Fernarbeit

Mich hat heute meine chinesische Freundin Mei aus der Chemie angerufen. Wir hatten uns das letzte Mal in meinem früheren Institut gesehen, am Tag vor meinem Umzug. Sie hatte mir bis früh nachmittags geholfen, danach hatten wir am Institut an einem Gerät gearbeitet, weil sie eine spezielle Einstellung benutzen wollte, mit der wir sonst nie arbeiten. Ich hatte es mit ihr letztes Jahr schon gemacht und im Laborbuch die ganze Prozedur aufgeschrieben, aber irgendwie war keiner am Institut in der Lage, ihr behilflich zu sein. Yong Jin hatte schon das Institut für ihre neue Stelle verlassen (ich glaube, von ihr werde ich wohl nie wieder was hören, sie hatte zwar gesagt, dass wir in Kontakt bleiben sollten, hat aber seitdem nicht mehr auf Emails oder Anrufe geantwortet). Der adipösen Assistentin Angelika hatte ich schon alles erklärt, weil ich wusste, dass Mei das Gerät buchen wollte, aber sie traute sich nicht, das alleine zu machen. Unser angebliche Expert für diese Messmethode, Lars, hat sich sofort raus gehalten, als Mei ihn nach Hilfe fragte. Mein Nachfolger Andrzej ist sehr gut, ist aber in einer anderen Messmethode spezialisiert. Ein Glück für Mei, dass ich noch da war und bereit war, an einem Urlaubstag Zeit für sie zu nehmen.

So glatt lief es nicht, aber wir haben es nach einer Stunde geschafft, das Gerät für Oberflächenmessungen unter streifendem Einfall einzustellen. Ich habe die Prozedur im Laborbuch aktualisiert, ich musste doch damals vergessen haben, einige wichtige Details aufzuschreiben, um den richtigen Detektor anzusprechen (es war auch nicht sooo schwer, drauf zu kommen). Danach habe ich lange mit meinem ex-Chef diskutiert und bin nach Hause gegangen, um Kartons weiter zu packen. Seitdem habe ich fast täglich mehrmals Anrufe von Mei bekommen. Der Untergrund bei ihren neuen Messungen war komisch, die Phase war nicht zu sehen, die sie erwartet hatte… und keiner konnte ihr helfen. Nicht zu fassen. Bei meinem ex-Chef vermute ich Arbeitsüberlastung, er hat einfach keine Zeit, sich um Institutsexterne zu kümmern. Unser auf Dauer eingestellte „Expert“ Lars war bei meinem ex-Chef im Büro, als Mei ihn fragte; seine spontane Reaktion nach ihrer Frage war „Pfff, keine Ahnung“. Wenn mein ex-Chef noch ein bisschen Vernunft besitzt und ehrlich mit sich selbst ist, muss er doch gemerkt haben, dass er bei seiner Wahl für die Dauereinstellung total daneben gelegen hat. Am Ende haben wir alle Probleme von Mei zu zweit am Telefon gelöst. Falscher Probenträger benutzt, Erklärung für den Untergrund gefunden, und für die fehlende Phase… Meinen neuen Chef hat es teilweise genervt, dass ich selbst während der Mittagspause den Support für mein frühere Institut gemacht habe. Wenigstens ist die Messung von Mei jetzt erfolgreich durchgeführt worden.

Frust

Gestern war extrem frustrierend. Ich habe die Aufgabe bekommen, ein wissenschaftliches Softwarepacket auf unseren Servern zu aktualisieren. Mit Linux arbeite ich seit zwei Monaten nach einer etwa vierzehnjährigen Pause wieder, genauer gesagt seitdem ich diese neue Stelle bekommen habe. In meinem früheren Institut hatten wir für die tägliche Arbeit Windows benutzt, nicht so typisch bei Wissenschaftlern an der Uni. Seit Juli bin ich also dabei, die einfachsten Befehle aus der Kommandozeile neu zu erlernen, zum Beispiel wie Dateien entpackt werden, oder wie ein ganzer Ordner kopiert oder gelöscht wird. Oder wie man ein Programm aufruft, der nicht im PATH liegt. Dateiname funktioniert nicht, seit heute weiß ich, dass ich ./Dateiname eintippen soll. Ja, man kann auch unter Linux mit Fenstern und Maus arbeiten, aber ich wusste lange nicht, wie man ein solches Explorer-Fenster öffnet, wenn man mit ssh auf einem anderen Rechner unter einem anderen Login arbeitet. Und ich weiß nicht mal, wo meine persönlichen Dateien physisch liegen, da ich egal aus welchem Rechner darauf zugreifen kann. Aber gut, das ist nicht das wichtigste. Ich komme mir ziemlich blöd vor, wenn ich meinen Zimmerkollegen, den IT-Ingenieur der Arbeitsgruppe, wegen solchen Kleinigkeiten um Hilfe fragen muss. Und gestern nachmittags hieß es plötzlich bei unserem wöchentlichen Meeting, dass ich für die wissenschaftlichen Programme hier zuständig bin.

