Montag wird hart

Ich habe nachmittags in Berlin einen Termin, um Wohnungen in der Nähe meines zukünftigen Arbeitsortes zu besichtigen. Und wenn ich schon in Berlin bin, kann ich auch meinen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben. Das mache ich am Vormittag. Die Personalabteilung liegt aber ganz woanders, so dass ich danach mit anderthalb Stunden S-Bahn bis zur Wohnungsbesichtigung rechnen muss.

Da die Preise für einen Flug hin und zurück seit meinem letzten Besuch dort sich vervierfacht haben und viele Flugzeuge eh schon voll gebucht sind, musste ich doch mit der Bahn buchen. Ein Hotel wollte ich mir sparen, da ich diesmal nicht davon ausgehen kann, dass die Kosten erstattet werden. Ich habe auch zum ersten Mal eine Bahncard beantragt, da es schon für diese Fahrt zu günstigeren Preisen führt und ich dann keine Tickets für die S-Bahn kaufen muss. Die Bahncard werde ich aber gleich kündigen, weil ich automatische Verlängerungen von Verträgen nicht mag und sowieso keinen Grund haben werde, nach dem Umzug so viel auf eigenen Kosten mit der Bahn zu reisen.

Ich habe also vorgestern eine Fahrkarte für einen Zug gekauft, der direkt bis Berlin über Nacht fährt. Anscheinend gibt es in Deutschland keine Nachtzüge mit Liege, ich werde wohl Diclofenac mitbringen müssen, wenn ich auf einem Sitzplatz schlafen muss. Eine Reservierung konnten wir aus irgendeinem Grund am Schalter nicht durchführen. Als ich gestern zum Bahnhof für die Reservierung zurück ging, erfuhr ich, dass der Zug wegen Hochwasser nicht mehr fährt. Das heißt, ich darf jetzt mitten in der Nacht in einer unbekannten Stadt umsteigen und am Gleis 40 Minuten auf meinen Anschlusszug warten. Diese Vorstellung gefällt mir als allein reisende Frau überhaupt nicht – selbst in Aachen gehe ich nie alleine abends unterwegs. Ich sehe jetzt dass es wieder eine neue Verbindung gibt, mit einer früheren Umsteigezeit, die gestern am Rechner der Frau am Schalter nicht erschienen war. Ich werde schauen, ob ich nicht meine ICE-Reservierung ändern kann. Die Rückfahrt wird am gleichen Tag erfolgen, und ich werde gegen 01:00 Dienstag wieder zu Hause sein, wenn es keine Verspätung für einen Anschlusszug gibt. Es wird wirklich ein anstrengender Tag sein.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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