Wieder ein langer Tag

Aber anders als letzte Woche.

Ich wusste, dass ich so spät bei der Arbeit bleiben würde, und bin erst zur Mittagspause angekommen. Ich habe meine Kollegen beim Essen getroffen. Hunger hatte ich nicht, ich habe mir nur ein Erdbeer-Quark geholt und hatte es schwer, alles zu essen. Ich hatte ausnahmsweise gefrühstückt. Ich wollte ursprünglich heute Morgen zum Fitness-Studio gehen, aber ich war nach der Radtour von gestern völlig erschöpft. Der Weg zur Arbeit war schon hart genug.

Nach dem Mittagessen bin ich mit Martin Kaffee trinken gegangen, während die anderen Kollegen wie immer zurück zum Büro gegangen sind. Unser Chef war mittags nicht da. Martin hat es geschafft, mir in der kurzen Zeit zwei Komplimente zu machen. Ich habe mich gefragt, was auf ein mal wieder los war. Ich werde es nicht leugnen, es hat mich sehr gefreut. Beim Verlassen des Cafes hat er noch charmanterweise meine Tasse selbstverständlich entsorgt, bevor ich es selber machen konnte. Ganz wie früher. Hmm. Ich will nicht so schnell wieder nachgeben.

Heute Abend hatten wir viel zu tun. Proben mussten vorbereitet und gemessen werden. Es war für mich ganz neu, weil ich in meinem früheren Institut eine völlig andere Methode der Probenpräparation benutzt hatte. Ich hatte bisher auch nur mit anorganischen Proben gearbeitet. Wir haben leider nicht die schönen Ergebnisse bekommen, die unser Chef erwartet hatte. Die Auflösung hat nicht gereicht. Es könnte an der Präparation liegen. Vielleicht müssen wir noch mal nächste Woche dran sitzen und neue Proben vorbereiten.

Bei der Datenauswertung haben wir viel zu nah zu einander gesessen. Martin hat sich dabei gegen mich angelehnt. Ich fand’s sehr gefährlich. Ich habe gedacht, wenn er mir noch näher kommt, könnte es passieren, dass ich ihn überfalle. Da ich nicht weiß, wie er darauf reagieren würde, musste ich mich dazu zwingen, meine Aufmerksamkeit ausschließlich dem Bildschirm zu richten. Vielleicht liegt es daran, dass ich bald beim Eisprung bin. Meine Hormone helfen mir nicht wirklich, im Gegenteil. Andererseits hätte er mich nicht unbedingt so berühren müssen. Es muss schon ein bisschen absichtlich gewesen sein. Noch mal Hmm. Zum Glück hat Mei mich zwischendurch angerufen und abgelehnt, als wir gerade während einer Messung Pause machten.

Martin hat noch erzählt, dass das schöne Wetter ein Weilchen dauern würde, und dass wir wieder abends Eis essen gehen könnten. Zum Beispiel am Mittwoch. Ich hatte mir vorgenommen, bei seinem eventuellen nächsten Vorschlag, etwas mit mir zu unternehmen, ihn zu fragen, warum er nicht Ronald fragen würde, mit ihm zu gehen. Als kleine Rache für Donnerstag. Needless to say, ich bin gescheitert. Meine Reaktion war eher: „Oh ja!“, mit einem breiten Grinsen. Wir sind also wieder privat verabredet. Ein neues Date. Hmm…

Ich bin kurz nach halb zwölf mit dem Fahrrad nach Hause angekommen. Meine Katze hat sich beschwert. Wie immer, wenn ich zu spät nach Hause komme. Jetzt will ich nur noch schlafen.

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