Wo bleiben die Tage?

Es ist so lästig, darauf zu warten. Ich führe keinen Kalender und habe deswegen nur eine grobe Idee, wann ich wieder dran bin.

Seit einigen Tagen merke ich schon Anzeichen, mal ein bisschen mehr Blut, mal gar nichts mehr, aber bis jetzt sind sie nicht richtig ausgebrochen. Sonst habe ich immer eine oder zwei Nächte, wo ich besonders auspassen und mit einem Tuch unter dem Becken schlafen muss, weil ich so viel Blut verliere. Ich hatte schon Angst, dass es mich heute Nacht erwischt, da ich im Nachtzug auf einer Liege schlafen werde. Sind die Wechseljahre im Anmarsch? Das wäre willkommen, da ich eh keine Kinder bekommen werde (ich wäre technisch gesehen noch dazu in der Lage, aber bis ich einen Mann kennen lerne und beschließe, dass er seine Gene mit meinen mischen darf, bin ich bestimmt schon im Grab).

Wahrscheinlicher sind die vier Wochen seit dem letzten Mal noch nicht ganz durch, und diese unüblichen Vorzeichen sind nur ein Ausdruck vom Stress. Wegen Umzug, neuer Job, usw. Ich versuche, ruhig zu bleiben, aber im Unterbewusstsein klappt es nicht, sonst hätte ich den ganzen Ärger mit Psoriasis und Schlafstörungen nicht gehabt. Dass ich heute Morgen an einem Sonntag so früh aufgestanden bin hat ein bisschen damit zu tun, aber es liegt vor allem daran, dass die Sonne scheint und es durch die Jalousien ganz hell in meiner Wohnung ist. Wenn es so hell ist meint meine Mieze, ich soll nicht so lange im Bett faulenzen, es wäre sinnvoller, ihr ihre Anti-Hairball Leckerlies zum Frühstück zu geben.

Tartiflette

Dieses Rezept habe ich bei einer Freundin in Lothringen kennen gelernt, aber es kommt aus Savoyen. Ich finde es bei kalten Winterabenden hervorragend (und bei der aktuellen Wetterlage könnte man es jetzt fast noch genießen). Aufgepasst, es ist von weitem kein Diätrezept!

Die Zutaten (für 6 Personen)

  • 1 ganzer Reblochon (eine Käsesorte aus Savoyen)
  • 1 kg Kartoffeln
  • 200 g Zwiebeln
  • 200 g Speck
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • Die Kartoffeln in Salzwasser ein wenig vorkochen (sie sollten am Ende ein bisschen weich sein) und in Scheiben schneiden.
  • Speck und Zwiebelringe mit Pfeffer in einer Pfanne kurz anbraten.
  • In einer mit Butter gefetteten Auflaufform, abwechselnde Schichten von Kartoffeln und Speck mit Zwiebeln aufeinander stapeln.
  • Reblochon waagerecht halbieren und oben drauf mit der Kruste nach oben legen.
  • Das Ganze im vorgeheizten Backofen bei 180 °C während 20 Minuten backen. Der Käse soll gut geschmolzen und die Kruste braun geworden sein.

Genießen
Die Tartiflette wird warm mit einem grünen Salat serviert. Dazu eignet sich einen trockenen weißen Wein.

Nährwertangaben

pro 100 g pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 155,7 480,2 2881
Eiweiß (g) 11,6 35,7 214,3
Kohlenhydrate (g) 6,1 18,7 112,4
Fett (g) 10 30,7 184,2
Ballaststoffe (g) 1,1 3,5 20,7

Plündertag – Fahrrad – Berlin

Da ich in Kürze umziehe und vieles nicht mehr brauche oder nicht mitnehmen möchte, will ich möglichst viele Sachen vor dem Umzug entsorgen. Ich habe schon letzte Woche angefangen und zwei großen Mülltüten voll mit noch guten aber lange nicht mehr getragenen Klamotten zu den Sammelcontainern gebracht – was mir Muskelkater verursacht hat, da ich Fußgängerin bin. Zwei weiteren Mülltüten mit nicht mehr zu rettendem Kramm wurden entsorgt. Dinge, von denen ich mich schon lange hätte trennen sollen.