Damit es nicht zu einfach wird, haben wir verschiedene Server, und das Softwarepacket muss auf allen aktualisiert werden. Server1 ist älter und für unsere internen Zwecke gedacht, darauf kann ich nur 32bits-Versionen installieren. Der neuere Server2 wird für den Nutzerbetrieb und für intensive Rechnungen benutzt, auf diesem müssen 64bits-Versionen installiert werden. Das Softwarepacket, das ich aktualisieren musste, steht schon seit einem Jahr zum Herunterladen zur Verfügung – wie viele Programme in meinem Fach handelt es sich um ein kostenloses Programm, das von anderen Wissenschaftlern unter GNU-Lizenz entwickelt wird. Wie ich heute festgestellt habe, wurde die 64bits-Version auf Server2 schon vor einem Jahr installiert. Das ist schon mal gesparte Arbeit. Ich hatte mit Server1 angefangen. Es gibt seit kurzem ein Installer, das man mit einfachem Klick starten kann und das das ganze Packet samt Aktualisierung der Pfade installiert. Toll, wenn es auf Server1 funktionieren würde. Ich wusste gestern noch nicht, wie man aus der Kommandozeile ein Fenster öffnet, um auf dem Installer zu klicken. Ein Fenster kann ich sonst bei mir ohne Problem aus dem Desktop öffnen, aber dann bin ich unter meinem eigenen Login und habe die benötigten Rechte für die Installation nicht. Den Konqueror-Tipp kannte ich noch nicht. Ich habe in der Kommandozeile Dateiname in dem Ordner eingetippt, in dem das Installer lag; ohne ./ vorne ging’s natürlich nicht. Ich habe das Installer gelöscht und die Programmquelle stattdessen heruntergeladen. Es wäre eh mit dem Installer fehlgeschlagen, da ich heute festgestellt habe, dass es zu „core dumped“-Fehlern führt. Mein Zimmerkollege meint, dass Server1 wahrscheinlich zu alt für das Installer ist.

Es hieß also, Programmquelle kompilieren. Auf der Internetseite des Softwarepackets ist eine ausführliche Anweisung zur Installation angegeben. Ich habe die heruntergeladene Datei entpackt. Ich habe wie beschrieben die setup-Datei für unsere Konfiguration geändert. Ich habe source setup-Datei problemlos durchgeführt. Danach musste ich mit ./configure die Installation konfigurieren. Es ging nicht. Fehlermeldung, ./configure kennt mein System nicht. Mein IT-Kollege hatte sich schon zum Feierabend verabschiedet. Mir hat’s gestern Abend gereicht. Ich spürte ein leichtes Kopfschmerz, das drohte, schnell zur Migräne zu wechseln. Ich bin zur ersten Etage herunter gegangen, es war schon nach 18:00, und Martin war überraschenderweise noch im Büro, mit der Diplom-Studentin (ja, es gibt noch welche). Das Wetter war so toll, ich habe den beiden vorgeschlagen, Eis essen zu gehen. Die Studentin hatte zu viel zu tun. Martin hat sich entschuldigt, mit der Ausrede, dass er heute Abend an einem Lauf teilnehmen wollte. Irgendwie komisch, so ganz nachvollziehen konnte ich es nicht. Wir haben ein bisschen geredet und ich bin weg gegangen. Im gleichen Moment ist auch Martin gegangen, aber er hat mit mir kein Wort mehr gewechselt, hat mir den Rücken zugedreht und ist in die entgegengesetzte Richtung gegangen. Es hat mich total verletzt. Ich habe den starken Eindruck bekommen, dass er sich seit letzter Woche auf einmal von mir distanziert hat, und ich habe keine Ahnung warum. Ich hätte wissen sollen, dass es keine gute Idee ist, sich so schnell zu verlieben. Oder sich überhaupt in einem Deutschen zu verlieben. Deutsche Männer sind mir häufig zu kühl und scheinen selber nicht zu wissen, was sie wirklich wollen. Es kann kein Zufall sein, dass ich schon so viele Jahre in Deutschland Single geblieben bin. Ich werde es sicherlich für die kommenden zwei Jahre hier weiter sein. Schließlich bin ich nur für die Arbeit umgezogen. Ich sollte daran gewöhnt sein, alleine zu leben. Warum finde ich es auf einmal so schwer und deprimierend? Mir ging’s gestern Abend richtig mies.

Wie auch immer, ich habe heute mein Installationsproblem gelöst. Ich hatte gestern einfach nicht die ganze Quelle heruntergeladen, also doch nicht die richtige Datei ausgesucht, deswegen kannte das System ./configure nicht. Nach dem make habe ich gesehen, dass einige Teilprogramme aus dem Packet fehlten. Ich habe sie einfach aus der früheren Version kopiert. Danach gab’s Probleme mit dem Pfad für Tcl/Tk. Ich war froh, als ich den Namen des Softwarepackets eingetippt habe und das Fenster tatsächlich erschienen ist. Ich habe meine Kollegen, die mit dem Programm häufig arbeiten, darum gebettet, mich über Probleme zu informieren. Ich hoffe, keiner meldet sich, weil es dann heißen würde, dass ich es endlich richtig installiert habe.

Schlaflos

Mit allem, was ich heute gemacht habe, ist es nicht zu verstehen.

