Ich bin keine Hausfrau

Wirklich nicht. Ja gut, ich bin zurzeit arbeitslos und verbringe viel Zeit zu Hause, das macht aus mir aber noch lange keine Hausfrau. Leider. Ich könnte ein bisschen mehr Ordnung in meiner Wohnung gebrauchen.

Vielleicht sollte ich klare Regel mit mir selbst vereinbaren.

  • Immer die Kleider zum Trocknen hängen, sobald die Waschmaschine ihren Vorgang abgeschlossen hat. Du weißt ja, wie muffig sie sonst riechen können. „Ich habe keine Zeit, ich muss doch noch diese Bewerbung / diese Email / diesen Blogeintrag (seltener) fertig schreiben.“ Die beste Idee überhaupt wäre, meine Waschmaschine und meinen Rechner kommunizieren zu lassen. Sobald die Waschmaschine fertig ist, sollte sie meinen Rechner sperren, solange ich die Kleider nicht raus genommen habe. Das mit der Spülmaschine klappt wenigstens halbwegs. Muss ja auch, mein Waschbecken ist so klein. Zum Aufräumen muss ich mich nur innerhalb der Küche bewegen. Vielleicht ist es der Grund, warum ich ungern die Klamotten aus der Waschmaschine raus hole, immer hin und her zwischen Badezimmer und Wohnzimmer, dabei jedes Mal vorsichtig über die Katze nicht stolpern, die mich nie aus den Augen verlieren möchte und sich deswegen genau zwischen beiden Zimmern hinlegt…
  • Staubsaugen, wenigstens einmal pro Woche. Als Besitzerin einer langhaarigen Katze ist es eigentlich schon zu wenig. Nun, will ich ihr das Trauma so häufig an tun, den Staubsäuger anzuschalten (Ausrede)? Stimmt ja auch, sie versteckt sich immer, und immer an der gleichen Stelle, unter dem Sofa, sobald ich das Gerät nur berühre. Direkt danach sollte ich die Gelegenheit nutzen und den waschbaren Boden waschen. Man könnte meinen, mit einer Katze müsste ich schon alleine für den Streu staubsaugen, aber da benutze ich immer schnell den kleinen Besen, jedes Mal wenn ich ihr Klo putze, so dass ich sehr wenige Streukörner herum liegen habe.
  • Fenster häufiger putzen. Daran denke ich immer früh morgens, wenn die Sonne aus der Gartenseite in die Wohnung kommt. Hier in der Gegend also eher selten. Aber dann merke ich, wie dreckig die sind. Das letzte Mal habe ich sie vor drei Wochen geputzt, bevor meine Mami zu Besuch gekommen ist. Ich habe zwölf Fenster, sechs hinten auf Gartenseite und sechs vorne, auf Straßenseite. Für die Fenster hinten habe ich schon über drei Stunden gebraucht, ein ganzer Nachmittag. Für die Fenster vorne brauchte ich eine kleine Leiter, die ich mir dann beim Bauhaus versorgt habe. Als ich sie gekauft habe fing es an zu schneien, es war mir zu kalt, um vor offenen Fenstern mit nassen Händen zu putzen, dann kam schon meine Mami, und das Wetter blieb so schlecht, dass man von den übriggebliebenen dreckigen Fenstern nichts bemerkt hat. Als ich noch arbeitete hatte ich unsere Putzhilfe im Haus für meine Fenster eingestellt. Sie hatte für die zwölf Fenster gerade anderthalb Stunden gebraucht. Und sie konnte es viel besser als ich, ich lasse danach immer Spuren an den Scheiben. Mein Traum ist es, so viel Geld zu verdienen, dass ich eine Putzhilfe Teilzeit beschäftigen könnte.
  • Aufräumen. Mich packt der Graus, wenn ich daran denke. Das größte Problem sind die Bücher. Zu viele, nicht genug Platz. Sie stapeln sich hoch, eine Couch ist schon nicht mehr zu benutzen, weil ich sie als langfristiger temporärer Lagerplatz für Bücher und Papierkram verwendet habe. Inzwischen ist viel Staub drauf. Langsam stapeln sich Briefe auf dem Kratzbaum – nur weil er von meiner Katze nicht benutzt wird. Meine vormöblierte Wohnung ist da halb schuld. Im Schlafzimmer habe ich einen riesen Schrank, der falsch montiert wurde. Von außerhalb merkt man es ihm nicht an, aber innen drin sind die Planken falsch, ich kann keine Regalbrette hinstellen, weil die nicht waagerecht liegen könnten. Also viel Platz für nichts. Auf einer Seite konnte ich wenigstens einige Klamotten hängen. Eine andere Wand im Schlafzimmer ist mit meinem IKEA-Regal belegt, wo ich schon viele Bücher packen konnte. Ich habe sogar eine kleine „Holztreppe“ gebastelt, um mehr Bücher pro Regal zu packen. Die dritte Wand ist mit dem Bett und Nachttisch belegt, und die vierte besteht fast nur aus Fenstern. Aufräumen ist das einzige, was vor meinem Rückenproblem schon nicht klappte. Manchmal liege ich nachts im Bett und bekomme Panik-Attacken, weil mein Schlafzimmer so unordentlich ist. Aber wenn mich jetzt der Frust packt und ich anfange, alles im Hause richtig zu putzen, kriege ich wieder Ischias-Schmerze. Im Grunde muss ich entweder neue Möbel kaufen, um alles aufzuräumen, oder viele Sachen entsorgen. Ich tendiere für die zweite Lösung. Wenn ich den Mut dazu finde.
  • Den Müll häufiger runter bringen. Jede zweite Woche ist zu wenig. Ich warte immer, dass die Tüten voll sind, sonst wäre es ja Geldverschwendung. Nur, wenn ich sie in den Keller bringe, stelle ich immer fest, dass die Mülltonnen schon voll sind. Meine Tüte oben drauf, mit beiden Händen flach drücken, dabei ein wenig hüpfen, um das Gewicht auf die Tüte zu bringen, und ich kriege doch den Deckel der Tonne zu. Das verstehe ich nicht. Ich habe vor zwei Jahren die Wohnung von meinem Nachbar übernommen, um meine zu vergrößern. Wir sind im Haus also ein Haushalt weniger. Warum ist die Mülltonne dann regelmäßig voller als vorher geworden? Ich vermute, die neuen Bewohner aus der ersten Etage haben etwas damit zu tun. Mein Altpapier entsorge ich ab und zu bei meiner früheren Arbeitsstelle, wo wir zwei große Container auch für die Nachbarschaft haben, weil im Haus die Papiertonne immer voll ist. Das Müllproblem in Deutschland. Bei meinen Eltern hatten wir einfach große grünen Containers überall auf der Straße, wo man sein Müll hinbringen konnte, und die täglich geleert wurden. In unserem sehr kleinen Dorf gibt es sogar zwei Orte für die Mülltrennung – Papier-, Glas- und Plastik-Container nebeneinander, die aber nicht so regelmäßig geleert werden. Hier muss man eine Woche lang den Biomüll im Hause behalten. Kleinigkeiten, die das Leben ganz anders machen.