Aber es gab andere Sachen, bei denen es zu schade gewesen wäre, sie einfach weg zu werfen. Meinen alten Rechner, der im Dezember kaputt ging (eigentlich war es nur die Graphikkarte, aber er war mir eh zu langsam geworden), habe ich schon gestern einem früheren Kollegen für seinen Verein gespendet. Ich habe zusätzlich bei meinem ehemaligen Institut einige Kolleginnen informiert und einen Plündertag bei mir heute organisiert. Natürlich habe ich vorher auch etwas zum gemeinsamen Mittagessen gekocht. Yong Jin hat meine Tischstaffelei bekommen, die aus der Zeit stammt, als ich in meinem Viertel Malkurse bei einer damals neu eröffneten Galerie genommen hatte. Jetzt, wo ich meine tolle Wacom-Tablett habe, benutze ich die Staffelei gar nicht mehr, und ich wusste, dass sie seit längerer Zeit schon eine haben wollte. Ich habe auch jede Menge Bücher verschenkt, die ich nicht behalten wollte. Meine Freundin Mei ist noch mit zwei alten abgenutzten Mänteln nach Hause gegangen, sie wollte daraus etwas für ihre Katze basteln. Meine Katze war ein bisschen aufgeregt, so viele Leute auf einmal zu Hause zu sehen. Mei und Yong Jin kannte sie ja schon. Sie hat Antje heute zum ersten Mal gesehen und sie durfte sie schon hoch in den Armen tragen. Mei fand das so unfair, weil sie häufiger bei mir war und es gerade ab und zu durfte, sie zu streicheln. Ich war selber überrascht, dass sie sich so schnell von einer fremden Person anfassen lässt.

Ich habe meine Kolleginnen anschließend zum Institut begleitet. Ich wollte mein Fahrrad holen, das dort in einem Zimmer im Keller steht, um es reparieren zu lassen, weil ich es so lange wegen Ischias nicht benutzt habe, und es nach Berlin mitnehmen möchte. Ich habe doch eine große Überraschung bekommen, weil mein Fahrrad nirgendwo zu finden war. Ich hatte es früher in einer Garage behalten, aber sie grenzte an einem schon seit gut zwanzig Jahren ausgeschalteten kleinen Reaktor, der vor meiner Zeit für Physikstudenten bei Praktika benutzt wurde, und die Strahlenschutzabteilung hat uns vor zwei Jahren verboten, in der Garage persönliche Gegenstände zu behalten – obwohl die gemessene Strahlung in dem Raum quasi dem normalen Untergrund der natürlichen Radioaktivität entspricht. Ich hatte mit einem Kollegen einen anderen Platz fürs Fahrrad gefunden, und vor etwa einem Jahr hat er mich überredet, das Fahrrad zu diesem Raum zu bringen. Nur heute war es weg. Ich habe mit der Sekretärin überall auf dem Gelände gesucht, aber es war nicht zu finden. Sie wird morgen meine anderen Kollegen danach fragen. Hmm, jetzt, wo ich noch mal daran denke, erinnere ich mich ganz dunkel, dass eine chinesische Doktorandin bei einem Betriebsausflug letztes Jahr es benutzt hatte.

Ich habe sonst meine Fahrkarte für Sonntag nach Berlin gekauft. Diesmal reise ich mit reservierter Liege. Selbst wenn es laute Durchsage die ganze Nacht wie am letzten Sonntag gibt, werde ich wenigstens keine Schmerze wegen ungünstigen Schlafpositionen haben. So komme ich gegen 09:00 bei meiner Arbeit am Montag an. Ich werde einfach mit meinem Rucksack kommen. Den hatte ich vor sechs Jahren für einen Urlaub in Finnland gekauft (mich hatte es plötzlich gepackt, ich war im Sommer zwei Wochen lang alleine um die Seen gefahren). Er ist super bequem, ich konnte damit Stundenlang ohne Problem gehen. Ich habe heute Abend weiter nach Wohnungen gesucht. Berlin mag zwar groß sein, aber wo ich arbeiten werde sieht es eher wie ein Dorf aus. Es ist durchaus möglich, dort eine ruhige Lage zu finden. Da ich jetzt weiß, dass ich auf die Straßenbahn achten muss, habe ich neue Termine für Besichtigungen beantragen können. Ich hoffe, ich finde bald etwas, was mir gefällt. Dann muss ich neue Möbel kaufen (meine aktuelle Wohnung war möbliert), den Umzug organisieren, und meine Katze mitnehmen. Und die aktuelle Wohnung renovieren lassen, es gibt viel zu tun. Meine Vermieterin kommt erst am Wochenende vom Urlaub zurück, aber sie hat schon zugestimmt, so lange auf meine Katze aufzupassen, bis ich eine Wohnung in Berlin habe. Sie hat sich all die Jahre so freundlich verhalten, es tut mir schon leid, ausziehen zu müssen.

Bewerbungsstatistik

Jetzt, wo ich meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, wollte ich mir die Statistik meiner Bewerbungen seit meiner Anmeldung als Arbeitssuchende[1] genauer anschauen. Ich habe ja für die Arbeitsagentur immer meinen Stand der Bewerbungen mit Excel bearbeitet, es sollte schnell gehen.

