Eine Email der Arbeitsagentur

Gestern habe ich eine Email ohne Betreff aus der Agentur für Arbeit bekommen. Drin stand:

„in dem letzten Gespräch haben wir vereinbart, dass Sie mir regelmäßig Informationen über den aktuellen Bewerbungsstand übersenden (ca alle 2 Monate).
Leider liegen mir keine Infomationen von Ihnen vor. Bitte teilen Sie mir innerhalb einer Woche den Stand Ihrer Bewerbungsbemühungen mit.“

Unterschrieben wurde sie von einem Mann, der meine letzte Email an meiner Beraterin in Dezember beantwortet hatte. Ich hatte angenommen, die Frau wäre vielleicht im Urlaub und er hätte sie vertreten – die Email-Adresse ist sowieso von allen Mitarbeitern dort zugreifbar. Anscheinend gibt’s meine „Beraterin“ dort gar nicht mehr.
Tja, der gute Mann hatte mich gefragt, Mitte Februar meinen Bewerbungsstand zu schicken, was ich auch gemacht hatte, die Email steht bei mir immer noch im Ordner Gesendet. Mitte April hatten wir gestern noch nicht, es waren noch keine zwei Monate vergangen. Es ist schon merkwürdig, dass er meint, er hätte so lange nichts mehr von mir gehört. Ich vermute, meine Email von Februar wurde einfach nicht richtig bearbeitet. Also habe ich in meiner Antwort mit den aktuellen Stand erwähnt, dass ich doch vor noch nicht ganz zwei Monaten meinen letzten Bewerbungsstand geschickt hatte, und diese Email nach Bedarf gerne weiterleiten würde.

Ich habe durch diese Email auch eine neue Definition des Wortes „Gespräch“ gelernt. Den Mann habe ich noch nie persönlich kennen gelernt, noch nie gesehen, und telefonisch hatten wir auch bis jetzt kein Kontakt. Daraus folgt, dass man einen Email-Austausch als „Gespräch“ bezeichnen kann. Interessant.

Ebenfalls interessant wäre der in der Email erwähnte Kurs „Businessenglisch für Akademiker“. Aber sieben Wochen lang jeden Vormittag, plus Bearbeitungszeit… Wo bleibt dann die Zeit, Bewerbungen zu schreiben? Englisch kann ich, schließlich hatte ich mich nur auf Englisch mit meinen Kollegen unterhalten, als ich frisch für meine Doktorarbeit damals angekommen war und kein Deutsch konnte, und habe alle meine wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften auf Englisch geschrieben, sonst wird man auch kaum international gelesen. Wenn es nur darum geht, neue Vokabeln zum Thema Business zu lernen, kann ich es zu Hause selber machen, und brauche nicht so lange täglich von 8:00 bis 13:15 einen Kurs zu hören. Sinnvoller fände ich es, wenn ich eine kompetente Person hätte, die meine Bewerbungsunterlagen unter die Lupe nehmen würde, und mir Verbesserungsvorschläge machen würde. Aber das hielt damals meine Beraterin für unnötig.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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