Um 05:30 bin ich von meiner Mieze geweckt worden. Sie hat mit der Pflanze auf der Fensterbank gespielt, die lange Blätter hat, die vor der Heizung hängen. Danach fand sie die Kunststoff-Verpackung vom Kratzbaum, den ich ihr gestern gebaut habe, sehr interessant, weil sie so tolle Geräusche macht. Ich konnte nicht mehr schlafen und bin um 07:00 aufgestanden.

Nach dem Frühstück habe ich beschlossen, zum REWE zu Fuß einkaufen zu gehen. Ich hatte seine ungefähre Lage auf Google Map geschaut, musste trotzdem Passanten nach dem Weg fragen. Ich hatte gehofft, dort einen Wäscheständer zu finden. Ich habe gestern meine neue Waschmaschine bekommen. Sie anschließen konnten die Lieferer nicht, weil der Siphon fehlte. Die Vormieter müssen es beim Ausziehen mitgenommen haben, obwohl es zur Wohnung gehören sollte. Wir haben den Hausmeister meiner Wohnung angerufen, den ich immer noch nicht kenne, und ein der beiden Jungs hat ihm das Problem geschildert. Er hat gesagt, er würde mit mir einen Termin ausmachen, um einen neuen Siphon zu installieren und die Maschine anzuschließen. Für die Zwischenzeit haben wir den Abfluss der Waschmaschine hängen lassen, ich soll ihn ins Klo tun, wenn ich Kleider wasche. Kurz nach dem Telefonat haben wir noch festgestellt, dass der Wasserhahn defekt ist. Wenn man ihn öffnet, fließt Wasser überall herum. Ich bin jetzt wirklich darauf angewiesen zu warten, bis der Hausmeister sich meldet. Bei den wenigen Gesprächen, die ich mit ihm am Telefon hatte, fürchte ich, es kann lange dauern. Er kommt mir nicht wie jemand vor, der sich gerne bei der Arbeit anstrengt. Mal schauen. Beim REWE gab es keinen Wäscheständer. Dafür bin ich mit vielen Whiskas-Leckerlies zurück gekommen, die waren im Angebot mit 0,99€ pro Packung, das sieht man selten.

Ich hatte noch geplant, Streu fürs Katzenklo zu kaufen. Ich nehme gerne die Ultra-Klumpen-Sorte von DM, dafür musste ich relativ weit weg mit dem Fahrrad fahren. Bei mir in der Nähe gibt es wirklich keinen Laden. Die schwere Packung hat ihm Korb gepasst. Als ich in meiner engen Straße zurück fuhr, kam mir ein LKW entgegen. Ich bin zum Bürgersteig gegangen, um Platz zu machen; beim Herunterfahren ist mir der Korb aus dem Fahrrad gerutscht und auf dem Boden gefallen. Zum Glück ist die Packung Streu heil geblieben.

Ich wollte mit dem Fahrrad nach IKEA fahren, um eventuell mein Schlafzimmer dort zu planen. Auf dem Weg dahin ist mir aufgefallen, dass ich das Zimmer noch nicht gemessen hatte. Ich habe bei OBI gehalten und ein „Meter-Akkordeon“ aus Holz geholt – es heißt eigentlich „Zollstock“. Dort gab es auch Wäscheständer. Ich konnte also nicht mehr mit dem Fahrrad zurück fahren. Ich habe die Verpackung vom Ständer vorne gerissen und den Ständer flach auf dem Fahrrad gelegt, mit dem Lenker durch das Loch der Verpackung. Zu Fuß nach Hause: Gut 40mn. Es war warm, die Sonne schien, eine leichte Migräne war leider auch da, seit dem späten Vormittag, und durch das schnelle Mittagessen vor dem OBI in einem chinesischen Lokal nicht verschwunden. Zu Hause angekommen, habe ich erstmals 30mn auf dem Sofa gelegen, mir war schon schwindelig. Dann das Zimmer gemessen, und ab nach IKEA, diesmal wirklich.

Ich habe mit dem Fahrrad eine Stunde gebraucht. Die Migräne war beim Ankommen immer noch da, ich habe beschlossen, dort etwas zu trinken. Ich habe auch einen Joghurt mit Früchten genommen, weil ich zu Hause noch keinen Kühlschrank habe und dadurch nicht genug Milchprodukte essen kann. Aber ich denke, das, was ich bei IKEA gegessen habe, verdient den Namen „Joghurt“ nicht. Ich hatte den starken Verdacht, dass es heftig mit Gelatine oder ähnliches verdünnt wurde. Ist ja klar, dadurch kann man mehr Profit machen. Bläh. Nie wieder. Ich habe gut drei Stunden gebraucht, um meine Möbelauswahl zu treffen. Weil ich nicht nur ein Schlafzimmer brauche, und mir auch Schreibtische und Stühle für meinen Rechner angeschaut habe. Ein Regal für meine Arbeitsecke habe ich mir auch ausgesucht. Insgesamt habe ich über 1000€ ausgegeben. Dazu kamen noch 144€ für die Lieferung, und 250€ für die Montage, die ich bei der Lieferung in zehn Tagen bezahlen muss. Sau teuer, ein Viertel vom Kaufpreis. Beim nächsten Mal, wenn es ein nächstes Mal gibt, frage ich noch lieber Kollegen, beim Bauen mitzuhelfen. Nach einer Stunde Fahrrad war ich gegen 20:00 zu Hause, und wie ich mit Überraschung festgestellt habe, ohne Migräne. Ich habe Thunfisch-Sandwiches gegessen, geduscht und gelesen. Einschlafen kann ich um 01:00 immer noch nicht.

