Stress und Körper

Oder wie überrascht ich bin, dass so viele Sachen sich gegen meinen Willen und trotz besseres Wissens auf meinem Körper widerspiegeln.

Ich wusste schon vom Anfang an, dass mein Arbeitsvertrag bis Oktober befristet war, und dass das Wissenschaftszeitvertragsgesetz dafür sorgt, dass ich danach nicht mehr so einfach einen befristeten Job an einer Uni bekommen kann. Deswegen habe ich mich schon lange im Voraus auf alle unbefristeten Stellen beworben, die ich gesehen habe. Ich weiß auch, dass es nicht schön ist, arbeitslos zu sein, aber dass es trotzdem nicht das Ende des Lebens bedeutet. Ich mache alles, was ich kann, um eine neue Stelle zu bekommen, und eine neue Stelle werde ich irgendwann bekommen. Bei vielen Bekannten hat es auch fast ein Jahr gedauert, bis sie nach der Uni aus der Arbeitslosigkeit raus gegangen sind, und so lange bin ich noch nicht arbeitslos. Leben kann ich noch, und habe in meinen berufstätigen Jahren genug gespart, um keine zu große Angst vom Hartz IV zu haben.

Anfang August habe ich plötzlich angefangen, aus nicht nachvollziehbaren Gründen sehr früh morgens aufzuwachen. Ich bin selten vor zwölf im Bett, wurde aber immer gegen 05:00 wieder wach und konnte danach nicht mehr schlafen. Das ist mir auch passiert, als mein Vater mit seiner Freundin zu Besuch da war, und sie haben wirklich nichts Besonderes um die Uhrzeit gehört – einfach weiter geschlafen. Ich war noch berufstätig, aber schon als Arbeitssuchende gemeldet. Meine normale Wecker-Zeit war sonst 07:30, weil ich so nah an meiner Arbeitsstelle wohne. Aber sobald ich um 05:00 die Augen geöffnet habe, habe ich nur daran gedacht, ich müsste meine Emails schauen, weil ich automatische Emails von diversen Jobbörsen bekomme. Und habe sofort einen Adrenalin-Schuss bekommen, der verhinderte, dass ich wieder einschlafe. Es hat sehr lange gedauert, bis Februar ungefähr, und hat mich völlig erschöpft gemacht. Wie man sich denken kann, hat es mir bei Vorstellungsgesprächen nicht geholfen. Obwohl ich mir bewusst eingeredet habe, dass die Arbeitslosigkeit nicht so schlimm sein würde, habe ich so früh starke Schlafstörungen bekommen. Manchmal konnte ich morgens länger schlafen, aber nur, weil ich so erschöpft war, dass es so nicht weiter gehen konnte, nach der kurzen Noterholung bin ich wieder sehr früh aufgewacht.

Heute Morgen war ich sonst bei einer Dermatologin, weil ich eine sehr beschädigte Kopfhaut habe und so extrem Schuppen habe, dass es nicht mehr auszuhalten ist. Unabhängig davon, wie häufig ich mir die Haare wasche. Das Shampoo von Eucerin habe ich sogar probiert, erfolglos. Auf der Rückseite des Kopfes ist es so stark, dass ich nur noch flächendeckend eine weiße Kruste habe. Und das Jucken ist furchtbar. Schuppen habe ich immer gehabt, und mit Shampoos gut im Griff bekommen. Ich weiß nicht mehr genau, seit wann es zu diesem riesen Problem geworden ist. Die Dermatologin hat nur eine Sekunde gebraucht, um es sich anzuschauen, und meinte sofort, es wäre Ekzem oder Psoriasis. So ein Mist. Es ist anscheinend so ungewöhnlich verbreitet, dass sie mich fragte, wie ich das aushalten konnte. Das hat mein Vater auch immer gehabt, solange ich mich erinnern kann, bei ihm aber vor allem auf den Händen, Ellbogen und Knien. Die Dermatologin meinte, es wäre erblich und stressbedingt. Es kann sein, dass es sich bei mir kurz vor der Arbeitslosigkeit verschlimmert hat. Diese stark juckende weiße Kruste unterhalb von den Haaren im Nacken hatte ich vorher definitiv nicht. Ich hoffe, die Arzneimittel, die ich heute bekommen habe, werden das Problem lösen. Es ist nicht schön, mit einem mit Schuppen befleckten dunklen Anzug zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen, auch wenn ich extra aufpasse, dass es nicht zu merken ist.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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8 Gedanken zu “Stress und Körper

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