Mittwoch 24.04.2013

Heute ist das Wetter wunderbar. Beim Aufwachen gegen 07:30 dachte ich, es wäre schön, mir einen Tag in den Thermen zu gönnen, so voll wie beim letzten Mal kann es nicht werden, heute ist kein Rabatt-Tag. Beim Aufstehen habe ich gemerkt, dass meine Wunde auf dem linken inneren Schenkel wieder entzündet war – ich hatte letzte Woche bei der Dermatologin auch Fibrome entfernen lassen. Der Grund für die Entzündung: Die Kruste hatte sich über Nacht von der Haut gelöst. Also Dusche, Desinfizierungsmittel drauf, und ich verzichte heute doch lieber auf die Thermen. Schade, meine linke obere Schulter und der Nacken fühlen sich sehr schmerzhaft an. Das hat man davon, wenn man den ganzen Tag so deprimiert ist, dass man sich kaum noch bewegt. Ich weiß nicht, das mit der neuen erfolglosen Bewerbung hat mich so umgehauen, dass ich nach der Dusche erstmals eine Stunde lang den Handtuch auf dem nassen Kopf behalten hatte, ich konnte mich nicht mal aufraffen, mich fertig zu trocknen und anzuziehen – oder zu essen und zu trinken überhaupt. Das muss eher der Grund für den verspannten Nacken sein, auch wenn ich mich heute Morgen psychologisch schon besser gefühlt habe, das Schreiben hilft tatsächlich. Und die Sonne.

Also, statt meine Tasche mit Badesachen zu füllen, habe ich, wie sonst jeden Tag, Bewerbungen geschrieben. Ich habe noch vier offene Tabs mit Stellenausschreibungen, und die automatische Emails von heute noch nicht durchgesucht, ich muss meine Verspätung von gestern nachholen. Eine Stelle in England klingt interessant, wenigstens die muss ich heute schaffen. Da sie die Quarantäne-Dauer für eingereiste Haustiere deutlich reduziert haben, kann ich wieder daran denken, dort arbeiten zu gehen. Ohne meine Katze ging‘s gar nicht. Sie ist so süß, wenn sie merkt, dass es mir nicht gut geht, eine bessere Unterstützung könnte ich nicht finden. Dagegen höre ich keinen Ton von meinen Bekannten, die über die letzten Geschehnisse bei meinen Bewerbungen doch sehr wohl informiert sind – einige sogar noch bevor ich die Absage bekommen habe, durch Yong Jin, und das haben sie mir nicht mal gesagt. Nicht, dass es mich freuen würde, eigentlich, wenn jemand sich melden würde. Mitleid? Ich bekomme das Gefühl nie los, dass es nicht gemeint ist, und es ändert nichts an der Tatsache. Aufmunterung? Dann denke ich, die haben einen Knall, sollen die doch erstmals in meiner Lage sein, bevor sie „Kopf hoch“ sagen, oder mir belehren wollen, wie ich mich zu bewerben habe, wenn sie selbst damals nie nach einer Stelle suchen mussten. Ja, ich bin heute im Zickenmodus. Schlecht gelaunt, aber wenigstens kann ich wieder Bewerbungen schreiben. Zornpower halt. Lars bleibt trotzdem definitiv ein Arsch. Ich war ehrlich gesagt nicht sehr angenehm überrascht, als er vor einigen Monaten meinen Profil auf Facebook entdeckt und mir eine Einladung geschickt hatte. Weil wir gemeinsame Kontakte haben, sonst ist der Profil nicht suchbar, weder bei Google noch bei Facebook. Aber ich kann mich nicht hier über ihn so sehr beschweren und ihn gleichzeitig in meiner Kontaktliste behalten. Raus ist er geflogen.

Die letzte nicht so tolle Nachricht: Ich habe mir den Zustand meines Bankkontos genauer angeschaut. Die Ersparnisse gehen schneller als gedacht nach unten. Ich habe auch nicht besonders aufgepasst. Bei normalen Monaten bleibe ich im grünen Bereich, ich gebe ungefähr genau so viel aus, wie ich vom Arbeitsamt bekomme. Aber so viele normale Monate sind es nicht gewesen. Es gab schon in Dezember das Problem mit meinem Rechner, der mich im Stich gelassen hat. Da musste schnell einen neuen besorgt werden. Ich musste neue Kleider kaufen, weil ich mir sonst nie Zeit dazu genommen hatte, es wird aber langsam nötig. Dann bin ich zu meinen Eltern geflogen. Das kompensiert sich – nicht ganz – damit, dass ich für die Dauer meines Aufenthaltes nicht viel ausgeben musste. Dann gab’s die Fachtagung in März, die völlig auf meine Kosten geblieben ist, da ich nicht mehr arbeite und das Institut nicht verpflichtet ist, die Kosten zu übernehmen – Teilnahmegebühre und Fahrtkosten. Zum Glück habe ich einen Freund, Horst, der dort arbeitet, und ich konnte bei ihm die ganze Woche übernachten. Und dann gibt’s die Reisekosten für Vorstellungsgespräche, die immer ziemlich spät zurück bezahlt werden. Der Rekord liegt bei Osram, ich war dort Ende November und habe trotz Versprechen immer noch keine Rückzahlung bekommen. Die Belege sind aber weg, so dass ich es bei der Steuererklärung nicht angeben könnte. Da sieht man, wie unterschiedlich die verschiedenen Firmen drauf sind. Bei ThyssenKrupp hatten sie nicht mal auf meine Fahrtkarten gewartet, dass sie mir schon das Geld überwiesen hatten. Mein erster Schritt zum vernünftig sparen wird es sein, nicht mehr so häufig mit Freunden mittags essen zu gehen. Gleichzeitig ist dieser Kontocheck gut gewesen, weil ich in letzter Zeit in Versuchung komme, wieder zu rauchen. Das sollte ich wirklich besser sein lassen, selbst wenn ich mich so nervös fühle. Dann doch lieber für eine oder zwei Stunden den Frust im Fitness-Studio lassen.

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