Beim Betriebsarzt

Fast hätte ich den Termin verpasst. Ich hatte am Abend davor so schön mit Martin gesessen und ein Bier getrunken, es hätte fast gereicht, um den Termin zu vergessen. Ich wollte gerade mein zweites Bier bestellen, als ich mich plötzlich wieder daran erinnerte.

Ich hatte den Termin per Email bekommen. Mein Betriebsarzt ist an einer ganz anderen Ecke von Berlin, weil mein Arbeitgeber nicht an meinem Arbeitsort sitzt, mit der S-Bahn brauche ich eine gute Stunde. Es hieß, der Termin wäre zwischen 08:00 und 11:30 geplant. Ich habe noch in Erinnerung meine Termine beim Betriebsarzt an der Uni, wo man nie weiß, wann man dran ist, weil die Studenten auch dorthin gehen und man dadurch schon den ganzen Vormittag dort verbringen kann. Ich bin also pünktlich um 08:00 angekommen, was für mich hieß, um 05:45 aufzustehen. Als ich ankam war niemand in der Praxis. Ich habe zehn Minuten gewartet, bis eine Sekretärin sich gezeigt hat. Der Termin selbst ging schnell. Das Gespräch mit dem Arzt war sehr oberflächlich. Bei der Blutprobe hat sich eine junge Frau um mich gekümmert. Ich habe sie in der Kategorie „zickig“ gespeichert. Ständig hat sie Fragen gestellt. Warum ich in Deutschland bin, ob ich einen Freund habe (was geht’s ihr an?), ob ich nicht irgendwann zurück nach Frankreich möchte (für mich ist es ein getarnter Ausdruck von Ausländerfeindlichkeit geworden, so häufig ich diese Frage gestellt bekommen habe…), ob es stimmte, dass Franzosen Deutsche hassen, und die enttäuschte Reaktion, als ich dies beneinte (aus meiner Erfahrung sind Deutsche Franzosen ziemlich egal, wie die anderen Leute halt, wir sehen euch nur als Touristen im Sommer). Ich konnte es nicht glauben, aber als ich ins Büro zurück kam, nach wieder einer Stunde Fahrt, war es gerade um die 10:30. Ich hatte deswegen einen Termin bei meinem Chef verschoben und hätte es eigentlich gar nicht nötig gehabt.

Erstes Date

Wenn man das so bezeichnen kann.

In meiner neuen Wohnung habe ich wirklich nichts. Viele Kartons, und eine Couch, auf der ich momentan schlafe. Nicht mal Lampen sind vorhanden, ich habe nur nackte Kabel, die aus der Decke hängen. Ich habe mir in der Mittagspause eine Lampe für die Kücke gekauft. Da ich mich nicht traue, die selber zu installieren, habe ich Martin nach Hilfe gefragt. Wir sind nach der Arbeit zu mir gefahren. Und haben festgestellt, dass es doch nicht ging, weil meine Leiter zu klein ist. So ein Mist aber auch. Meine Decke ist 3m20 hoch, ich bin daran nicht gewöhnt. Martin hat vorgeschlagen, bei meinen Nachbarn zu fragen, ob sie eine größere Leiter zum Ausleihen hätten. Einige waren nicht da, die anderen hatten nur kleine Leiter wie meine. Ich glaube, sie haben uns für ein Paar gehalten – Martin hat sich auch jedesmal sebst vorgestellt. Als wir zu meiner Wohnung zurück gekommen sind, habe ich ihm gesagt, wir sollten das mit der Lampe lieber vertagen. Er hat darauf bestanden, es trotzdem zu versuchen und hat auf der obersten Stufe der Leiter Bücher gestapelt. Es hat geklappt. Ich hatte dabei echt kein gutes Gefühl, ein Unfall kann so schnell passieren, zum Glück ist es noch gut gegangen. Ich habe die ganze Zeit die Leiter festgehalten und mich gezwungen, trotz extremer Nähe mich normal zu verhalten, keine kleine Herausforderung, da ich mich so sehr zu ihm hingezogen fühle. Danach hat er vorgeschlagen, Eis essen zu gehen. Wir sind auf dem Weg dahin an die kleinste Brauerei vorbei gegangen, von der Winfried schon mehrmals erzählt hat, und haben dort ein Bier getrunken. Ich habe ihn als Dankeschön eingeladen. Wir haben viel geredet, danach ist jeder nach Hause gegangen. Irgendwie blöd. Als er sich auf dem Weg zur Straßenbahn gemacht hat, hat er sich umgedreht, und ich habe den Eindruck bekommen, dass er vielleicht etwas von mir erwartet hätte.