Insgesamt habe ich 149 Bewerbungen geschrieben. Für einige mag es sich unglaublich hoch anhören, aber es ist in meiner Branche nicht unüblich. Bei promovierten Akademikern in der Chemie habe ich häufig von 200 oder sogar 300 Bewerbungen gehört. Ich liege damit eher im unteren Bereich, ich hätte mehr Bewerbungen schreiben können. Von diesen 149 Bewerbungen habe ich 77,2% Absagen bekommen und bei 3,4% habe ich nicht mal eine Empfangsbestätigung bekommen. Es hat sich also seit der Zeit meiner Promotion vor zehn Jahren stark verbessert, weil damals aus meiner Erfahrung eine Empfangsbestätigung oder überhaupt eine Antwort eher die Ausnahme war. Bei 10,7% meiner Bewerbungen bin ich zu einem Gespräch eingeladen geworden. Aus den 19,5% übrig gebliebenen Bewerbungen, bei denen ich seit der Empfangsbestätigung nichts mehr gehört habe, wären wahrscheinlich auch Absagen geworden, da diese noch offenen Bewerbungen schon zu lange liegen[2]. Falls ihr euch in diesen Zahlen grob erkennt: Nur nicht aufgeben! Ein Freund hat mir letzte Woche von einem seiner ehemaligen Arbeitskollegen erzählt[3], der gerade nach zwei Jahren Arbeitssuche endlich etwas gefunden hat. Es gibt aber auch Fälle, wo Leute nicht mal 20 Bewerbungen geschickt haben und sofort erfolgreich wurden, siehe meine Kollegin.

Ich muss sagen, ich habe großes Glück mit dieser Stelle gehabt. Hätte sie nicht geklappt, wäre ich immer noch arbeitslos, hätte am Montag eine dreimonatige Weiterbildung in Qualitätsmanagement angefangen[4] und müsste heute an einem Gruppentreffen bei der Arbeitsagentur teilnehmen, um über die Beantragung von Hartz IV informiert zu werden[5]. Ich bin froh, dass es mir erspart wurde. Ich muss mich unbedingt bei Theo, meinem früheren Kollegen, bedanken, der mich meinem neuen Chef bei der Fachtagung in März vorgestellt hat. Es ist die einzige Stelle, bei der ich den Ausschreibungstext nicht gesehen hatte, weil sie nicht in einer Jobbörse stand sondern nur in einer von mir unbekannten Mailing-Liste bekannt gegeben wurde. Ich hätte mir echt gewünscht, dass meine ehemaligen Institutsleiter oder Chef, mit denen ich über zehn Jahren im gleichen Gebäude gearbeitet habe, mich so aktiv unterstützt hätten, wie dieser Kollege, mit dem ich nur kurz während meiner Diplomarbeit vor vierzehn Jahren über Email Kontakt hatte und den ich sonst so selten getroffen habe.

Jetzt bleibt mir nur noch, die Personalbearbeiter bei den noch offenen Bewerbungen zu informieren, dass meine Bewerbungen nicht mehr aktuell sind. Ich habe heute Morgen angefangen, und brauche noch einige Zeit dafür.

[1] Schon ein Jahr! Wie die Zeit vergeht…
[2] Ich habe heute Nachmittag einen Anruf verpasst. In der Nachricht sagte der Mann, er möchte sich mit mir über meinen Lebenslauf unterhalten.
[3] Ja, das berühmte „ein Freund von einem Freund“…
[4] Ohne Erfolgsgarantie bei späteren Bewerbungen in diesem für mich neuen Bereich.
[5] Bei der Stelle in Holland haben sie mich zwar ganz kurz nach dem Gespräch angerufen, aber doch nur um mir auf diesem Wege eine persönlichere Absage zu erteilen.

Arbeitsvertrag unterschrieben

Es ist jetzt offiziell, ich bin ab Juli nicht mehr arbeitslos. Yeah!

Ich habe dafür in gerade vierundzwanzig Stunden die Fahrt nach Berlin hin und zurück mit dem Zug überlebt. Ich bin endlich zu Hause angekommen und fühle mich total schwindelig.

Heute Nacht war es schlimm im ICE. Ein Mal gemacht, nie wieder, das nächste Mal benutze ich einen Zug mit Liegen, auch wenn es teurer wird. Einen gibt es ab Frankfurt. Geschlafen habe ich, erholsam war es nicht. Wie könnte es auch sein? Im Wagen herrschte extrem helles Licht. Es gab keine Liege. Ich konnte beide Sessel meiner Sitzreihe benutzen, aber bequem war es nicht. Jedes Mal, wenn ich aufwachte, schmerzte ein Körperteil: Der Nacken, der Rücken, die Füße, die mal eingeschlafen waren, der Arm, auf dem der Kopf lag, ohne vom Ischias zu sprechen… Aufgewacht bin ich sehr häufig. Bei jeder Haltestelle musste der Fahrer eine Ankündigung machen, in der Art „In Kürze erreichen wir XXX, wir bedanken wir uns bei allen Fahrgästen, die jetzt aussteigen, Tschüss und Auf Wiedersehen“, manchmal auch gefolgt von den weiteren Verbindungen, die erreicht werden können, und danach beim weg Fahren „Guten Morgen und Willkommen im ICE der Deutschen Bahn (ach was!) nach Berlin Ostbahnhof über blablabla…“ Jedes Mal total laut. Sehr lästig, weil Haltestellen teilweise im 10mn Takt oder noch weniger vorkamen. Bei meinen früheren Nachtfahrten mit dem Zug in Frankreich hatten sich damals die Fahrer immer an das Minimum gehalten und gerade den Namen der Stadt angegeben. Heute bei der Rückfahrt nachmittags waren dagegen die Durchsagen immer sehr leise und unverständlich (wenn nicht sogar mit Larsen überlappt). Machen sie das absichtlich, dass es den Reisenden nachtsüber den Schlaf raubt? Einige Mitreisenden waren beim Einsteigen nicht besser und haben manchmal durch den Wagen geschrien, als ob sie alleine wären. Haben die Leute hier noch nie etwas von Rücksicht gehört? Die Kontrolleurin nach Magdeburg heute Morgen war die Krönung, sie hat angefangen, sich mit einem Reisenden total laut zu unterhalten und zu lachen, völlig ohne Respekt für die immerhin noch dafür bezahlenden Gäste. Mich hat es schon gestört, obwohl ich Ohropax die ganze Nacht benutzt hatte. Irgendwie muss ich danach geschlafen haben, weil wir plötzlich um 08:30 am Hauptbahnhof waren.

