzdem bin ich gestresst.

Ich brauche Ausgleich. Ich bin seit einer Woche nicht mehr zum Fitness-Studio gegangen. Zu viel zu tun. Ich musste ein paar mal früher als sonst aufstehen und wollte am Abend vorher nicht spät nach der Arbeit Sport machen, weil ich sonst häufig gegen 21:00 nach Hause komme. Als ich letzte Woche früh aufgestanden bin, um mit S- und U-Bahn zur Uni zu fahren, wollte ich meine ganzen Sport-Sachen nicht mitnehmen, es wäre mir zu umständlich gewesen. Und es gab noch den Stress mit meiner Internet-Verbindung. Von Martin ganz zu schweigen. Ich war bei der Deutschen Telekom und habe gefragt, warum ich zu Hause keine Leistung mehr hatte. Antwort: „Eine größere Störung in dem ganzen Gebiet“. Es hätte damit nichts zu tun, dass ich den Anbieter wechseln wollte. Dabei hatte ich von O2 seit Mittwoch mehrmals SMS bekommen, um für die aktuelle Störung einen Termin zu vereinbaren. Obwohl ich laut noch laufendem Vertrag bei der Telekom erst ab Juni zu O2 wechseln sollte, und O2 mir den Umschalttermin in zwei Jahren angekündigt hatte. Beim O2-Shop war ein junger Mann, der den Eindruck gab, sich für mein Problem gar nicht zu interessieren und gar nicht versuchen wollte, den ganzen Informationschaos durchzuforschen. Ich habe als Folge dessen vorsichtshalber den Vertrag bei O2 noch fristgemäß widerrufen. Ich will jetzt definitiv keinen Vertrag für in zwei Jahren abschließen, gerade wenn mein Arbeitsvertrag ausgelaufen ist und ich wahrscheinlich wieder umziehen muss. Mein Kündigungstermin bei der Telekom wird auf jeden Fall geprüft. Die Frau im Shop, die diesmal nicht die Frau Becher war und sich viel netter verhalten hatte, meinte, es wäre nicht normal. Seit gestern habe ich wieder Internet. Telefonieren kann ich auch. Ich habe nur gemerkt, dass ich nicht angerufen werden kann. Vom Handy aus bekomme ich die Nachricht, „Der gewünschte Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar“. Dabei stehe ich neben meinem Festnetz-Telefon und er sieht ganz brav wie immer aus. Und gestern hat mich ein Telekom-Techniker anrufen können. Sehr merkwürdig.

Heute will ich zum Sport. Ich könnte auf dem Hin- oder Rückweg zum Fitness-Studio in meinem Büro auf dem Laptop PuTTY installieren. Mir ist gestern Abend beim Einschlafen eingefallen, dass ich morgen nach der ersten Vorlesung meines Chefs eine kurze Einführung in Linux und vi geben soll, und dafür nur meinen Windows 7 Laptop zur Verfügung habe. Ich will keine Vorlesung halten, sondern nur am Beamer zeigen, wie man arbeitet. Es soll schnell gehen. Die Studenten kriegen Zettel mit den wichtigsten Befehlen, die ich noch ausdrucken muss, stimmt. Das heißt, ich muss schauen, wie ich in dem Raum eine Internet-Verbindung bekommen kann, um mit remote desktop an meinem eigenen Rechner im Büro Sachen vorzuführen. Ich muss daran denken, wie mein Chef es mir empfohlen hatte, den Pförtnern meine Handy-Nummer zu geben, falls Studenten verspätet ankommen, um sie selber abzuholen. Ich sollte auch eine Beschilderung vorbereiten (kein großer Aufwand, nur A4-Blätter für den Haupteingang und vor der Treppe). Aber das kann ich mir vielleicht sparen, oder einen anderen Kollegen damit beauftragen. Oh, und ich sollte diese Woche zwischendurch Zeit finden, um aus gegebenem Anlass einen Kuchen zu backen. Es wird anscheinend erwartet. Das heißt, dass ich an dem Tag kein Fahrrad fahren kann, sonst sieht der Kuchen danach nicht so appetitlich aus. Ich werde wahrscheinlich etwas einfaches wie eine Schokoladetorte vorbereiten.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

3 Gedanken zu “Stress

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