Graphologie

Krisrennt[1] hat eine Seite vorgestellt, um die eigene Handschrift zu analysieren, ich musste es auch gleich probieren.

Shaarazad ist selbstbewusst und bereit,
ihre Stärken auch anderen zu zeigen.
Sie ist locker und großzügig.

Locker und großzügig, ok, beim Selbstbewusstsein bin ich mir nicht so sicher.

Shaarazad gibt sich sehr beherrscht bzw. diszipliniert
und besitzt einen ausgeprägten Ordnungssinn.

Hahahaha!

Sie ist sinnlich, warmherzig, gemütlich und phantasievoll.
Im Großen und Ganzen wirkt sie gelassen bis uninteressiert,
wenn sie aber von einer Sache überzeugt ist, überrascht sie
ihre Umwelt durch ihr überschwängliches und begeisterungsfähiges Auftreten.

Der erste Satz passt gut. Wenn der zweite stimmt, dann weiß ich, warum ich nach Vorstellungsgesprächen nicht voran komme 😦 Nee, kann nicht sein, ich zeige schon mein Interesse bei Interviews…

Sie versucht, die eigene Meinung durchzusetzen.
Wenn sie etwas besser weiß als andere, muss sie es ihnen auch unbedingt mitteilen.

Nein. Nur wenn meine Meinung gefragt wird. Hoffe ich.

Shaarazad ist überdurchschnittlich intelligent.
Nüchtern und zweckmäßig bewältigt sie ihre Aufgaben.

Sie arbeitet sehr genau und zeichnet sich durch rationales, analytisches Denken aus.

Rationales, analytisches Denken? Ein Glück, dass ich Wissenschaftlerin bin!

Shaarazad ist sehr stark um Gerechtigkeit bemüht.
Sie versucht stets, sich für andere einzusetzen.

Das könnte auch passen. Nach der letzten Absage denke ich aber, es war das letzte Mal, dass ich jemandem helfe.

[1] Der ursprüngliche Link zum Beitrag ist tot.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Mittagspause, Türklingel

Ich wohne direkt an einer Bushaltestelle von einer sehr besuchten Linie. Das ist gut, weil ich schnell zu meinen Zielen in der Stadt kommen kann. Das ist schlecht, weil gerade 5mn entfernt in der Nachbarstraße ein Gymnasium steht. Als ich gearbeitet hatte, war ich selten mittags zu Hause. Jetzt weiß ich, dass ich in der Mittagszeit nach Schulende gar nicht brauche, an die Sprechanlage zu antworten, wenn bei mir geklingelt wird. Meine Nachricht an allen Jugendlichen: „Falls ihr etwas originelles anstellen wollt, vergesst das „klingeln und abhauen“. So viele machen es, es ist inzwischen echt langweilig.“ Schuld ist vielleicht die nicht so hohe Frequenz von Bussen, die fahren bei belasteten Verkehrslagen gerade im 7-8mn Takt (mit überfüllten Bussen). Die Kinder wissen nicht, was sie in der Zeit machen sollen, wenn die Wartezeit zu lang ist. Und bevor jemand fragt: Ja, ich habe es selber gesehen, dass die Kids bei allen im Haus klingeln und sich verstecken, wenn ich an der Haltestelle auf den Bus warte. Das finden meine Vermieter allerdings nicht lustig. Sie haben im Haus eine Anwaltskanzlei und bekommen den ganzen Tag Besuch von Kunden, sie können es sich nicht leisten, den Klingelton zu ignorieren.

Es sind aber nicht nur Kinder, die solche blöde Scherze machen. Am letzten Ostersonntag war ich gemütlich zu Hause vor dem Rechner, als jemand vormittags bei mir klingelte. Niemand hatte mich vorher angerufen, ich erwartete kein Besuch. Da ich noch nicht angezogen war, bin ich nicht dran gegangen. Stattdessen habe ich schnell meine Brillen angezogen und habe aus dem Fenster auf der Straße unten geschaut – nicht mal fünf Sekunden. In der Reflexion aus den großen Fenstern im leeren Gebäude gegenüber von mir habe ich niemanden vor meiner Tür gesehen. Abgesehen von den wenigen Autos war die Straße so gut wie leer. Ich habe nur einen älteren unbekannten Mann gesehen, der sich ziemlich beeilte, genau von meiner Richtung aus quer über die Straße zu gehen, ein Mann mit kahlem Kopf umrandet von grauen Haaren, mit blauen Jeans, brauner Jacke und gelber Tragetasche in der rechten Hand, der dann auf der anderen Seite die Straße sehr schnell Richtung Kaiserplatz runter ging. Der Osterhase war es nicht.

Manchmal erlebe ich auch Überraschungen. Vor gut vier Jahren hat jemand an einem frühen Sonntagvormittag bei mir geklingelt. Ich habe gezögert, bin aber an die Sprechanlage gegangen. Da hat ein unbekannter Mann angefangen, mir auf Italienisch eine sehr lange Rede zu halten, wie er sich im Viertel erkundigen wollte, was für Probleme seine Nachbarn als Ausländer hätten, blablabla… So früh morgens am Sonntag bin ich noch nicht völlig funktionsfähig. Ich habe zwar alles verstanden, was er sagte, aber Italienisch habe ich seit etwa zehn Jahren nicht mehr gesprochen, und wenn ich es jetzt versuche, mischt sich immer die deutsche Grammatik ein, obwohl sie da nichts zu suchen hat. Als er endlich nach einer Frage eine Pause machte, habe ich nur fragen können, ob er Deutsch könnte. Da fragte er überrascht: „Non sei italiana?“ Was ich natürlich verneinen musste (obwohl mein Name sich so anhört, vermutlich deswegen hat er bei mir geklingelt). Dann hat er sich entschuldigt und ist weiter gegangen.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.