Ich brauchte nach Plan eine Stunde, um bis zum Campus zu fahren. Er liegt ganz woanders als mein Arbeitsort, ich war noch nie dort und ich habe mich auf dem Weg nach der S-Bahn total verlaufen. Eigentlich hätte ich mit einem Bus fahren können, aber ich hatte Google gefragt, den Weg zu rechnen, und von Bussen hat Google anscheinend keine Ahnung. Ich habe eine Frau mit zwei Kindern nach dem Weg gefragt, um eine große Straße wieder zu finden, und sie hat mich in die total entgegengesetzte Richtung geschickt. Sie sagte, ich sollte die Straße weiter folgen, bis ich an einem Supermarkt kam, aber am Ende der Straße angekommen, hatte ich immer noch keinen Supermarkt gesehen und es gab nur eine große wilde grüne Fläche. Später getroffene Bauarbeiter haben mich netterweise auf dem richtigen Weg wieder gebracht, zurück woher ich kam. Ich hatte zum Glück keine feste Uhrzeit mit der Personalabteilung ausgemacht. Es gab im Vertrag noch eine schöne Überraschung, die ich nicht beachtet hatte: Ich bin jetzt zwei Stufen höher in meiner Eingruppierung im Tarifvertrag. Ich war davon ausgegangen, dass ich den gleichen Gehalt wie in meiner früheren Uni bekommen würde.

Ich bin danach direkt zur Wohnungsbesichtigung gefahren – wieder anderthalb Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Keine der Wohnungen hat mir gefallen. Die erste, die mich wegen der Größe und Anzahl der Zimmer wirklich interessierte, liegt direkt an der Straßenbahn – daran hatte ich nicht gedacht. Und beide Zimmer, in denen man schlafen kann, sind auf Straßenseite. Mit geschlossenen Fenstern hört man die Straßenbahn extrem. Außerdem sind wir beim Steigen der engen Treppen vor einer Wohnung gegangen, in der gleich zwei großen Hunden angefangen haben zu bellen. Ich hatte deswegen schon vor dem Besuchen der Wohnung keine Lust mehr, dort zu wohnen. Die Frau hatte von anderen kleineren Wohnungen erzählt, aber sie waren gerade Einzimmerwohnungen. Seit dem Studium habe ich keinen Bock mehr, in Besenkammern zu wohnen. Ok, ich übertreibe ein bisschen, so klein waren sie nicht, aber nur ein Zimmer ist mir zu wenig. Und alle Wohnungen waren gerade noch in einem Bauarbeitsstadium, und das Konstruktionsmaterial wie das Laminat kam mir billig vor. Ich werde mich im Juli mit der schon gebuchten temporären Unterkunft zufrieden stellen müssen, obwohl ich nicht denke, dass ich meine Katze mitnehmen kann, weil sie dazu neigt, an den Wänden kratzen zu wollen. Die Wohnungssuche wird vor Ort stattfinden müssen. Blöd, weil ich meine jetzige Wohnung dadurch länger behalten muss, und zwei Mieten im Monat bezahlen muss.

Bei der Rückfahrt habe ich mich mit einem jungen Griechen unterhalten, den ich am Bahnsteig kennengelernt habe. Ich war früher als geplant am Bahnhof und konnte einen früheren Zug nehmen, den er auch genommen hat. Da wir beide keine reservierten Sitzplätze hatten, haben wir im Speisewagen gesessen. Ich habe am Abend die Königsberger Klopse mit Kapernsauce und Butterreis probiert. Ich war sehr enttäuscht. Angeblich ein „Gastronomie“-Gericht. Den Geschmack von den Kapern hat man gar nicht wahrgenommen. Die Sauce war viel zu salzig. Ich empfehle es wirklich nicht weiter. Eine Frau im Speisewagen hatte sich ein Eis genommen, ein Solero, glaube ich, es ist ihr aber beim Essen fast in der Hand gefallen, obwohl sie es gerade ausgepackt hatte. Das Eis war nicht mal richtig gefroren.