Einschlafen fiel mir danach sehr schwer ein. Ich habe mich ständig gefragt, was ich anders hätte sagen oder machen sollen. Und dann kam die Unsicherheit wieder, und ich habe gedacht, dass ich mir vielleicht Sachen einbilde, die gar nicht der Realität entsprechen. Warum würde er sich für mich interessieren? Oder bin ich einfach pessimistisch geworden, weil meine Tage wieder dran sind?

Umzug überstanden

Wir sind gestern vormittags los gefahren. Mein Helfer hatte einen Freund mitgebracht, damit sie sich beim Fahren abwechseln können. Ich habe es gerade rechtzeitig geschafft, die Kartons fertig zu packen. Natürlich habe ich Kleinigkeiten in der alten Wohnung vergessen. Die Wanduhr hängt immer noch in der Küche, und ich habe meine schöne von meiner Mami geschenkte Tischdecke auf dem Küchentisch liegen lassen. Ich sollte irgendwann im Herbst für einen Vortrag an der Uni zurück kommen, vielleicht kann meine Vermieterin die Sachen bis dahin für mich sicher stellen.

Am schwierigsten war es, die Katze zu überzeugen, in ihre Reisetasche zu gehen. Es ist mir nicht gelungen. Ich musste es am Ende mit Gewalt selber machen: Tasche vertikal gestellt, Katze gefangen, fauchende Katze mit ausgestreckten Krallen in die Tasche rein, vordere Klappe zu. Sie hat dann angefangen, ganz heftig zu miauen. Die kleine Decke, die ich vorbereitet hatte, lag natürlich nicht mehr schön am Boden, sondern war zusammen gefaltet auf der anderen Seite der Tasche. Sie hat sich im Treppenhaus so laut gewehrt, dass die Vermieterin uns zum Abschied nicht verpassen konnte. Ich hätte mich gerne nach all den Jahren länger verabschiedet, aber ich wollte meine Fahrer nicht zu lange warten lassen. Es wird einen ausführlichen Brief geben.

Im Leihwagen haben wir die Katze nicht zu sehr gehört. Zum einen war der Motor sehr laut. Zum anderen hat sie selber nach einer halben Stunde aufgehört, so fürchterlich zu miauen. Ich hatte sie am Anfang bei meinen Füßen gehabt. Die Sonne schien, die Tasche ist schwarz, ich habe die Fußventilation eingestellt und mit meinem langen Rock Schatten erzeugt. Gegen mittags haben wir eine kurze Pause gemacht. Mein Rücken tat weh. Nach dem Fahrerwechsel habe ich die Katze in ihrer Tasche auf meine Beine genommen. Mit einer Einweg-Pipette aus dem Chemie-Labor konnte ich ihr während der Fahrt Wasser durch die Löcher der Tasche zum trinken geben. Sie hat nach fünf Stunden Fahrt trotzdem angefangen, ganz heftig zu heucheln. Eine halbe Stunde vor Ende der Reise wurde sie ganz unruhig und fing an, sich in der Tasche ständig zu bewegen. Ich war froh, als wir endlich angekommen sind. Wir hatten Glück, weil sie sich gar nicht übergeben hat, und sonst auch nicht die Tasche als Klo benutzt hat. Es war für mich mit sieben Stunden Fahrt nicht selbstverständlich, deshalb hatte ich eine Decke in die Tasche vorbereitet.

Da ich für die Wohnungsübergabe nicht da war, hat es Mieke, eine Kollegin, für mich gemacht und die Schlüssel geholt (ich könnte eigentlich eindeutig „meine“ statt „eine“ sagen, da alle meine anderen Kollegen männlich sind, außer die Studentin). Sie hatte auf uns vor dem Haus gewartet. Die Wohnung und die Lage haben ihr so gut gefallen, dass sie sich jetzt ernsthaft überlegt, in das Haus umzuziehen, weil der Hausmeister ihr gesagt hat, dass eine bald frei wird. Es wäre toll, sie als Nachbarin zu haben. Beim Ankommen habe ich meine Helfer die Kartons hoch tragen lassen und bin mit der Katze zum Badezimmer gegangen. Ich habe sofort ihr Klo vorbereitet, damit sie einen vertrauten Geruch zu riechen bekommt. Sie war noch ganz aufgeregt und hat im Haus weiter gehechelt. Ich habe ihr noch ihre Schüssel mit Wasser gebracht und habe sie im Badezimmer in Ruhe gelassen.

Die Wohnung ist wirklich klasse. Ich hatte sie schon nicht mehr so gut in Erinnerung gehabt. Ich werde wieder sehr viele Fenster zu putzen haben. Meine Vormieter haben es nicht gemacht, es gibt überall kleine Fingerspuren auf Zwerghöhe. Die Gegend ist wirklich traumhaft ruhig. Es ist schon laut, wenn jemand im Treppenhaus unterwegs ist, weil es ein Altbau ist, aber sonst sind meine Nachbar bis jetzt sehr leise, obwohl Kinder in der Nachbarschaft sind. Gestern hatte ein Kleinkind Geburtstag im Garten gefeiert bekommen. Ich war kurz zur Arbeit gefahren, um den Staubsauger zu holen, und habe bei der Ruckkehr einen kleinen nackten blonden Zwerg auf der Wiese rumlaufen gesehen (es war wirklich sehr warm). Ich habe auf meiner Etage meine Nachbarin kennen gelernt, sie wirkte ganz nett.