Also insgesamt ein erschreckendes Bild von mir. Komischerweise verhalte ich mich ganz anders, wenn ich mit jemandem zusammen wohne, dann bin ich die echte Haus-Fee. Ich kann alleine mit meinem Chaos leben, ich kann das Chaos anderer nicht leiden, deswegen räume ich alles auf. Nur, wenn ich mit einem Mann leben würde, müsste ich nicht so besessen wie jetzt nach einer neuen Arbeitsstelle suchen, da wir uns zu zweit unterstützen würden, deswegen hätte ich mehr Zeit für die Hausarbeit. Und würde auch schnell sauer werden, wenn ich die einzige bin, die zu Hause etwas macht, weil ich es im Grunde nicht gerne tue. Obwohl ich meine Mami als Vorbild habe, die täglich bei sich putzt. Ich hab’s als Kind auch mitgemacht, täglich fegen (wir hatten keinen Staubsäuger), täglich den Boden waschen… Boah, anstrengend (und furchtbar, wenn man dabei ab und zu eine Spinne entdeckt, das passiert mir zum Glück in der Stadt viel seltener). Ich habe es noch wöchentlich gemacht, bevor mein Rücken mir so viele Schmerze verursacht hat. Als ich berufstätig war und täglich Sport trieb, konnte ich problemlos regelmäßig putzen. Ich muss mich selbst treten, um es wieder zu schaffen. Bis jetzt sind nur die Bereiche Küche und Badezimmer in Ordnung.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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3 Gedanken zu “Ich bin keine Hausfrau

  1. […] Der Ehemann ist ein Schatz und übernimmt quasi alle Hausarbeiten. Wäsche aufhängen, Spülmaschine ausräumen, Dusche trocken, Staubsaugen, Boden wischen… Ich koche jeden Tag, wahr, weil ich es einfach so gerne tue. Und ab und zu wische ich Staub aus den Regalen. Ich habe Glück, denn ich bin keine Hausfrau. […]

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