Noch eine Woche

Dann weiß ich Bescheid, ob es mit dem Vorstellungsgespräch am Donnerstag geklappt hat. Ich hoffe sehr. Besser könnte ich auf keine andere Stelle vom Profil passen.

Das hatte ich eigentlich schon vor anderthalb Jahren erlebt. Eine sehr ähnliche Jobbeschreibung, im gleichen Forschungszentrum sogar wie jetzt, nur in einem anderen Institut, ein Profil für den Wunschkandidaten, der wie für mich geschrieben aussah… Ich war zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden, hatte meinen Vortrag gehalten, dann mit allen Mitarbeitern gesprochen, es hatte den ganzen Tag gedauert. Ich hatte den Namen der zwei anderen Kandidaten erfahren können, die ebenfalls eingeladen wurden (so ganz normal sollte es eigentlich nicht sein), und wusste daher Dank Google, dass ich mit meiner Erfahrung am besten für den Job geeignet war. Ich befand mich mitten im Gespräch mit einem Wissenschaftler, als er eine Email bekam, die er gleich lesen wollte… Der Chef vom Institut hatte gerade eine neue Bewerbung für diese Stelle weitergeleitet und meinte, die Person müsste unbedingt eingeladen werden. Sie hat anschließend auch die Stelle bekommen. (Ich kenne sie persönlich, sie ist wirklich sehr gut, aber warum musste sie sich so spät und genau während meines Gespräches bewerben? Verflucht.)

Also hoffe ich sehr stark, dass es diesmal mit der Stelle klappt, will mir nur noch keine zu große Hoffnung machen. So schön wär’s… Dann würde ich auf die Stelle meine Wohnung kündigen. Ich halte meine Nachbarn aus dem Stadttheater nicht mehr aus. Die sind seit einer Woche gerade aus einer langen Pause zurück gekommen. Wenn ich im Bett liege und sie sich einfach unterhalten, hört es sich fast so an, als ob sie direkt neben mir stehen würden. Leider ist es selten, dass sie sich normal unterhalten. Meistens gibt es plötzliche Lachanfälle oder Schreie, gerade wenn ich beim Einschlafen bin. Ein paar Mal hintereinander… Dann ist es erstmal vorbei mit dem Einschlafen. Wie heute Nacht, als ich mich erst um zwei Uhr morgens entspannen konnte, nach dem der endlich ins Bett gegangen ist, der schon vom Anfang an in der Wohnung gewesen ist, seit dem ich eingezogen bin (der „Pinkelsimulant“). Ich würde es wirklich nicht durchhalten, wenn ich den Job kriegen würde, da ich mit einer Stunde Bus rechnen müsste und dafür super früh morgens aufstehen müsste. Außerdem scheinen die Studenten unter mir einen Gefallen am Kiffen gefunden zu haben, und ich bekomme jedes Mal den vollen Geruch in der Wohnung. Selbst jetzt, wo ich mir deswegen Zugluftstopper gebastelt habe. Da der Sommer naht und ich gerne mit geöffneten Fenstern schlafen möchte, kann es sehr unangenehm werden. Im Grunde könnte ich jetzt schon umziehen. Aber ohne zu wissen, wo ich danach für den nächsten Job hinziehen müsste, wäre es echt blöd.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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