Endlich eine Wohnung

Es gibt gute Nachrichten, ich habe endlich eine Wohnung gefunden.

Nicht die, die ganz nah an der Straßenbahn liegt. Die wäre toll gewesen, weil ich gerade 15mn zu Fuß zur Arbeit gebraucht hätte. Ich war wieder dort letzte Woche, ich habe in einem asiatischen Restaurant direkt gegenüber abends gegessen, und es ist doch laut, wenn die Bahn fährt. Die Frau der Immobilienagentur hat mich angerufen. Sie hat nicht herausgefunden, wie sie bei der SCHUFA nach meinen Daten fragen kann, weil ich keinen deutschen Pass habe. Das ist genau das, was ich ihr vom Anfang an gesagt hatte. Sie hat mir gesagt, da die SCHUFA-Auskunft erforderlich ist, könnte ich die Wohnung nicht bekommen. Es wäre gut, nur aus Prinzip gegen die zu klagen, da dadurch Ausländer auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert werden. Ich habe aber besseres mit meiner Zeit zu tun. Die Firma sitzt übrigens in Jena. Meine ehemalige koreanische Kollegin war vor zwei Jahren dort zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Sie war mit ihrem Mann und beiden Kindern hingefahren, sie hatten abends in einem Restaurant gegessen. Sie hat mir danach erzählt, wie sie sich dabei sehr unwohl gefühlt hatte, weil alle anderen Gäste sie die ganze Zeit unfreundlich angestarrt hatten. Sie meinte, die Leute dort müssten wohl noch nie im Leben asiatische Ausländer gesehen haben.

Ich habe zum Glück am Mittwoch eine Zusage für die Wohnung bekommen, die ich die Woche davor besichtigt hatte. Sie ist sehr ruhig gelegen, es gibt keine Straße direkt ums Haus, die nächste Straße ist gut 50m entfernt und ist noch sehr klein. Und schön, drei Zimmer mit Balkon, und deutlich günstiger als meine aktuelle Wohnung. Auch noch günstiger als die Wohnung neben der S-Bahn. Alles was fehlt, ist der endgültige Mietvertrag. Er wird mir diese Woche per Post geschickt. Die elektronische Version habe ich schon per Email bekommen. Ich freue mich riesig. So bald ich einziehen kann, kaufe ich ein paar Kratzbäume, ein pro Zimmer, dann noch ein Katzenklo, und nehme meine Katze endlich mit. Ihr geht’s momentan gar nicht gut. Es ist für sie zu viel Stress, dass ich jede Woche weg bin und nur am Wochenende nach Hause fahre. Letztes Wochenende hatte sie sich am Samstag ganz früh morgens übergeben, vorgestern auch. Meine Vermieterin sagte, das würde sie in der Woche sonst nicht machen. Und ich werde nicht traurig sein, nicht mehr am Wochenende mit dem Zug zu pendeln. Jedes Mal acht Stunden theoretisch, eigentlich mehr in der Praxis, weil es immer Verspätungen gibt, am Freitag war es besonders übel, alle Züge konnten über anderthalb Stunde von Köln nicht wegfahren. Zum Glück war die Klimaanlage in meinem Zug in Ordnung (eigentlich hätte ich einen anderen ICE nehmen sollen, aber er war ausgefallen, und ich hätte den eh nicht erreicht, weil mein ICE aus Berlin schon über 40mn Verspätung hatte).

Ich hätte damit gerechnet, erstmals keine Sorge mehr zu haben. Arbeit, Wohnung, alles in Ordnung. Tja. Es gibt da diesen Kollegen, mit dem ich so unheimlich gerne zusammen bin… Ach nee, ich kann mich doch nicht in so einer kurzen Zeit verlieben! Oder doch? Ich kenne ihn kaum. Nun, ich fühle mich ganz schön zu ihm angezogen. Die Alarmglocke hat bei mir geschlagen, als ich bei der Arbeit eines Morgens neben ihm stehen musste, und er von seinem morgendlichen Fahrradfahren noch verschwitzt war, und anstatt, dass der Geruch mich störte, wie zu erwarten gewesen wäre, habe ich plötzlich einen Hormonenüberschuss bekommen und den Drang gespürt, ihn anzufassen. Schlimm. Für die nächsten Wochen sollte er in den Urlaub fahren. Zeit genug, um mich zusammen zu reißen.

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3 Gedanken zu “Endlich eine Wohnung

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