Heute habe ich geputzt. Nur nicht im zukünftigen Schlafzimmer, weil dort noch alle Kartons im Weg stehen. Außer meiner Couch habe ich gar nichts. Ich brauche zuerst dringend eine Waschmaschine, einen Ständer zum trocknen für die Kleider, eine komplette Küche, einen Spiegel im Badezimmer, einen Vorhang für die Dusche, und Lampen. Und natürlich Kratzbäume. Die Katze hat sich schon gut eingelebt. Sie ist gar nicht mit rundem Rücken durch die Wohnung seitlich gehüpft, wie damals, als ich meine Wohnung vergrößern lassen hatte. Sie hat sich alle Zimmer mit tiefem und wedeldem Schwanz angeschaut. Bei jedem Geräusch spitzt sie intensiv die Ohren. Heute hat sie sich bis zum Balkon draußen getraut. Es ist ganz neu für sie. Ich lasse sie aber nur raus, wenn ich selber anwesend bin. Es hat ihr sehr gut gefallen, draußen zu sein. Heute Abend hat sie sich neben mir auf dem Sofa gelegt und hat geschnurrt. Alles gut.

Kartons gepackt

Na ja, fast. Jetzt bin ich zu müde und ins Bett gegangen. Den Rest kann ich morgen ganz früh erledigen. Ich habe keinen Karton mehr, aber dafür eine neue Packung Müllsäcke besorgt.

Wir haben heute Morgen den Leihwagen bei Lünemann geholt. Ich dachte zuerst, es wäre besser, eine lokale Firma arbeiten zu lassen. Ich habe aber schon ein sehr schlechtes Gefühl bei denen bekommen. Der Eindruck verlässt mich nicht, dass die Frau alle Mittel suchen wird, um uns noch mehr Geld abzuzocken. Es fing mit meinen Personalien an. Ich habe – noch – keinen deutschen Pass. Nach so vielen Jahren in Deutschland darf ich jetzt die doppelte Bürgerschaft beantragen, ich wollte nur abwarten, bis ich mich in Berlin angemeldet habe.

Die Frau hat meinen französischen Pass gesehen und verlangt, meine Anmeldebescheinung zu sehen, weil auf ausländischen Pässen die Adresse nicht unbedingt aktuell wäre. Die hatte ich aber schon mit anderen wichtigen Papieren nach Berlin mitgenommen. Uns wurde vorher nicht gesagt, dass diese Bescheinigung nötig wäre, und wer trägt sie schon immer dabei mit sich rum? Das „Problem“ hat die Frau damit gelöst, indem sie eine Reservierung von 1000€ aus meiner Kreditkarte für 21 Tage mir zum unterschreiben vor der Nase gehalten hat. Dabei hat sie den Zweck dieser Reservierung sehr undeutlich erklärt. Ich musste sie fragen, es zu wiederholen, und hatte beim zweiten Mal immer noch nicht verstanden, worum es ging. Ich dachte, es könnte ein sprachliches Problem sein, aber mein deutscher Begleiter war genau so ratlos wie ich. Es ist anscheinend so, dass das Geld für die Dauer der Reservierung blockiert ist und zur Verfügung stehen soll, falls irgendwelche Schäden zustande kommen. Ich werde solange jeden Tag meinen Kontostand genau unter der Lupe nehmen.

Wir haben uns danach den Wagen genauer angeschaut. Die Frau hat viele Fotos von dem Wagen gemacht. Ich auch. Sie hatte uns den Vertrag für den Mietwagen gegeben, drauf war aber eine ganz andere Kilometeranzahl, als auf dem Zähler im Wagen stand. Mein Begleiter hat es gemerkt und sie sofort gefragt, den Vertrag zu aktualisieren. Sie hat es nicht erneut gedruckt, sondern die richtige Zahl oberhalb von der gedruckten Zahl per Hand geschrieben. Ich hoffe, sie versucht danach nicht zu erzählen, dass wir den Wert selber geschrieben hätten. Meine Freundin Mei hatte mir heute Morgen beim Packen weiter geholfen und war mit uns zur Firma gekommen, sie wäre als Zeugin auch dabei.

Wir haben meine Wohnung gut geleert. Ich habe nur noch meinen Rechner und „klein Kramm“. Mit dem kleinen Kramm könnte ich eigentlich noch einen Karton füllen. Ich habe fast alles in meinen Koffer gepackt, für den Rest nehme ich Müllsäcke. Meine Katze ist völlig verwirrt. Ich hoffe, ich kann sie morgen problemlos in ihrer Transporttasche nehmen. Wir fahren früh los und haben bestimmt gut sieben Stunden Fahrt. Danach Kartons hochladen, danach fahren meine beiden Fahrer zurück und bringen den Wagen zur Firma. Die Frau hat heute Morgen gesagt, es wäre nicht viel teurer, den Wagen einen Tag später zurück zu bringen, sie könnte dann „einfach“ den Betrag aus der Reservierung nehmen. Ich habe ihr gesagt, bevor sie sich bedient will ich in Kenntnis gesetzt werden und eine Rechnung dafür bekommen. Hoffentlich wird es nicht dazu kommen.

