Tag der deutschen Einheit

Das Wetter war gestern richtig schön sonnig, wenn kalt. Ich hatte beschlossen, am Feiertag ein bisschen Sport zu treiben, und bin gegen 11:00 mit dem Fahrrad los gefahren. Meine Strecke um den See hat zwei Stunden gedauert, wobei ich mehrmals gehalten habe, um Fotos von der schönen Landschaft zu machen, oder um meinen Weg auf der Karte zu prüfen. Es gab viele Leute unterwegs, andere Fahrradfahrer, Jogger und Spaziergänger. Ich habe einen kleinen Strand entdeckt, wo ich am nächsten Sommer definitiv viel Zeit verbringen werde. Kurz vor Ende der Fahrradtour habe ich trotz Frühstücks extrem Hunger bekommen. Ich habe beim Döner-Lokal bei mir gehalten und etwas zum mitnehmen geholt. Danach wollte ich ursprünglich zum Fitness-Studio fahren, wo ich mich diese Woche angemeldet habe; ich war doch zu müde dafür. Außerdem hätte es zu lange gedauert, und ich hätte mich mit Martin nicht mehr in der Stadt treffen können.

Es hat immerhin bis 16:00 gedauert, bis ich ihn angerufen habe. Ich war nach der Spazierfahrt so müde, dass ich nur vor mich hin gedöselt hatte und erst um halb vier geduscht habe. Als ich ankam, war’s schon nach 17:30. Ich hatte mich wohl mit meinen anderen Freunden daran gewöhnt, dass man sich nachmittags spät trifft, und selten vor 20:30 essen geht – für Deutsche ist es schon um 18:00 Abendzeit. Wir sind eine Stunde in der Menge vor dem Brandenburger Tor geblieben. Es gab eine Bühne, und überall riesige Werbungen für eine Marke, die eine braune koffeinhaltige Brause verkauft. Diese Marke hatte auch die Bühne organisiert. In der ganzen Stunde, als wir da standen, gab es nur Werbung, sonst keinen Programm.  Nichts auf der Bühne, außer einige Organisatoren, die um eine Anlage herum standen und ab und zu die Leute dazu aufgefordert haben, ihre Fotos unter einem bestimmten Hashtag der Marke auf sozialen Netzwerken hochzuladen. Krassere Kommerzialisierung gibt’s nicht. Die Leute herum haben unter sich gesprochen, von den Hütten zum Essen und Trinken gekauft, und die Bühne kaum beachtet. Am Lächerlisten fand ich die „Konserve-Jubeln“, die die Organisatoren nach Ankündigungen durch die Lautsprecher gespielt haben. Weit weg hat es noch glaubwürdig gewirkt, aber wenn man nah an der Bühne war, merkte man sofort, dass das Jubeln aus einer Tonaufnahme kam und nicht von der Menschenmenge, die eher den Eindruck gab, dass sie nicht wusste, warum sie unbedingt hier sein musste. Martin hat mich zu einem Bier eingeladen. Hunger hatte ich nicht, da es so früh war und ich nach dem Fahrradfahren gut gegessen hatte. Ich habe ein bisschen an seiner Flammküche geknabbert.

Nach einer Stunde wurde es ihm zu kalt, da er nur eine dünne Jacke an hatte, und er hat vorgeschlagen, mich zum Hauptbahnhof zu begleiten. Zum Abschied gab’s diesmal kein Küsschen auf die Wange. Ich war enttäuscht, dass wir uns so kurz gesehen haben. Andererseits war es besser so, ich habe es während der Rückfahrt nach Hause in der S-Bahn zwei mal geschafft, einfach auf meinem Sitzplatz einzuschlafen. So verging unser viertes Date. Beim nächsten Mal, muss ich mir überlegen, wie ich den ersten Schritt machen kann. Wenn ich mich traue.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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3 Gedanken zu “Tag der deutschen Einheit

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