Als ich endlich gegen 23:15 zu Hause war, habe ich festgestellt, dass die Haustür nicht geschlossen war. In unserer Hausordnung steht, dass sie nach 21:00 verriegelt werden sollte. Nicht nur war sie nicht verriegelt, sie war nicht mal zu. Das Schloss wurde zu gedreht, und die Tür war gegen das Schloss am Türrahmen offen angelehnt. Ich habe die Tür zu gemacht, es ging ungewöhnlich sehr schwer von innen. Ich habe den Kater meiner Vermieterin aus dem Garten rein gelassen und bin zu meiner Wohnung hoch gegangen. Auf dem Weg habe ich meine studentischen Nachbarn getroffen, die von der geöffneten Tür nichts wussten – sie wirkten eher unangenehm überrascht oder schockiert, als ich das erzählte. Meine anderen Nachbarn sind nicht da, meine Vermieterin auch nicht. Es kann nur noch die Nachbarin der ersten Etage sein. Die dienstags vormittags für die Müllabfuhr normalerweise die Tür aufmacht, wenn die Vermieterin nicht da ist. Ich nehme an, sie hatte kein Bock, morgen früh aufzustehen, um auf den Knopf der Sprechanlage in ihrer Wohnung zu drücken. Und dafür gegen alle Vorsichtsmaßnahme des Hauses verstößt, in dem sie Einbrecher quasi ins Haus einlädt.

Meine Katze und Fisch, eine Liebesgeschichte

Um meine Katze glücklich zu machen, ist es recht einfach: Fisch, Fisch und Fisch. Am liebsten mit Fisch. Dabei ist ihre Lieblingssorte Seelachs. Thunfisch aus der Dose (mit Wasser) liebt sie auch. Sie will aber nicht alle Fische, zum Beispiel ist sie an Lachs – gekocht oder geräuchert – gar nicht interessiert. Rotbarsch hat sie einmal probiert und nie wieder gewollt. Der Geruch war verlockend, aber der Geschmack hat ihr nicht so gefallen. Steinbutt ist in ihrem Napf unberührt geblieben und getrocknet. Riesengarnelen werden nur gegessen, wenn es nichts Anderes gibt.

Ich habe es festgestellt, als sie vier oder fünf Monate alt war. Wir waren gerade in meiner aktuellen Wohnung eingezogen und ich hatte einen Kollegen mit seiner Frau zum Abendessen eingeladen. Es sollte Aïoli geben, mit Kabeljau, Kartoffeln und Möhren. Ein typischer Gericht von zu Hause, und die Beiden mögen Knoblauch. Ich habe zuerst ein tiefgefrorenes Kabeljaufilet aus dem Kühlschrank rausgenommen, auf der Arbeitsfläche getan, mich umgedreht, um das nächste Filet zu holen… und das erste Filet war verschwunden! Ich hatte gar nichts gemerkt, nichts gehört, aber ich ahnte etwas. Unter dem Küchentisch versteckt habe ich meine Katze entdeckt, mit dem noch gefrorenen Filet im Maul, der fast so groß wie sie damals war. Ich musste lachen, wie sie ihre Beute herausfordernd an sich fest hielt. Es war ihre erste Erfahrung mit Fisch überhaupt. Ich habe das Stück für sie getrennt gekocht. Seitdem bekommt sie von mir in regelmäßigen Abständen – einmal im Monat – ein Seelachsfilet (100g) in Wasser gekocht.

Bei Trockenfutter geht es noch, da isst sie alles, was ich ihr mitbringe, auch wenn es Fleisch enthält. Bei Nassfutter ist es viel schwieriger. Als Kätzchen hat sie ohne Problem die Dosen von Aldi gegessen. Sie hatte sich drauf geworfen und nichts übrig gelassen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wollte sie sie auf einmal nicht mehr haben. Ich habe zuerst alle billigen Sorten probiert, aber sie hat sie trocknen lassen. Auch wenn ich über Nacht kein Trockenfutter gefüllt habe. Ich habe angefangen, Marken zu kaufen. Ich habe schnell gemerkt, dass sie lieber Dosen mit Fisch als mit Fleisch essen wollte. Sie hat aber immer ein bisschen gegessen, und den Rest trocknen lassen. Einmal habe ich das allerteuerste gekauft: Die runden Dosen von Sheba. Es tat meinem Geldbeutel schon weh, aber die liebt sie jetzt immer noch über alles. Ich habe genauer nachgelesen und kenne jetzt den Grund, warum die anderen billigeren Sorten ihr nicht gefallen. Die runden Sheba Dosen (Thunfisch oder Meeresfrüchten) enthalten wirklich 100% Fisch. Bei den anderen Sorten (auch die billigeren eckigen Dosen von Sheba) steht immer drauf „mit“ Fisch („mit“ Lachs, „mit“ …), und wenn man die Zutaten liest, gibt es immer hauptsächlich Fleisch und Tiererzeugnisse (man weiß nicht, was drin ist, und möchte es vielleicht nicht so genau wissen), und gerade 4% von dem „mit“, mit dem geworben wird. Meine Feinschmeckerin von einer Katze verarscht man aber nicht, das merkt sie sofort. Nun, die Dosen sind teuer, ich gebe ihr nur eine halbe Dose am Tag (eine ganze Dose wäre mit 80g zu viel).