Die Pendelei hört bald auf

Ich sitze im Zug, hoffentlich zum letzten Mal. Ich wollte über Nacht fahren und heute Morgen angekommen sein, um meine restlichen Kartons zu packen. Es gab aber vorgestern schon keine freie Liege in den Nachtzügen. Ich habe auf der Seite von Germanwings geschaut, ohne große Hoffnung, da die Preise von Berlin nach Köln in letzter Zeit mir zu hoch waren. Und Überraschung, ich konnte noch eine günstige Reservierung machen! Es ist schon ein bisschen teurer als mit der Bahn, aber dafür reise ich viel schneller.

Ich bin gegen 09:00 mit S-Bahn und Bus nach Tegel gefahren. Es war früher als auf meinem Fahrplan, aber irgendwie bin ich trotzdem mit dem geplanten Bus um die geplante Uhrzeit angekommen. Die S-Bahn kam mir heute Morgen sehr langsam vor. Als ich ausgestiegen bin, habe ich mir die Tafel mit den Flugverbindungen draußen angeschaut, und mein Flug war als „cancelled“ angezeigt! Das ist das erste Mal, dass mir so etwas passiert. Ich bin von Germanwings enttäuscht, dass ich gar keine Meldung bekommen habe. Sie haben meine Email-Adresse und meine Handynummer, bestimmt wie bei den anderen Passagieren, aber sie haben ihre Gäste nicht informiert. Ich wollte gerade P. anrufen, die mir heute nachmittags hilft, die Kartons fertig zu machen, als ich am Informationsschalter ankam. Da ich mich in Tegel schon mehrmals verlaufen habe, habe ich gefragt, wo die Schalter von Germanwings sind, weil mein Flug ausgefallen ist. Der Mann war sehr hilfreich und hat mir sofort den Weg zum Schalter der Muttergesellschaft Lufthansa beschrieben, um dort umgebucht zu werden. Es ging super, die Frau am Schalter war sehr kompetent und sympatisch. Zum Glück hatten sie gerade einen Flugzeug, der in fünf Minuten nach Düsseldorf flug, ich habe einen der letzten Sitzplätzen bekommen. Wir sind mit Verspätung gestartet, aber nur, weil ein Passagier, der sich eingecheckt hatte, nicht im Flugzeug war, und wir mussten aus Sicherheitsgründen warten, bis geprüft wurde, ob ein Gepäck von ihm im Flugzeug war. Ich bin also zum ersten Mal mit einer Maschine der Lufthansa geflogen, und ich fand es schön. Man hat deutlich mehr Platz für die Beine als bei Germanwings, und kriegt noch was zum essen und trinken dazu.

In Düsseldorf fand ich es kompliziert. Ich dachte, Züge würden dort halten, schließlich bin ich von Berlin aus häufig am Flughafen in Düsseldorf vorbei gefahren. Vielleicht gibt es zwei Flughäfen? Der Weg zur S-Bahn war sehr schlecht geschildert. Eine Frau hat mir empfohlen, den sky train zu benutzen, aber man kann dort keine Fahrtkarte der deutschen Bahn kaufen oder benutzen. Ich bin einer Gruppe von Leuten gefolgt, die ebenfalls mit der S-Bahn fahren wollten. Wir haben’s irgendwann gefunden. Eine S-Bahn sollte laut Anzeige um 12:32 nach Düsseldorf fahren, ich habe mir eine NRW Fahrtkarte für zwei Stunden gekauft – die Macht der Gewöhnheit, aus dem Flughafen in Köln bin ich immer mit diesem Ticket nach Hause gefahren, ich habe in dem Moment völlig vergessen, dass ich eine Bahncard besitze. Die S-Bahn von 12:32 kam aber nie an, plötzlich war die von 12:44 angekündigt. Am düsseldorfer Hauptbahnhof ist mir aufgefallen, dass ich mein Ziel in zwei Stunden doch nicht mehr erreichen konnte. Der Kontroller im Zug war aber nett und hat mir erlaubt, den Rest der Strecke mitzufahren.

Sauer

Wann kann ich endlich in meine Wohnung rein?

Ich habe die Kaution am Sonntag überwiesen, heute früh kurz vor 09:00 rief mich die Vermieterin (aus Regensburg) an, um mir zu sagen, dass sie auf ihrem Konto angekommen war. Ihre Mitarbeiterin hatte mir mehrmals versichert, dass ich einziehen könnte, sobald die Kaution überwiesen wäre. Ich hatte darauf gewartet, den Mietvertrag zu unterschreiben, bevor ich Geld überweise; meine bisherige Ansprechpartnerin hatte mir den Vertrag „aus Überlastung bei der Arbeit“ erst am Mittwoch letzter Woche geschickt, statt am Montag wie vereinbart. Ich habe ihn am Donnerstag nachmittags bekommen. Sofort unterschrieben und zurück geschickt. Ich hätte gerne mein eigenes Exemplar von der Vermieterin unterschrieben zurück bekommen, bevor ich die Kaution überweise. Am Sonntag dachte ich, ich überweise sie trotzdem, da ich nicht denke, dass ich mit Betrügern zu tun habe. Ich habe mein Exemplar des Mietvertrages heute Morgen per Post bekommen, Glück gehabt.

