Beschissenes Wochenende

Mit den Gewittern und Regen hatte ich gestern überhaupt keine Lust, raus zu gehen.

Es war gut, dass ich am Freitagabend genug eingekauft hatte, ich musste auch nicht raus gehen. Nachdem ich meine Fehler in meinem Programm beseitigen konnte und die letzte beta-Version auf dem Server hochgeladen hatte, entschied ich gegen 16:00, dass ich schon Feierabend machen könnte. Ich habe meine Kaffeetasse zum Büro auf der ersten Etage zurück gebracht, sie gewaschen, und meinen noch anwesenden Kollegen ein schönes Wochenende gewünscht. Und ja, Martin hat irgendwie enttäuscht gewirkt, als ich sagte, dass ich jetzt nach Hause wollte. Wir hatten uns aber gar nicht verabredet oder so. Nachdem er mich am Mittwoch sitzen lassen hat, habe ich mich bemüht, Annäherungsversuche zu vermeiden. Bemüht ist das richtige Wort. Es war hart. Ich habe mich beim Verlassen des Zimmers nicht mal nach ihm umgedreht. Kein Wunder, dass ich mich mies gefühlt habe. Ich habe mir am Abend noch zur Aufmunterung einen leckeren rot Wein geschenkt, aber 1) es hat nicht geholfen, 2) mir ging’s danach gar nicht gut (eine halbe Flasche ist mir wohl zu viel).

Gestern bin ich zu Hause geblieben. Ich habe ein wenig geputzt, Wäsche gewaschen, Boden staubgesaugt… Und irgendwie gewartet. Ich habe mich dazu gezwungen, nichts zu erwarten, und habe trotzdem ständig das Handy in den Händen gehabt. Tja. Frustessen gab’s also auch. Immer noch besser als wieder mit dem Rauchen anzufangen, und der Drang kam gestern wieder stark. Immer wenn ich deprimiert bin. Ich habe nicht viel mehr als sonst gegessen, aber es war eindeutig zu fett und doch zu viel, dafür, dass ich mich kaum bewegt habe. Mittags gab’s Gnocchi mit Schinkenwürfeln in Tomatensauce. Ich habe abends warme Kichererbsen mit Chorizo vorbereitet. Ich muss einen Weg finden, das Fett vom Chorizo beim Braten im Topf zu entfernen. Er war leider nicht scharf genug, beim REWE hatte ich nur die milde Variante von Chorizo gefunden. Ich habe auch den letzten griechischen Joghurt aufgegessen. Ich hatte sie beim Kaufland gekauft. Es ist so schwierig, Naturjoghurte beim Supermarkt zu finden. Überall sieht man die überzuckerten fruchtigen Nachtische, aber ganz normale Naurjoghurte kann man manchmal recht lange suchen. Ich war froh, als ich die griechische Sorte entdeckt habe. Zu Hause habe ich dann festgestellt, dass sie extrem fett sind: 9% pro 100g. Zum Vergleich, die Landliebe Naturjoghurte haben gerade 3,8% Fett pro 100g (die gab’s an dem Tag beim Kaufland nicht). Heute habe ich trotz Zähne putzen und Mittagessen immer noch den Eindruck, den Geschmack von reiner Butter im Mund zu haben. Kurz vor 20:00 habe ich mich gestern gefragt, ob ich nicht ins Kino gehen sollte, aber es wurde wieder regnerisch, und es war gemütlicher, zu Hause vor dem Rechner zu sitzen. Hätte Martin mich angerufen, wäre ich selbst ohne Regenschirm raus gelaufen. Hat er nicht. Warum auch?

Heute bin ich gegen 10:00 aufgestanden. Ich konnte mich bis 04:00 nicht überzeugen, ins Bett zu gehen. Ich habe nicht gefrühstückt und mittags Hähnchenbrust mit Kartoffeln und italienischen Kräutern gemacht. Danach habe ich fast drei Stunden im Fitness-Studio verbracht. Ich will wieder regelmäßig Sport treiben, solange es mit meinem Ischias gut klappt. Alle drei Tage kommt mir häufig genug vor. Ich bin mit dem Fahrrad zurück nach Hause gefahren, nachdem meine Mami mich wie jeden Sonntag angerufen hat. Martin hatte mich nicht angerufen. Wie erwartet, und enttäuschend. Zu Hause angekommen, hatte ich keinen Hunger. Ich habe mir eine volle Kanne mit Kamillentee zum entspannen vorbereitet. Der Geschmack vom Joghurt gestern hat mich immer noch nicht verlassen. Ich habe mich gefragt, was Martin heute wohl gemacht hat. Das Wetter war schön am Nachmittag, und es gibt in Berlin immer etwas zu tun, schöne Frauen zum Kennenlernen auch… Mir geht’s mies.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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