Fleisch isst sie sehr selten. Ich habe mir schon mal Lammfilet im Backofen gemacht, oder Entenbrust, und sie wollte es unbedingt probieren, und hat es gerne gegessen. Aber nur beim ersten Mal, danach war sie nicht mehr interessiert. Was sie mag ist ein bisschen Schinken, nur wenn es ganz ganz frisch ist, und Leberpastete ab und zu. Bei der Pastete mit Preiselbeeren von Kaufhof habe ich ihr ein Stückchen auf der Hand gegeben, und sie hätte mir die Finger fast mit gegessen. Sie hat noch lange dran geleckt, als es schon nichts mehr gab.

Heute Mittag habe ich mir ein bisschen Reis in einem Topf Wasser mit Salz vorbereitet. Die Dunstabzugshaube hatte ich angeschaltet, um das Kondensieren vom Wasser überall herum zu vermeiden. Es konnte also nicht nach Fisch riechen. Es war aber sehr lange her, dass ich ihr Fisch gegeben hatte, da ich erst seit letzter Woche aus dem Urlaub zurück bin. Sie hat den Topf auf der Kochplatte gemerkt und angefangen zu miauen. Nicht nur ein bisschen. Sie hat ihre schauspielerische Stimme angelegt, von dem kleinen Kätzchen, das so misshandelt und verhungert wäre, dass es nur noch mit gebrochener Stimme miauen könnte – eine Oscar-reife Darstellung. Das kann sie gut. Ich hatte aber nur Reis im Topf und arbeitete am Rechner. Sie ist mehrmals vom Zimmer zur Küche und umgekehrt gelaufen. Sie hat angefangen, mir ihre sanfte Pfote auf den Arm zu legen[1]. Sie hat sich im Flur mit ihrer traurigen Miene auf dem Rücken gelegt und mich vorwurfsvoll angeschaut. Da es schon lange her war, habe ich ihr doch Fisch gekocht. Die ganze Zeit hat sie natürlich nur gemiaut, bis der Fisch fertig gekocht war. In einer Stunde ist das Filet schon fast verschwunden. Sie schläft jetzt auf ihrem Bett und verdaut vor sich hin.

[1] Wenn sie Leckerlies essen möchte, beißt sie mich auch manchmal ganz sanft am Arm und schaut mich dabei in die Augen. Sie kann sich sehr gut verständlich machen.

Montag wird hart

Ich habe nachmittags in Berlin einen Termin, um Wohnungen in der Nähe meines zukünftigen Arbeitsortes zu besichtigen. Und wenn ich schon in Berlin bin, kann ich auch meinen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben. Das mache ich am Vormittag. Die Personalabteilung liegt aber ganz woanders, so dass ich danach mit anderthalb Stunden S-Bahn bis zur Wohnungsbesichtigung rechnen muss.

Da die Preise für einen Flug hin und zurück seit meinem letzten Besuch dort sich vervierfacht haben und viele Flugzeuge eh schon voll gebucht sind, musste ich doch mit der Bahn buchen. Ein Hotel wollte ich mir sparen, da ich diesmal nicht davon ausgehen kann, dass die Kosten erstattet werden. Ich habe auch zum ersten Mal eine Bahncard beantragt, da es schon für diese Fahrt zu günstigeren Preisen führt und ich dann keine Tickets für die S-Bahn kaufen muss. Die Bahncard werde ich aber gleich kündigen, weil ich automatische Verlängerungen von Verträgen nicht mag und sowieso keinen Grund haben werde, nach dem Umzug so viel auf eigenen Kosten mit der Bahn zu reisen.

Ich habe also vorgestern eine Fahrkarte für einen Zug gekauft, der direkt bis Berlin über Nacht fährt. Anscheinend gibt es in Deutschland keine Nachtzüge mit Liege, ich werde wohl Diclofenac mitbringen müssen, wenn ich auf einem Sitzplatz schlafen muss. Eine Reservierung konnten wir aus irgendeinem Grund am Schalter nicht durchführen. Als ich gestern zum Bahnhof für die Reservierung zurück ging, erfuhr ich, dass der Zug wegen Hochwasser nicht mehr fährt. Das heißt, ich darf jetzt mitten in der Nacht in einer unbekannten Stadt umsteigen und am Gleis 40 Minuten auf meinen Anschlusszug warten. Diese Vorstellung gefällt mir als allein reisende Frau überhaupt nicht – selbst in Aachen gehe ich nie alleine abends unterwegs. Ich sehe jetzt dass es wieder eine neue Verbindung gibt, mit einer früheren Umsteigezeit, die gestern am Rechner der Frau am Schalter nicht erschienen war. Ich werde schauen, ob ich nicht meine ICE-Reservierung ändern kann. Die Rückfahrt wird am gleichen Tag erfolgen, und ich werde gegen 01:00 Dienstag wieder zu Hause sein, wenn es keine Verspätung für einen Anschlusszug gibt. Es wird wirklich ein anstrengender Tag sein.

