Donnerstag 10.10.2013

Ich habe meine gute Vorsätze heute umgesetzt. Es war mir relativ einfach, da ich mittags einen Termin beim Zahnarzt hatte und nicht mit meinen Kollegen essen gegangen bin. Ich habe Martin nur gesehen, als ich meinen Kaffee geholt habe – die Kaffeemaschine unserer Arbeitsgruppe ist in seinem Zimmer. Er hat mich um Hilfe bei einer Literatursuche gefragt. Wir haben uns mehrere wissenschaftlichen Papers auf seinem Rechner angeschaut. Bei einem Artikel von einer Arbeitsgruppe aus Grenoble hat er mir gesagt, er würde den Chef dort gut kennen, da er während seiner Zeit in Frankreich mit ihm schon gearbeitet hätte. Das Paper war mir aus einem anderen Grund aufgefallen… In der Autorenliste war mittendrin der Name von David, mein Ex-Freund von vor fünfzehn Jahren! Ich dachte, er hätte eine Dauerstelle an der Uni Straßburg bekommen, aber anscheinend ist er seit einigen Jahren nach Grenoble gewechselt. Klar, er ist von Bergen begeistert. Ich habe es nicht für nötig gehalten, Martin meine Geschichte mit David zu erzählen. Außerdem waren wir nicht alleine in seinem Büro. Ich hätte gerne gewusst, ob er David persönlich kennen gelernt hat. Ich habe ihn nicht gefragt. Ich habe mich mit Martin heute kühler als sonst verhalten. Es fiel mir schwer, aber ich muss mich von ihm lösen. Ich weiß nicht mal, ob er das gemerkt hat.

Eine gute Nachricht war mir heute dafür sehr willkommen. Ich bin nach meinem Termin beim Zahnarzt zu meiner Krankenkasse gegangen, sie haben eine Geschäftsstelle im Uni-Gebäude nicht weit von meinem Büro. Ich habe seit dem letzten Brief nichts mehr gehört und wollte fragen, ob ich nichts nachzuzahlen hätte. Die Frau hat meine Daten geprüft und gesagt, dass mein Arbeitgeber schon meinen Anteil bezahlt. Das hat mich riesig gefreut. Gut, ich hätte auch meine Gehaltsabrechnung genauer lesen können. Das heißt, ich habe doch eine gute Chance, die Kosten für die ganzen Möbel in den zwei nächsten Jahren einzusparen, bevor ich wieder Arbeitssuchende werde…

Der Nachmittag war schwierig. Ich habe gemerkt, dass meine letzten Änderungen in meinem Programm zu Problemen geführt haben. Die muss ich beseitigen, bevor ich mich um meine weiteren Aufgaben kümmern kann. Ich habe noch keine Lösung gefunden. Um halb sechs habe ich die Arbeit verlassen und bin zum Fitness-Studio gegangen – ich passe jetzt auf, dass ich mein Training nicht „zufällig“ gleichzeitig mit den Sport-Terminen von Martin plane, weil ich es nicht mehr vor habe, meinen Zeitplan für eine optimale Überlappung unserer freien Abende anzupassen. Ich bin kurz vor neun zu Hause angekommen. Hoffentlich bringt es was. Seit dem ich hier arbeite fahre ich – jetzt immer noch – jeden Morgen und jeden Abend 20mn zwischen Wohnung und Arbeit mit dem Fahrrad. Ich habe schon, ohne es zu merken, 5kg abgenommen – obwohl ich bis vor einem Monat keine Küche hatte und abends fast immer in Restaurants gegessen hatte. Ich komme mir trotzdem genau so fett wie in Juni vor. Ich habe mir heute Abend nach dem Sport einen Salat mit Chicorée, Champignons, Tomate und Thunfisch vorbereitet (von Letzteres hat meine Mieze natürlich auch etwas bekommen). Jetzt brauche ich nur noch Geduld und Durchhaltevermögen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.