Die Miete ist noch nicht bei der Vermieterin angekommen. Es lag daran, dass wir keinen Betrag für die zweite Hälfte von August ausgemacht hatten und ich am Montag anrufen musste, um den genauen Betrag zu erfahren. Weil die Miete noch nicht angekommen ist, darf ich doch noch nicht den Schlüssel zur Wohnung bekommen. Vor dem Wochenende hätte ich eh keine Überweisung machen können, wir hatten seit Donnerstagabend übers Wochenende bei der Arbeit wegen Maintenance keinen Netzwerk mehr. Ich musste warten, in meiner noch aktuellen Wohnung so weit weg zu sein, und ich bin am Freitag mit dem Zug sehr spät angekommen, und am Samstag hat sich mein Helfer für den Umzug gemeldet, es gab so viel zu tun… Ich habe ihr angeboten, die PDF-Datei aus meinem Kontoauszug zu schicken, damit sie sehen kann, dass die Überweisung am Montag statt gefunden hat. Ihre Antwort: Sie müsste bei ihrem Chef nachfragen (warum? Sie steht doch alleine mit ihrem Namen auf dem Vertrag). Außerdem wäre der Hausmeister heute ausgebucht und hätte keine Zeit, mit mir einen Termin zu vereinbaren, und morgen wäre Feiertag in Bayern, es ginge nicht. Sie fragte micht ein wenig überrascht, ob ich nicht mit ihm schon einen Termin ausgemacht hätte. Wie auch? Seine Kontaktdaten habe ich nicht, und er müsste doch auch auf die Erlaubnis von der Vermieterin warten. Der Makler hatte mir am Montag am Telefon gesagt, der Hausmeister würde sich selber in Verbindung mit mir setzen.

Ich bin schon sauer. Im Vertrag steht, wie in jedem anderen Vertrag sonst, dass der Mietzins „zusammen mit den Betriebskostenvorauszahlungen spätestens am 3. Werktag eines jeden Monats im Voraus an den Vermieter zu zahlen“ ist. Da der Mietvertrag erst ab dem 15.08. gilt, hieß es hier, dass die Miete spätestens am nächsten Montag ankommen sollte. Ist es nicht rechtswidrig, dass ich nicht den Schlüssel für den geplanten Umzug am Samstag bekommen darf? Vielleicht muss ich den Makler einschalten. Morgen mittags fliege ich nach Hause, um die letzten Kartons zu packen; mein Helfer will schon am Samstag nach Berlin fahren.

Aus dem Airporthotel

Da ich die Schlüssel meiner Wohnung erst im Laufe der Woche bekomme, hatte ich mir gestern einen Hotelzimmer gebucht. Das Übernachten bei der Arbeit ist zwar kostenlos, aber so toll kann man auf einer Luftmatraze mit Rückenschmerzen nicht schlafen, vor allem, wenn die Wache die ganze Nacht alle Türe prüft.

Mein Chef hatte mir dieses Hotel empfohlen, unser Forschungszentrum sollte dort einen Vertrag für kostengünstigere Übernachtungen haben und der Frühstück wäre inklusiv. Ich bin gerade deswegen hin gegangen. Gut, dass ich nur für eine Nacht gebucht habe. Ich muss meinem Chef Bescheid sagen, dass die Konditionen für uns sich geändert haben. Frühstück ist nicht mehr dabei. Ich werde beim Kaufland frühstücken gehen. WLAN ist vorhanden, günstiger als bei Dorint, auf der anderen Seite der Straße, wo ich für den Vorstellungsgespräch übernachtet hatte, weil sie einem einfach eine 24h Karte für t-online HotSpot in die Hände drücken. Die Signalstärke ist sehr niedrig, es dauert ewig, um eine Seite aufzurufen, und manchmal wird die Verbindung unterbrochen. Wenn ich heute noch keinen Zugang zu meiner Wohnung bekomme, gehe ich also direkt gegenüber. Die hatten beim letzten Mal immerhin ein tolles Frühstücksangebot. Teuer sind sie auch, aber ich werde den Stress mit der Zimmertür nicht mehr haben. Mann, ich war gestern so frustriert, als ich da mit Rucksack vor der Tür stand und vergeblich versuchte, mit der Karte die Tür zu öffnen! Ich habe es irgendwann aufgegeben und die junge Dame darum gebetet, mir zu helfen. Sie hat auch mehrmals versucht, bevor sie es geschafft hat. Wer auch immer dieses System entworfen hat, gehört gefeuert. Direkt an der Straßenbahn gibt es ein viel günstigeres Hotel, mit kostenlosem WLAN, und die junge Dame am Empfang war viel sympatischer. Aber es ist schon laut und die Zimmer sind winzig.

Eine gute Nachricht gibt es sonst: Mein Vater wurde aus dem Krankenhaus entlastet und ist gestern Abend mit Flugzeug und Krankenwagen nach Hause gebracht worden. Sein Wohnwagen kommt nach. Seine Freundin war mit dem Zug gefahren und ist schon einige Stunden vor ihm angekommen. Ich hoffe, sie hat die Wohnung geputzt und alle Flaschen und Zigaretten entsorgt.