Deutschland, Jammerland?

Das dachte ich langsam, aber ich war nur zu lange nicht mehr in Kontakt mit meinen Landesgleichen in meiner Heimat gewesen. Wir können’s auch gut.

Letzte Woche lag ich am Strand in Fréjus und genoss die Sonne. Es gab einige Leute auf dem Strand, aber ganz wenige haben es gewagt, ins noch relativ kühle Wasser zu gehen – nur eine englische Familie mit Kleinkindern ist außer mir an dem Tag geschwommen. Hinter mir, einige Meter entfernt, war ein Paar französischer Rentner da. Ich habe sie gemerkt, als wir den ersten Hund auf der weit entfernten Straße kurz bellen hörten: Der Mann fing gleich an, sich aufzuregen und schoss alle seine Lieblingsschimpfwörter gegen Hunde hintereinander. Das wiederholte er, jedes Mal, wenn ein Hund sich bemerkbar machte. Ehrlich gesagt waren die Hunde so weit entfernt, dass ich sie nicht mal wahr genommen hätte, und so lange haben sie nicht gebellt, vielleicht gerade eine oder zwei Sekunden. Der alte Mann war mir mit seinen hasserfüllten Tiraden eine viel größere Belästigung. Es war eine Erleichterung, als das Paar den Strand verlassen hat.

Bei meiner Rückkehr aus dem Urlaub nach Deutschland bin ich geflogen. Als ich zu meinem Sitzplatz am Fenster angekommen bin, habe ich gemerkt, dass hinter mir ein dreijähriger Italiener saß und es anscheinend schwer hatte, ruhig sitzen zu bleiben. Da der mittlere Platz nicht reserviert war, habe ich nach einigen Tritten im Rücken einfach den Sitzplatz gewechselt. Der Mann, der neben dem Gang auf meiner Reihe saß, fragte mich auf Deutsch, ob ich aufstehen wollte, daher habe ich ihm die Situation erklärt. Seine Bemerkung: „Ach ja, die haben mich im Wartezimmer am Flughafen schon genervt“. Ich war ein bisschen überrascht, schließlich haben wir im gleichen Wartezimmer gesessen, und mir war die italienische Familie nicht besonders aufgefallen. Daraufhin hat der Mann mit mir geplaudert, wobei er sich ab und zu immer noch über die italienische Familie ein bisschen bösartig lustig machte, als das Kind ab und zu laut gesprochen hat (da ich Italienisch in der Schule hatte, wusste ich, dass es hinter uns nur um ein Märchen ging, dass sein Vater ihm vorlas, und das das Kind so begeistert hatte). Ich fand den Mann ein bisschen komisch, und dachte, dass Deutsche wirklich nur jammern können, bis er mich wegen meines Akzentes fragte, ob ich nicht Französin wäre, und er sich selbst als Franzoser entpuppte (ok, ich hatte auch seinen Akzent bemerkt, aber er hat’s bestätigt).

Ein Tag in Karlsruhe

Gestern war schon hart. Ich bin um 05:00 aufgestanden, um mit einem Zug gegen 06:00 zu fahren. Die Idee war, um die 09:00 in Karlsruhe anzukommen, um eine Stunde Zeit zu haben, bis zum Ort des Vorstellungsgespräches zu fahren. Es war warm, der Zug wurde schnell voll, es war eine gute Idee, einen Sitzplatz reserviert zu haben. Ich saß an einem Tisch. Auf der anderen Seite des Ganges saß eine Frau in Begleitung von einem Arbeitskollegen. Sie fuhren zu einer Stadt, deren Namen ich schon vergessen habe, um bei einer Messe Ergebnisse vor verschiedenen Firmen vorzustellen – das habe ich erfahren, weil sie sich die ganze Zeit mit einer Freundin am Telefon unterhalten hat. Sie war dabei so laut, dass ich beschlossen habe, mir im Speisewagen in Ruhe ein Croissant mit Kaffee als Frühstück zu gönnen. Als ich zehn Minuten später zurück kam, war sie immer noch am quatschen. Zum Glück sind wir dann durch Tunnels gefahren, die Verbindung wurde mehrmals abgebrochen, und sie hat eingesehen, dass es keinen Sinn machte, weiter telefonieren zu wollen.

In Karlsruhe ist mir erst aufgefallen, dass es ein sehr warmer Tag werden würde. Ich hatte eins vor der Fahrt vernachlässigt: Mich über das Wetter zu informieren. Mit meinem Kostüm war ich schnell verschwitzt. Ich habe die Jacke ausgezogen und bin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Forschungszentrum gefahren. An der Pforte waren andere Gäste vor mir, die ebenfalls einen Besucherausweis brauchten. Es hat so lange gedauert, dass ich trotz schnellen Laufens mit fünf Minuten Verspätung zum Termin angekommen bin. Das Institut liegt gut zehn Minuten zu Fuß von der Pforte entfernt. Die Sonne hat auf dem Weg voll geknallt. Auf den Wiesen habe ich die gleichen gelben Blumen wie in meiner Heimat gesehen. Ich habe gedacht, allein wegen des Wetters wäre es schon toll, dort zu arbeiten.

Ich habe im Gebäude die Jacke wieder angezogen und bin zur ersten Etage gegangen. Von meinem Empfang bin ich enttäuscht gewesen. Die Organisatoren haben es scheinbar für unnötig gehalten, irgendwelche Getränke anzubieten – dass habe ich noch nie erlebt, ich hatte bei allen anderen Gesprächen immer mindestens einen Kaffee oder Wasser angeboten bekommen. Vor allem bei der Hitze hätte ich es gestern nötig gehabt. Es sagt für mich schon einiges darüber aus, wie das Wohlbefinden der Mitarbeiter an diesem Institut geschätzt wird. Ich bin zu einem Raum gebeten worden, der trotz vielen Fenstern sehr dunkel wirkte. Zwei Personen waren da, der noch junge Institutsleiter und die Gleichstellungsbeauftragte[1]. Der Institutsleiter hat sich am Tisch gegenüber von mir mit dem Rücken zu den Fenstern so platziert, dass ich ihn kaum sehen konnte: Ich habe die ganze Zeit mit einer dunklen Gestalt gesprochen, deren Gesichtszügen ich nicht mal erkennen konnte. Von dem Gespräch bin ich auch nicht überzeugt gewesen. Es war interessant, aber obwohl ich die Anforderungen erfülle, denke ich nicht, dass ich für die Stelle geeignet bin[2]. Nach dem Gespräch habe ich mit der Leiterin der Personalabteilung kurz gesprochen und einige organisatorischen Fragen geklärt.

Kurz nach 11:00 war ich schon fertig. Ich habe Michael, einen ehemaligen Kollegen, angerufen, der fünf Jahren in meinem früheren Institut gearbeitet hat, bevor er zum Forschungszentrum gewechselt ist. Er hat mir die Maschine gezeigt, die er jetzt am Synchrotron betreut. Wir haben über die Nutzer gelästert, die manchmal mit Proben ankommen, aber gar nicht wissen, was sie damit anstellen wollen, wobei ich mich dann frage, wie sie einen erfolgreichen Antrag auf Messzeit schreiben konnten – ich werde in Berlin bestimmt den gleichen Ärger bekommen. Wir haben mittags in der Kantine zusammen gegessen. Es war so warm, bestimmt um die 35°C, dass ich die Jacke meines Kostüms nicht mehr angezogen habe. Nach dem Mittagessen hatten wir eine lange Kaffeepause, und ich konnte danach andere wissenschaftliche Geräte sehen. Ich hatte für einen Zug um 17:00 reserviert und Michael hat mich zum Bahnhof mit seinem Auto gefahren.

Bei der Rückfahrt hat sich mein Ischias plötzlich wieder heftig gemeldet. Ich habe zum ersten Mal seit langem gedacht, wie schön es wäre, eine Diclofenac-Tablett dabei zu haben. Zum Glück war es mir im ICE bequem genug, und der Schmerz hat nachgelassen. Ich habe die Nürnberger Würstchen mit Kartoffelsalat im Speisewagen gegessen, ich wollte sie schon lange mal probiert haben. Das kühle Weizenbier dazu war super – der Speisewagen war der einzige Wagen ohne Klimaanlage. Der Zug hatte Verspätung und ich musste mit einem späteren Anschlusszug weiter fahren. Meine Mami hat mich angerufen, um über den Verlauf des Gespräches informiert zu werden, aber ich saß noch im Zug und die Verbindung war schlechter Qualität. Im Zug war auch eine Truppe von Rentnern anwesend, die sich auf der Treppe zwischen beiden Etagen niedergelassen hatte. Dabei war eine Frau, die so laut ihre Meinung über alles Mögliche ununterbrochen sagen musste, dass die Frau vor mir ausgerastet ist und selber noch angefangen hat, sich laut über die Frau zu beschweren. Ich war froh, aus dem Zug auszusteigen.

[1] Gleichstellungsbeauftragten habe ich allerdings bei Gesprächen in der Industrie nie gesehen, nur an Unis oder Forschungszentren.
[2] Außerdem habe ich vorgestern per Email eine gescannte Kopie meines neuen Arbeitsvertrages in Berlin bekommen, den unterschreibe ich am Montag.